MAN und Vega liefern Lkw per Bahn und Auflieger rein elektrisch aus

Cover Image for MAN und Vega liefern Lkw per Bahn und Auflieger rein elektrisch aus
Copyright ©

MAN

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

MAN Truck & Bus treibt die Dekarbonisierung der Logistik seiner Neufahrzeugauslieferung weiter voran. Gemeinsam mit dem langjährigen Logistikpartner Vega International setzt das Unternehmen auf ein intermodales Konzept aus Schienentransport für den Hauptlauf und vollelektrischem Onroad-Transport für die „letzte Meile“ der Fahrzeugauslieferung. Durch dieses Konzept können MAN zufolge rund 2700 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Nach einer erfolgreichen Praxistestphase mit zwei Elektro-Lkw des Typs eTGX plant Vega das vollelektrische Transportkonzept sukzessive auszuweiten. Bis Ende 2026 sollen 30 bis 40 weitere MAN eTGX in den Einsatz gehen.

„Vega ist seit vielen Jahren ein starker und innovativer Partner für unsere Outbound-Logistik. Gemeinsam arbeiten wir konsequent an Lösungen, um den CO2-Fußabdruck unserer Produkte stetig weiter zu verringern. Die Kombination aus Elektro-Lkw mit anderen Zero-Emission-Transportmitteln zeigt, wie klimaschonende Lieferketten intelligent realisiert werden können“, so Michael Kobriger, Vorstand für Produktion und Logistik bei MAN Truck & Bus.

„Mit den beiden eTGX sammeln wir wertvolle Erfahrungen im anspruchsvollen Realbetrieb, der jeden Tag unterschiedliche Strecken und Entladeorte bereithält. Dabei haben sich Batteriereichweite und Einsatztauglichkeit der Fahrzeuge hervorragend bewährt. Diese Erkenntnisse nutzen wir, um gemeinsam mit unseren Partnern weitere Transportrouten zu elektrifizieren“, sagt Franz Blum, CEO von Vega.

Elektro-Lkw als Schlüssel zur vollelektrischen Lieferkette

Die MAN eTGX verteilen vom Vega-Bahnterminal in Rheine bei Osnabrück wöchentlich rund 30 bis 40 fabrikneue Lkw im Umkreis von 300 km vollelektrisch und damit lokal emissionsfrei. Die Überführung der Neufahrzeuge vom MAN-Produktionswerk im polnischen Krakau dorthin und damit der Großteil des Transportweges erfolgt ebenso elektrisch per Bahn. Der Schienentransport nach Nordwestdeutschland ist Teil des sogenannten LionXpress. Das Transportkonzept basiert auf zwei Zugrelationen nach Deutschland und Österreich, das MAN mit seinen Logistikpartnern sukzessive weiter ausbaut.

Damit erzielt MAN laut eigener Aussage schon heute signifikante CO2-Einsparungen. Seit Projektstart im Juni 2023 hat Vega demnach mehr als 11.000 Lkw klimafreundlich per Zug transportiert und 6000 Tonnen CO2 eingespart. Insgesamt konnten mit beiden Zugkonzepten des LionXpress beim Transport von mehr als 22.000 Lkw rund 10.400 Tonnen CO2 eingespart werden. Das patentierte Verladekonzept von Vega ermöglicht auch die Bahnverladung von Lkw mit bis zu 4,2 Metern Bauhöhe. Der Einsatz von Elektro-Lkw zur Auslieferung der Neufahrzeug elektrifiziert die gesamte Logistikkette vom Produktionswerk bis zum Endkunden.

MAN

Die Initiative „Electrifying Outbound“ ist Teil der langfristigen Nachhaltigkeitsstrategie von MAN. Bis 2030 sollen die CO₂-Emissionen im Fahrzeugauslieferungsprozess um 30 Prozent gesenkt werden. Neben der Elektrifizierung der letzten Meile und dem Ausbau des Schienennetzes ist auch die Integration weiterer Bereiche wie der Ersatzteillogistik geplant.

