Offene Fragen zur Volkswagen Software geklärt

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Volkswagen

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 4 min

Ganz so rund läuft es nicht mit den VW Software-Updates, wie wir aus erster Hand von einem ID.-Fahrer und dem Leiter Technologiekommunikation bei VW, Mitte November erfahren konnten. Im damaligen Artikel haben wir versucht ein „rundes Bild“ der Realität zu zeichnen, welches beide Seiten abholt. Einige Fragen blieben unbeantwortet, welche wir im Nachgang bei Volkswagen platziert haben. Hier sind die Antworten:

Board und Steuergeräte als Problem beim Upgrade der VW-Software?

Kilian Schröer, Fahrer des VW ID.4 GTX, mit Software-Problemen hat in den Kommentaren erwähnt: „Nicht die Fahrzeuge mit 2.1 sind das Problem, sondern das Volkswagen unterschiedliche Boards und Steuergeräte verbaut hat welche wohl Probleme beim OTA 3.0 Update verursachen. Zudem ist der Code einfach Mist. Der Kernel wirft diverse Fehler. Alles zusammen sorgt für eine hohe Anzahl an Fahrzeugen bei denen das Update fehlschlägt und welche dann in die Werkstatt geschleppt werden müssen.“ Diese Frage haben wir bei VW platziert.

Von deren Seite heißt es: „Ja, es ist korrekt, dass es auch in der Hardware Unterschiede gibt. Dass diese Unterschiede ursächlich für Probleme beim Softwareupdate sind, können wir nicht bestätigen.“

Update auf Software-Version 3.0 auch in der Werkstatt möglich?

Auch wurde aufgeführt von unserem Leser David, dass das Update eben nicht nur über Over-the-Air-Update erfolgen könne. Sondern auch vor Ort von der lokalen Werkstatt eingespielt werden kann: „Am Termin wird geprüft, ob dein Wagen die Voraussetzungen hat. Meint nicht nur Software 2.4, sondern auch Anmeldung als registrierter Hauptnutzer, öffentliches Profil und Abstellmöglichkeit mit Mobilfunkanbindung. Ebenso wird das Modul überprüft und die grundsätzliche OTA-Funktionalität des Autos. Da gibt es Tests.“

Dies scheint zumindest teilweise zu stimmen, wie VW ausführt. „Werkstätten können aktuell nur helfen, wenn das Softwareupdate auf die Version 3.0 fehlgeschlagen ist und KundInnen daher in die Werkstatt müssen. Nach Überprüfung wird das Update dann ggf. direkt vollständig in der Werkstatt aufgespielt“, so die Rückmeldung von Seiten des Automobilherstellers. Heißt aber auch, dass zunächst die Installation über ein OTA-Software-Update erfolgt sein muss. Lediglich wenn dies schief gelaufen ist, kann in der Werkstatt ggf. das vollständige Update eingespielt werden.

ID.-Software 3.0 Update nicht über WLAN möglich!

In diesem Zusammenhang kam auch der Hinweis auf die Update-Dauer zur Sprache. Wie wir im ersten Bericht ausgeführt haben erfolgt der Download nur während der Fahrt und beansprucht mehrere Gigabyte Daten für sich. Wer also täglich nur wenige Kilometer mit seinem ID. fährt, der wird einige Fahrten benötigen, bis das Update endgültig eingespielt ist. Zudem besteht das Update aus zwei Teilen, welche nacheinander heruntergeladen und installiert werden.

Ein Update über WLAN sei trotz Aussage von verschiedenen VW-ID.-Fahrer nicht möglich. „In den ID. Modellen funktioniert der Download ausschließlich über die integrierte SIM-Karte. Theoretisch funktioniert der Download auch, wenn das Fahrzeug steht und Zündung an ist. Um die Batterie zu schonen, geht diese allerdings nach einer gewissen Zeit automatisch aus“, so Volkswagen.

Details machen den Unterschied. Auch bei Software

Spezieller wurden die Fragen zum Ende hin: „Bei meinem ID 4, Zulassung 06/21 funktionieren seit dem „Update“ auf 2.4 die Einstellungen für meine lokale Wallbox (e3dc) nicht mehr. Ich stelle z.B. am frühen Nachmittag das Ladezeitende im ID 4 auf 4 Uhr früh ein, um den Nachttarif meines Stromproviders zu nutzen. Einstellung hält eine zeitlang und verschwindet dann einfach wieder, im ID 4 und in den WeConnect Apps (Ipad, Samsung Galaxy).Ich will nicht bis 1 Uhr nachts warten oder aufstehen, um das Laden zu starten.“ Hierauf entgegnet der OEM, dass dieser „Bug bekannt und leider spezifisch für die ID. Software 2.4 ist. Wird dann zur Version 3.0 wieder gelöst.“

