Neuer Smart ab 2022 nicht mehr als Zweisitzer zu haben?

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Michael Neißendorfer
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Aufgrund unsicherer Quellenlage mit Vorsicht zu genießen ist eine Meldung des Nachrichtenmagazins Focus, wonach Smart, mittlerweile eine reine E-Auto-Marke, die Produktion des zweisitzigen Modells Fortwo einstellen will. Ab 2022 soll zwar – in Zusammenarbeit mit dem neuen Partner Geely – ein neues, in China statt wie bislang in Frankreich produziertes Modell auf den Markt kommen. Allerdings nicht mehr als weniger als drei Meter langer Zweisitzer, wie Focus erfahren haben will.

Ein zweisitziger Elektro-Smart mit seinen im Optimalfall gut 150 Kilometern Reichweite sei nicht mehr konkurrenzfähig, heißt es. In seinem bevorzugten Revier, engen und überfüllten Innenstädten, hätten Smart-Fahrer mangels eigener Garage oder Tiefgaragenstellplatz oft keine Möglichkeit, abseits von öffentlichen Stationen zu laden – was bei der im Vergleich zu anderen Modellen eingeschränkten Reichweite häufiger nötig wäre. Somit ließe sich auch der massive Rückgang der Smart-Verkaufszahlen in diesem Jahr erklären, seitdem keine Verbrenner-Modelle mehr verkauft werden – um 80 Prozent sind die Auslieferungen im ersten Halbjahr 2020 zurückgegangen. Außerdem werde der Markt für elektrische Mikromobilität in China von diversen Billigst-Herstellern beherrscht, die Autos im Stil eines besseren Golf-Karts für umgerechnet wenige tausend Euro im Programm haben. Und ein Billig-Hersteller möchte die Daimler-Tochter Smart nicht sein, im Gegenteil.

Der neue Smart für 2022 soll auf einer neuen, vollelektrischen Plattform aufbauen, technisch aufgerüstet, neu ausgerichtet und ein Premium-Modell im B-Segment werden, als Konkurrent zu ähnlich großen Autos wie der VW Polo oder der Opel Corsa. Der Autoexperte Prof. Ferdinand Dudenhöffer bezeichnet den Neustart im Focus als große Chance: „Mit dem bisherigen Smart-Konzept war es nicht möglich, die Marke langfristig ertragreich zu gestalten. Der Markt für reine Zweisitzer ist zu eng, wie man auch am Toyota iQ gesehen hat. Daher war es nicht möglich, mit Smart in seiner heutigen Form in die Zukunft zu gehen. Spannend wird sein, wie das neue Joint-Venture Daimler-Geely arbeitet und wie die neuen Fahrzeugkonzepte des Smart aussehen“.

Der Daimler-Geely-Smart soll ersten Gerüchten zufolge ein viertüriger Mini-SUV oder Crossover zu einem Basispreis um 15.000 Euro werden und auch fürs Mobilitätsgeschäft mit selbstfahrenden Roboter-Autos geeignet sei. Ganz wie es Daimler vor einigen Jahren mit der Studie Smart Vision EQ zeigte, einem elektrischen, automatisiert fahrenden City-Flitzer. Der allerdings war noch als Zweisitzer konzipiert.

Quelle: Focus – Smart: Tod einer Automarke. Der tiefe Fall und wie es weitergehen könnte

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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