Vega elektrifiziert die Outbound-Logistik

Die sehr guten Erfahrungen mit Elektro-Lkw haben Vega dazu bewegt, noch 2025 weitere zehn eTGX in Betrieb zu nehmen und für 2026 den Ausbau der Elektro-Lkw-Flotte um weitere 20 bis 30 Stück zu planen. Das ambitionierte Ziel von Vega besteht darin, bereits bis 2030 die gesamte Outbound-Logistikkette für die Nutzfahrzeugindustrie CO2-frei zu ermöglichen. Basis dafür ist die optimale Kombination von Bahntransport mittels der „r2L Connectoren“ – ein spezielles Bahn-Verladesystem für Lkw und Auflieger – und Elektro- sowie Wasserstoff-Lkw für die letzte Meile.

Vega investiert dazu mehr als 30 Millionen Euro in ein eigenes Lade- und Solarparknetz in den bestehenden zehn Niederlassungen in ganz Europa, um weitgehend unabhängig von öffentlicher Ladeinfrastruktur zu sein und will weitere 80 bis 100 Millionen Euro investieren, um den bestehenden Fuhrpark von fossilem Treibstoff auf batterie-elektrische und mit Wasserstoff betriebene Fahrzeuge umzurüsten. Dafür habe sich Vega in Deutschland bereits an einem Unternehmen beteiligt, das sich auf die Produktion von grünem Wasserstoff spezialisiert hat, um auch bei dieser Zukunftstechnologie vorne mit dabei zu sein.

Quelle: MAN – Pressemitteilung vom 25.11.2025

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Kommentare (Wird geladen...)

Ähnliche Artikel

Cover Image for Experte: Warum Wasserstoff und E-Fuels ins Abseits geraten

Experte: Warum Wasserstoff und E-Fuels ins Abseits geraten

Sebastian Henßler  —  

Michael Jost kritisiert Technologieoffenheit als Ausrede: Wer alle Wege offenhält, geht keinen konsequent – nur das Elektroauto führt zur Klimaneutralität.

Cover Image for So fährt sich der Volvo EX30 Cross Country

So fährt sich der Volvo EX30 Cross Country

Sebastian Henßler  —  

Volvo EX30 Cross Country bleibt ein City-Stromer, wirkt stabiler und vielseitiger. Offroad-Design, solide Reichweite und starke Ladeleistung runden ihn ab.

Cover Image for Diese 7 E-Autos werden in der Realität besonders sparsam bewegt

Diese 7 E-Autos werden in der Realität besonders sparsam bewegt

Daniel Krenzer  —  

WLTP- und Testverbräuche hin oder her: Das sind die sparsamsten E-Autos, wenn man auf ihren realen alltäglichen Einsatz schaut.

Cover Image for Regierung gibt Details zu neuer E-Auto-Förderung bekannt

Regierung gibt Details zu neuer E-Auto-Förderung bekannt

Daniel Krenzer  —  

Nun steht fest, bis zu welchem Haushaltseinkommen die neue E-Auto-Förderung genutzt werden könnte. Es geht dabei nicht nur um E-Autos.

Cover Image for Warum Biokraftstoffe kein Schlupfloch für Verbrenner sein dürfen

Warum Biokraftstoffe kein Schlupfloch für Verbrenner sein dürfen

Michael Neißendorfer  —  

Die Automobil- und Kraftstoffindustrie wollen mit Biokraftstoffen Verbrenner am Leben erhalten. Allerdings gibt es nicht genügend des Treibstoffs.

Cover Image for Wie Opel den GSE Elektro-Rally-Cup noch attraktiver machen will

Wie Opel den GSE Elektro-Rally-Cup noch attraktiver machen will

Michael Neißendorfer  —  

Mit vielen Neuerungen, einem stärkeren Auto und einem internationaleren Terminkalender geht der ADAC Opel GSE Rally Cup in der Saison 2026 an den Start.