Mini JCW Electric: Schnell, sportlich – aber limitiert

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Stefan Grundhoff
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  —  Lesedauer 4 min

Die sportlichste Möglichkeit, einen Mini zu bewegen, trägt seit Jahren den Namensannex John Cooper Works. An sofort ist der JCW auch als pfeilschneller Mini Hatch zu bekommen. Es gibt mehr Dampf als beim Verbrenner und Tatendrang ohne Grenzen – nur der Höchstgeschwindigkeit patzt der Kleine.

Neben dem größeren Crossover Mini Aceman ist nunmehr auch der kleine Hatch als angeschärfte John Cooper Works Version zu erleben. Sein tiefer Schwerpunkt, das feine Fahrwerk und die präzise Lenkung sind Volltreffer in Sachen Kurvenspaß. Dabei ermöglicht der Mini John Cooper Works Electric mit seinen 190 kW / 258 PS keine gigantischen Leistungsausbrüche wie bei anderen Elektromodellen, hat jedoch mehr Leistung als der vergleichbare Verbrenner, der mit überschaubaren 170 kW / 231 PS auskommen muss.

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Die Optik innen und außen präsentiert sich so, wie man es von einem John Cooper Works Modell kennt – schick und sportlich. Dabei erlaubt sich auch die Topversion den Lapsus, nicht mit einem edlen Lederinterieur bekommen zu sein. Zudem lassen Textil- und Kunststoffoberflächen am Armaturenbrett und Türen in Sachen Wertigkeit einige Wünsche offen. Die Sportsitze bieten jedoch guten Seitenhalt, wenn es auf kurvenreicher Landstraße und vollem Akkupaket einmal turbulenter zur Sache geht. An das überfrachtete und gestochen scharfe Zentraldisplay in kugelrunder Form gewöhnt man sich schnell, doch echte Instrumente hinter dem Lenkrad fehlen dem sportlichsten aller Mini-Modelle ebenso schmerzhaft wie ein vernünftiges Head-Up-Display.

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Größer als es die reinen Zahlen versprechen, zeigt sich der Tatendrang des in China produzierten Elektro-Minis am griffigen Steuer. Der 3,85 Meter lange John Cooper Works bringt seine Leistung überaus imposant auf die Fahrbahn und tut das, was die Mini-Modelle am besten können: er macht wirklich Laune. Aus dem Stand spurtet der elektrische Fronttriebler Dank 350 Nm maximalem Drehmoment auf seinen schmucken 18-Zöllern in 5,9 Sekunden auf Tempo 100 und zieht aus jedem Geschwindigkeitsbereich so imposant durch, dass man nicht in Versuchung kommt, den am Lenkrad schaltbaren Boost-Modus nutzen zu wollen. Sein Leergewicht von über 1,7 Tonnen überspielt er damit überaus gekonnt.

Bitter wird es dagegen auf der linken Spur der Autobahn, denn der Energieriegel wird bei 200 km/h abgeriegelt – das ist alles andere als standesgemäß für eine echte Sportversion; auch weil bereits die schwächeren Verbrennermodelle Mini Cooper C und Cooper S 216 sowie 240 km/h schnell sind.

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Alles andere als imposant ist im Alltag auch die elektrische Reichweite, denn zusammen mit dem mäßigen Maximaltempo ist der mindestens 40.650 Euro teure Mini John Cooper Works Electric kaum etwas für die Langstrecke. Auch wenn der Normverbrauch mit 15,6 kWh / 100 km absolut in Ordnung geht, sorgt das nicht einmal 50 kWh große Batteriepaket im Unterbauch des Spaßmachers für eine Reichweite von unter 370 Kilometern.

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Das werden im Winter schnell weniger als 300 und die müde Ladegeschwindigkeit von maximal 95 kW ist Grund dafür, dass man sich eine lange Autobahnpassage gut überlegen sollte. Wen stört dagegen schon das überschaubare Ladevolumen von 210 Litern, denn auf der Rückbank dürfte kaum ernsthaft jemand sitzen. Platz genug für Taschen und Jacken oder man klappt die Rückbank gleich für größere Gegenstände um und nutzt bis zu 800 Liter.

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Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff ist seit frühester Kindheit ausgemachter Autofan. Die Begeisterung für den Journalismus kam etwas später, ist mittlerweile aber genau so tief verwurzelt. Nach Jahren des freien Journalismus gründete der Jurist 1994 das Pressebüro press-inform und 1998 die Beratungsfirma press-inform consult.

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