Auch die korrekte Anzeige einzelner Software-Versionen scheint nicht ganz eineindeutig zu sein. „Wenn die Version 912 ist, hast Du 2.4 (auch wenn noch 2.3 angezeigt wird)“, so die Aussage von Andreas in den Kommentaren. VW beantwortet es wie folgt: „Die ID. Software 2.4 hat die Software-Nr. 912 und die ID. Software 2.3 hat die Software-Nr. 910. Die Differenzierung sehe ich nur in der Software-Nr. Ab der ID. Software 3.0 läuft das dann wieder korrekt.“

Volkswagen scheint über die Themen im Bilde zu sein und arbeitet an der Lösung der Probleme, wie bereits aus dem Artikel: „Volkswagen Software: „ID.-Fahrer sind in Holschuld“ – eine Betrachtung“ hervorgegangen sein sollte.

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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Backes:

Hallo zusammen,

ich wollte dieses Thema nochmal aufgreifen da ich mittlerweile einfach nur im Regen stehe.

Mein ID.5 vom Mai 2022 wurde mit Software 3.0 geliefert. Beim Kauf habe ich explizit auf ACC und die Fernlichtautomatik verzichtet
da diese in Paketen verpackt waren die für mich nicht in Frage kamen und auch klar war das man das später über Upgrades nachkaufen kann.
Trotzdem habe ich peinlichst darauf geachtet das die Notwendige Hardware für solche Upgrades verbaut wurde.

Also hieß es nur noch abwarten bis im Shop die Upgrades erscheinen.
Leider wurde nichts daraus, denn…

als bei meinem ID.5 nach gut einem Jahr in der Werkstatt das Update 3.2 aufgespielt wurde weil es angeblich Probleme OTA gab
fragte ich gleichzeitig bei meinem Händler an ob er auch den ACC freischalten kann. Doch dieser verneinte und verwies mich an VW.
Daraufhin fragte ich bei VW an und bekam folgende Antwort:

wir beziehen uns auf Ihr Anliegen hinsichtlich der Aktivierung der Funktion „automatische Distanzregelung (ACC)“.
Upgrades ermöglichen es Ihren Volkswagen nach dem Kauf mit weiteren Funktionen aufzuwerten.
Daher können wir Ihren Wunsch, diese in Ihrem ID.5 zu nutzen, auch sehr gut verstehen.
Derzeit können wir Upgrades für die ID. Modelle von Volkswagen PKW
anbieten, wenn sie über die ID. Software 3.1 (oder neuer) direkt ab Werk verfügen.
Dies trifft auf Ihren ID.5 leider nicht zu, der mit der Software 3.0 ab Werk
geliefert wurde. Daher können wir nur um Verständnis bitten, dass wir Ihnen derzeit kein Angebot dazu machen können.

Wir entschuldigen uns aufrichtig für die entstandenen Unannehmlichkeiten.

Da fragt man sich, was ist denn da los und was bedeutet derzeit?
Das Auto hat mittlerweile 3.2 sogar in der Werksatt bekommen, trotzdem gilt noch 3.0 ab Werk für Upgrades?
Wurde da Hardware verbaut die Upgrades verhindert oder was soll man davon halten?

Derzeit überlege ich einen Anwalt zu bemühen da ich das Fahrzeug ggf. veräußern werde und einen Wertverlust durch nicht mögliche
Upgrades vermute. Hinzu kommt noch das nach 3 Jahren das Datenpaket abläuft und man dann noch zusätzlich für Pakete zahlen
muss um überhaupt Upgrades empfangen zu können.

Ich weiß aus diversen Foren das ich da nicht der einzige bin und manche Leute davon keine Ahnung haben und immer noch
Blauäugig abwarten bis mal was im Shop angezeigt wird.

Meine letzte Hoffnung ist das endlich mal ein Programmierer bei Volkswagen bzw. Cariad sich dieses Problems annimmt und
das noch bevor die drei Jahre abgelaufen sind.

Beste Grüße…

Frederik:

Es ist ja traurig das der zweit größter Automobilhersteller der Welt noch nicht mal in die Lage ist ein funktionierendes Infotainment System zu liefern ! Auch nach alle Updates funktioniert es nicht oder kaum . Sprachsteuerung , falsche System Meldungen, Audiovolumen u.s.w. versaut das Spaß am meinem Cupra Formentor VZ .Das Infotainment System in den Kia Picanto von meinem Frau wirkt reibungslos Nach 3, 4 Jahren ist VW nicht in der Lage ein funktionierendes System zu liefern und Service oder Entschuldigungen gibt es nicht . Eine große Schande ist es

Läubli:

Ach sicher… ihr alle liest solche Kommentare doch gerne – nicht? Es schafft hier auf der Seite für „Drive“ und Lesestoff… für offenen Meinungsaustausch. Für dies sind doch Foren geschaffen – zum Diskutieren eben.
Ich finde, man kann auch noch etliches Neues dazu lernen, wenn man sich in die Kommentare reinhängt und mitmacht.

