Karma Gyesera kommt Ende 2025 mit Ranger-Extender in Serie

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Karma Automotive

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Karma Automotive will mit zwei neuen Modellen ein Kapitel in seiner Firmengeschichte aufschlagen. Das viertürige Coupé Gyesera ersetzt den bekannten Revero und soll Ende 2025 in Serie gehen. Parallel steht mit dem Amaris ein weiteres Modell in den Startlöchern, das 2026 folgen wird. Beide Autos setzen auf ein Konzept mit Reichweitenverlängerer und kombinieren elektrische Antriebe mit einem Verbrenner als Generator. Damit reagiert Karma auf die aktuellen Unsicherheiten im Markt für reine Elektroautos.

Der Gyesera, erinnert an die Ivara-Studie, baut technisch auf dem Revero auf, präsentiert sich jedoch fast vollständig neu. Nahezu alle Karosserieteile wurden überarbeitet. Eingesetzt werden Aluminium und kohlefaserverstärkte Kunststoffe, was das Gewicht senken soll. Die Linienführung ist flach und betont breit. Spezielle Pirelli-Reifen sitzen auf 22-Zoll-Leichtmetallrädern. Eigenständige Designelemente wie die „Backslash“-Kontur an den Seitenschwellern oder die markante Lichtsignatur verleihen dem Auto ein klar erkennbares Profil.

Unter der Haube arbeitet die jüngste Generation des hauseigenen Hybrid-EREV-Antriebs. Er liefert 566 PS und 740 Newtonmeter Drehmoment. Damit erreicht der Gyesera den Sprint von null auf hundert in vier Sekunden. Das ist eine halbe Sekunde schneller als der Vorgänger.

Auch der Innenraum wurde grundlegend neu gestaltet. Klare Linien ziehen sich von Tür zu Tür. Technik soll nicht dominieren, sondern ergänzen. Zwei hochauflösende Displays sind so integriert, dass sie als dezentes Zubehör wirken. Basis ist ein Qualcomm 8155-Chip, der die digitale Steuerung ermöglicht. Fahrer:innen können zwischen verschiedenen Darstellungsmodi wählen. Klimafunktionen sind in Kaskadenmenüs eingebettet. Kabelloses CarPlay und Android Auto gehören zur Ausstattung.

Neue Over-the-Air-Funktionen erlauben Updates und Zusatzinhalte. Dazu zählt ein spezielles Audio-Setup des Partners Master & Dynamic. Zudem nutzt Karma Cloud-Daten mit KI-Unterstützung, um Wartungsbedarf frühzeitig zu erkennen. Eine überarbeitete Mittelkonsole integriert den Startknopf in schwarzem Klavierlack. Fensterheber verschwinden optisch fast vollständig. Ein kabelloses Ladefach ist im Armlehnenfach verborgen. Hinten profitieren Passagiere von neu entwickelten Vordersitzen, die 15 Prozent mehr Beinfreiheit bieten.

Preislich beginnt der Gyesera bei rund 165.000 US-Dollar, umgerechnet etwa 142.000 Euro. Die Fertigung startet im vierten Quartal im kalifornischen Werk. Seine offizielle Premiere feiert das Modell derzeit bei der Monterey Car Week in Kalifornien.

Karma Amaris soll Ende 2026 an den Start gehen

Parallel bereitet Karma den Amaris vor. Dieses Coupé mit zwei Sitzen wird zunächst in einer reinen Zweisitzer-Version angeboten. Eine Variante mit Rückbank könnte später folgen. Der Antrieb kombiniert zwei Elektromotoren mit einer 41,5-kWh-Batterie. Ein Vierzylinder-Turbomotor dient als Generator. Zusammen ergibt sich eine Leistung von 708 PS und 916 Newtonmeter. Rein elektrisch sind rund 160 Kilometer möglich, die Gesamtreichweite liegt bei rund 640 Kilometern.

Das Interieur des Amaris setzt auf Leder, Alcantara und Carbon-Akzente. Das Design ähnelt dem des angekündigten Elektrocoupés Kaveya. In der ersten Ausführung kostet der Amaris ab 200.000 US-Dollar, rund 172.000 Euro. Die Produktion ist für Ende 2026 vorgesehen.

Beide Modelle sollen den Neustart der Marke prägen. Gyesera und Amaris greifen die Tradition des Revero auf, interpretieren sie aber moderner. Mit dieser Strategie will Karma in einem unsicheren Umfeld für Elektroautos eine eigene Position im Premiumsegment behaupten.

Quelle: Automotive News – Karma unwraps Gyesera with an extended-range powertrain, shows interior design direction / Karma – Pressemitteilung per Mail

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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