Second Life Speicher versorgt E-Ladestationen der schwedischen Stena Gruppe

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Batteryloop

Iris Martinz
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Langsam kommt Leben in den Second Life-Markt für Batteriesysteme aus der Elektromobilität: nachdem kürzlich ein Forschungsprojekt eines österreichisch/bayrischen Konsortiums erfolgreich abgeschlossen werden konnte, hat das schwedische Unternehmen Batteryloop – Teil der Stena Recycling Gruppe – nun ebenfalls einen Second Life Speicher präsentiert, der am Headquarter der Stena Metall Gruppe im schwedischen Göteborg 55 E-Ladepunkte versorgen soll.

Der „BLESS I“ (BatteryLoop Energy Storage System) genannte Speicher wurde aus 800 gebrauchten Batteriemodulen zu je 150 Ah von Toyota gebaut und verfügt über 155 Kilowattstunden Speicherleistung. Die Batteriemodule stammen aus Toyota Gabelstaplern. Er versorgt 55 E-Ladepunkte, von denen an vier sogar mit 22 Kilowatt geladen werden kann. Der Speicher kappt die Lastspitzen („peak shaving“), sollten zu viele E-Autos gleichzeitig angeschlossen werden. Das reduziert die Netzbereitstellungskosten. Wenn der Speicher nicht zur Lastspitzenabdeckung genutzt wird, wird die Energie am Markt verkauft. Womit der Speicher geladen wird, wurde in der Pressemittelung leider nicht erwähnt.

Der Second Life Speicher wurde in Kooperation mit der Micropower Gruppe, Stena Fastigheter und Toyota Material Handling gebaut. Bisher hatte Batteryloop mit Volvo kooperiert, um aus gebrauchten Busbatterien Second Life Speicher zu bauen. Rasmus Bergström, CEO von Batteryloop, ist überzeugt, dass „diese Kooperation zeigt, dass das BLESS-System mit jeder Art gebrauchter Batterien gebaut werden kann, dieses mal mit jenen von Toyota und dem schwedischen Batterieproduzenten Micropower.“ Laut eigenen Angaben wurde das erste Second Life-Speichersystem bereits 2019 errichtet, wo und zu welchem Zweck ist allerdings unklar. „Mit dem System haben Kunden mehr Kontrolle über ihre Energiekosten und die Sicherheit, ihre Ladeinfrastruktur mit höherer Leistung und Qualität betreiben zu können. Gleichzeitig unterstützt der Speicher das Stromnetz, um so mehr Strom aus erneuerbaren Quellen aufnehmen zu können„, führt Bergström weiter aus.

Die Projektpartner investieren ebenfalls in die Entwicklung des Second Life Marktes. „Speichersysteme aus gebrauchten Batterien sind intelligent und nachhaltig„, erläutert Kristian Björksam, Senior Vice President bei Toyota Material. Für Fredrik Falk, Vice President Marketing and Sales bei Micropower, steht die „Verbesserung der Umweltverträglichkeit von Batterienmodulen“ im Fokus. Für Agneta Kores, MD bei Stena Fastigheter in Göteborg, liefern Second Life Speichersysteme eine „stabilisierende Funktion im E-Ladenetzwerk„.

Quelle: Batteryloop – Pressemitteilung vom 12. April 2022

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Iris Martinz

Iris Martinz

Iris Martinz ist Unternehmens- und E-Mobilitätsberaterin in Österreich, mit langjähriger Erfahrung im Recycling und Second Life von E-Mobilitätsbatterien. Fährt sowohl rein elektrisch, als auch V8, und möchte die beiden Welten etwas näher zusammenbringen. Nachzulesen unter www.mustangsontour.com.

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