Läubli:

Ich bezweifle, dass das stimmt. Ansonsten würde wohl nicht so eine Sache daraus gemacht.

Harald Schan:

.. für all das interessieren sich doch
90% der Autokäufer und -fahrer
nicht die Bohne.

Otto Trifelk:

Ja, ich wünsche mir,
die Moderation möge dem ASAP entsprechen.
Dann können Davidläubli
im Sandkasten
weiter unter 4 Kinderaugen
mit den Schäufelchen
aufeinander los gehen.

Läubli:

Also ich denke, wenn das die Kunden vor dem Kauf wüssten oder aufgeklärt würden, würde so ein Kauf sich niemand antun wollen.

Eine andere Marke verkauft sich jedoch recht gut, auch wenn man weiß, dass der teure Autopilot noch lange nicht funktionieren wird, die meisten Kunden kaufen FSD jedoch nicht, außer sie wollen Geld spenden, diese genießen den absolut guten und ausreichenden Standard Autopilot.

Sowas spricht für diese Marke, die Softwaretechnisch wohl noch Jahre den Konkurrenten voraus ist – ja, immer noch – das da oben ist der Beweis dazu!

Läubli:

Leider ist VW mit Softwareproblemen nicht alleine:

Bei Hyundai gibt es ebenfalls große Probleme mit dem Blue Link… eine Kollegin von mir ist auch betroffen… und ohne Blue Link gibt es keine App-Bedienung und du kannst sozusagen nix aus der Ferne einstellen und das Navi nicht inkl. Ladeplanung gebrauchen. Also quasi das halbe Auto unbrauchbar… klar, es fährt – aber nutzen kannst du nicht mal die hälfte der Software, für das wo man beim Kauf viel bezahlt hat. Eine Frechheit, solcher Kundendienst!
Ist auch gut, gibt es noch zuverlässigere Marken, die wissen, wie man mit Software umgeht und das alles genauso simpel und einfach läuft, funktioniert und läuft… und immer weiter läuft, wie wir es uns von Smartphones gewohnt sind.

Läubli:

Also da hätte ich auch keine Nerven mehr, auch wenn mir das Auto gefallen würde! Es soll ja niemand sagen, dass der Service gut wäre… aber bei so viel Problemanfragen ist wohl jede Hotline subito überlastet. Dann muss man warten und warten. Ach, alle diese Kunden tun mir leid.

Bei Hyundai gibt es ebenfalls große Probleme mit dem Blue Link… eine Kollegin von mir ist auch betroffen… und ohne Blue Link gibt es keine App-Bedienung und du kannst sozusagen nix aus der Ferne einstellen und das Navi nicht inkl. Ladeplanung gebrauchen. Also quasi das halbe Auto unbrauchbar… klar, es fährt – aber nutzen kannst du nicht mal die hälfte der Software, für das wo man beim Kauf viel bezahlt hat. Eine Frechheit, solcher Kundendienst!

Ist auch gut, gibt es noch zuverlässige Marken, die wissen, wie man mit Software umgeht und das alles genauso simpel und einfach läuft, funktioniert und läuft… und immer läuft, wie wir es uns von Smartphones gewohnt sind.

Gert:

Vielen Dank für die ergänzenden Infos. Bitte dran bleiben. Habe zwischenzeitlich versucht, auch über die Hotline etwas Neues zu erfahren – war wie immer nutzlos.Da ich für den Download von 7,5 bzw 3,5 GB sicher zu wenig unterwegs bin, befürchte ich immer mehr, das Update auf 3.0 nicht bis Ende Herbst diesen Jahres – wie angekündigt – sondern, wenn überhaupt, erst bis Ende Herbst 2023 zu bekommen. Um die günstigeren Stromtarife nach Mitternacht für das Laden nutzen zu können werde ich weiterhin aufbleiben oder einen Wecker stellen müssen. Car2X – eine überaus nützliche Ausstattung und mit ein wesentlicher Punkt für die Anschaffung eines ID4 bei Lieferung 06/21 – funktioniert immer noch nicht. Die automatischen Sitzeinstellungen – meine Gattin misst 1,63 und ich 1,95 – funktionieren auch noch nicht. Bei Discover Pro sind von 3 eingekauften Jahren bereits 1 1/2 Jahre vergangen, ohne es richtig nutzen zu können. Aber wie heisst es immer bei VW…..“ Wir arbeiten an einer Lösung. Bitte noch um etwas !!! Geduld“. Mir ist längst der Geduldsfaden gerissen!

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