Rivian baut zweites Werk in Georgia, USA

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Rivian Motors

Iris Martinz
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Elektro-Neuling Rivian tritt kräftig aufs Gas: in Georgia soll nun nach Illinois bereits das zweite Produktionswerk in den USA entstehen, wie das Unternehmen in einer Presseaussendung berichtet. Jährlich könnten bis zu 400.000 Fahrzeuge das Werk verlassen, dafür werden etwa $ 5 Milliarden in die Hand genommen! Auch in Europa befindet sich das E-Start-Up gerade auf der Suche nach einem passenden Standort für ein Werk, in welchem unter anderem die Elektro-Transporter für den Online-Riesen Amazon vom Band laufen können. Gerüchten zufolge soll Rivian Deutschland als Fertigungsstandort für die E-Transporter in Betracht gezogen haben. Andere Standorte außerhalb der Europäischen Union sind ebenfalls noch im Rennen. Vor allem Großbritannien hat konkretes Interesse an einer Rivian-Fabrik im eigenen Land bezeugt. Wie „Sky News“ schreibt, soll der britische Premierminister Boris Johnson einen Brief an Rivian-CEO RJ Scaringe geschickt haben.

Die geplante Expansion in den USA markiert jedenfalls den nächsten Wachstumsschritt des amerikanischen Tesla-Rivalen, die Bauarbeiten sollen bereits im Sommer 2022 beginnen und die ersten Fahrzeuge 2024 vom Band rollen. 7.500 Arbeitsplätze werden geschaffen. Passend zum Markenprofil legt man besonderen Wert auf die Umweltverträglichkeit des Produktionsstandortes, beispielsweise mit Energieversorgung aus erneuerbaren Energiequellen. Aber auch das Recruiting wird strategisch geplant, die Bewohner von Georgia sind aufgerufen „ihre Kreativität und Ideen bei Rivian einzubringen„, wie Chief People Officer Helen Russell betont. Für die Erschließung des etwa 810 Hektar großen Standortes ist eine umfassende Bürgerbeteiligung geplant, mit Bürgersprechstunden, in denen das Unternehmen und der Investitionsplan vorgestellt werden.

Aber auch beim bestehenden Werk in Normal, Illinois wird kräftig investiert: kürzlich wurde eine Erweiterung um 623.000 m² genehmigt, was die gesamte Fläche auf 4 Mio. m² ansteigen lässt. Insbesondere Lager- und Produktionsflächen sollen erweitert werden. Bis zum zweiten Quartal 2022 werden weitere 800-1.000 Mitarbeiter aufgenommen. Mit den branchenweit höchsten Löhnen, Bonuszahlungen und Unternehmensanteilen positioniert sich Rivian als attraktiver Arbeitgeber. Das haben wohl auch einige Tesla-Mitarbeiter so gesehen und sind zum Branchenneuling übergelaufen, man spricht von mehreren Hundert bislang. Die sollen allerdings auch vertrauliche Informationen mitgenommen haben, weshalb Tesla nun das Start-up verklagt hat. Rivian wehrt sich mit einer Klage wegen Rufmord. Das Match Tesla gegen Rivian wird also nicht nur auf den Straßen ausgetragen.

Quellen: Rivian – Pressemitteilung vom 16. Dezember 2021//energyload.eu – Tesla und Rivian verklagen sich gegenseitig

 

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Iris Martinz

Iris Martinz

Iris Martinz ist Unternehmens- und E-Mobilitätsberaterin in Österreich, mit langjähriger Erfahrung im Recycling und Second Life von E-Mobilitätsbatterien. Fährt sowohl rein elektrisch, als auch V8, und möchte die beiden Welten etwas näher zusammenbringen. Nachzulesen unter www.mustangsontour.com.

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