Renault startet Serienproduktion von schweren E-Lkw

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Renault Trucks

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 3 min

Die Serienproduktion der schweren Elektro-Lkw von Renault Trucks hat im Werk Bourg-en-Bresse begonnen. Das vermeldet der französische Fahrzeughersteller in einer Pressemitteilung. Das Werk, in dem seit 60 Jahren die Lkw der Marke montiert werden, wird demnach nun die Renault Trucks E-Tech T und C produzieren. Diese Fahrzeuge sind für den regionalen Verteilerverkehr und den städtischen Bau bestimmt und sollen die vollelektrische Produktpalette des Herstellers ergänzen, die mit einem Gewicht von 650 Kilo (E-Lastenräder) bis 44 Tonnen die größte auf dem europäischen Markt sei.

Um die Produktion der 44 Tonnen schweren Elektro-Lkw zu ermöglichen, habe Renault Trucks in die Umgestaltung und Anpassung seiner Industrieanlagen sowie in die Qualifizierung seiner Mitarbeiter investiert. Der Hersteller stütze sich dabei auf vier Jahre Erfahrung mit der Montage von Elektro-Lkw mittlerer Tonnage in seinem Werk in Blainville-sur-Orne und wende dieselben Grundsätze und bewährten Verfahren in Bourg-en-Bresse an.

Die Montage der Elektro-Lkw T und C erfolge auf der gleichen Linie wie die ihrer Dieselfahrzeuge. Anschließend würden sie in einen 5200 Quadratmeter großen Bereich – die Renault Trucks E-Tech Factory – verlagert, wo qualifizierte Mitarbeiter und Techniker die für die Elektrifizierung spezifischen technischen Arbeiten durchführten, nämlich die Montage der Electric Drive Unit (EDU) und den Einbau des Getriebes und der Batterien. Die Elektrofahrzeuge würden dann in die Serienproduktion überführt, wo sie in Leistungstests und auf der Rennstrecke auf ihre Zuverlässigkeit und Qualität geprüft würden.

„Die Renault Trucks E-Tech T und C eignen sich für nahezu alle Anwendungen im städtischen Bauwesen und im regionalen Verteilerverkehr. Ob für den Transport von Gütern, Materialien oder Industrieabfällen, die Fahrzeuge können dank der drei Zapfwellenarten (elektrisch, elektromechanisch oder über das Getriebe) an jede Karosserieform angepasst werden und eröffnen so die Möglichkeit, neue Geschäftsfelder in Städten und Regionen zu erschließen“, schreibt Renault.

Bis zu 500 Kilometer Reichweite

Die Renault-Lkw E-Tech T und C mit einem Gesamtzuggewicht von bis zu 44 Tonnen sind als 4×2- und 6×2-Sattelzugmaschinen mit langem Fahrerhaus und einem Radstand von 3900 mm erhältlich. In starrer Ausführung sind sie als 4×2, 6×2 und 8×4 Tridem mit kurzem oder langem Fahrerhaus und elf Radständen zwischen 3900 und 6700 mm erhältlich. Die Renault-Lkw T und C können demnach mit zwei oder drei Elektromotoren ausgestattet werden, die zusammen eine Leistung von bis zu 490 kW (660 PS) erreichen.

Um den Anforderungen der Kunden in Bezug auf Reichweite und Aktivität gerecht zu werden, können der E-Tech T und C mit vier bis sechs Lithium-Ionen-Batterien ausgestattet werden, die zwischen 390 und 540 kWh Kapazität bieten. Die Batterien könnten mit Wechselstrom (AC) mit bis zu 43 kW oder mit Gleichstrom (DC) mit bis zu 250 kW aufgeladen werden. Diese Lkw könnten mit einer vollen Ladung bis zu 300 Kilometer und mit einer Schnellladung (250 kW) von einer Stunde Dauer bis zu 500 Kilometer weit fahren (bei einem Fahrzeug mit sechs Batteriepaketen). Die Batteriezellen und -module werden laut Renault von Samsung SDI geliefert und in Gent (Belgien) in einem Werk der Volvo-Gruppe, zu der Renault Trucks gehört, zusammengebaut.

Quelle: Renault Trucks – Pressemitteilung vom 23. November 2023

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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Michael Neißendorfer:

Hallo Melvin, danke für’s Mitdenken und den Kommentar. Wir haben nochmal mit den Angaben von Renault verglichen. Der Hersteller gibt eine Reichweite von bis zu 300 km an, mit den 200 km der einstündigen Schnellladung kommen dann die 500 km zusammen. Schöne Grüße, Michael

Melvin:

Ich glaube, im Beitrag hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen.

Diese Lkw könnten mit einer vollen Ladung bis zu 300 Kilometer und mit einer Schnellladung (250 kW) von einer Stunde Dauer bis zu 500 Kilometer weit fahren (bei einem Fahrzeug mit sechs Batteriepaketen).

Damit das Sinn macht, müsste es heißen volle Ladung = 500 km, Schnellladung eine Stunde = 300 km.

Ansonsten sehr beeindruckend, wo die Entwicklung bei vielen LKW-Herstellern aktuell hingeht.
Gibt es eine Info, ob Renault hier auch in Richtung LFP geht? Bei PKW sucht man LFP-Zellen bei Renault ja derzeit noch vergeblich.

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