Hyundai/ KIA beenden Entwicklung von Verbrenner-Motoren

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Hyundai

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Die Hyundai Motor Company hat auf der IAA Mobility 2021 ihre Verpflichtung bekanntgegeben, bis 2045 klimaneutral zu werden. Als Zwischenschritt ist geplant, in Europa ab dem Jahr 2035 keine Verbrenner mehr zu verkaufen, sondern nur noch Elektrofahrzeuge – sei es per Batterie oder Wasserstoff angetrieben. Das man dies konsequent angehen möchte, zeigt der Schritt, dass das eigene Motorenentwicklungszentrum in der Forschungs- und Entwicklungszentrale aufgelöst wurde.

Hyundai und KIA begründen dies damit, dass man keine neuen Modelle mit Verbrennungsmotoren mehr auf den Markt bringen wird. Der Konzern führte am 17. Dezember die bisher größte Umstrukturierung seiner F&E-Zentrale durch. Das Namyang Research Institute beschäftigt 12.000 Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung und ist eine Schlüsselorganisation, die als Gehirn der Hyundai Motor Group fungiert.

Die beiden Unternehmen haben beschlossen von der Entwicklung von Verbrenner-Motoren auf E-Motoren umzusteigen. Aus diesem Grund wurde das Powertrain Team in das Electrification Development Team umgewandelt, eine Organisation, die sich der Forschung und Entwicklung von Elektrofahrzeugen widmet. Das Motorentwicklungszentrum wurde vollständig geschlossen und alle Abteilungen, die bisher mit dem Verbrenner-Antriebsstrang zu tun hatten, werden in Abteilungen umgewandelt, welche sich künftig mit der Elektrifizierung beschäftigen.

Gleichzeitig beschloss der Automobilhersteller, sich auf die Sicherung der Batterietechnologie zu konzentrieren und gründete das Battery Development Center. All diese Schritte zielen darauf ab, den Zeitplan für die Entwicklung von Elektrofahrzeugen so weit wie möglich zu verkürzen. Nach Regionen betrachtet, plant Hyundai Motor, ab 2035 in Europa nur noch emissionsfreie Fahrzeuge (ZEV) anzubieten. Bis 2040 will Hyundai alle Fahrzeuge, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, in den wichtigsten Weltmärkten abschaffen und damit den Übergang zu einer sauberen Mobilität vollziehen.

Quelle: BusinessKorea – Hyundai Motor Group Shuts Down Engine Development Center

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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Helmuth Meixner:

Und auch das gibt es: https://www.hydrogenfuelnews.com/hydrogen-combustion-engine-2/8550353/?awt_a=1jpsU&awt_l=NzCtC&awt_m=fvwowAMoru5DlsU – und die Firma Deutz hat einen serienreifen H2-Verbrennungsmotor. WO könnten solche Motoren überlegen sein?

Und noch etwas für die Gerüchteküche: https://efahrer.chip.de/news/verwirrung-bei-hyundai-werden-wasserstoffautos-ad-acta-gelegt_106783

Wolfbrecht Gösebert:

„Batterie-elektrische Fahrzeuge werden ihren Kostenvorsprung durch günstiger und leichter werdende Batterien auch weiterhin behalten.“
+1
Und das eben nicht nur beim Anschaffungspreis
sondern auch bei den lfd. Kosten für Wartung und Betrieb!

Daniel W.:

Danke für den Hinweis!

Hyundai schätzt die Marktfähigkeit seines Wasserstoff-Autos so gering ein, dass die Forschungs- und Entwicklungstätigkeit dafür vorerst eingestellt wird. Das Auto hätte 2025 auf den Markt kommen sollen, …

Damit wird auch die Entwicklung von Brennstoffzellen der dritten Generation für den Einsatz in Hyundai-Wasserstofffahrzeugen eingestellt. Im Vergleich zur vorherigen Generation wurde das System um ein Drittel verkleinert, während Leistung und Haltbarkeit um das Dreifache erhöht wurden, teilte Hyundai noch im September 2021 mit. Außerdem sollten die Produktionskosten bis 2025 halbiert werden. Dennoch waren Hyundai die Kosten noch zu hoch, weshalb nun die Entwicklung pausiert wird.

(Quelle: golem.de – 29. Dezember 2021)

Trotz 33% Verkleinerung der BZ-Anlage, Erhöhung der Haltbarkeit um 200% und Halbierung der BZ-Kosten sind die FCEV bis 2025 (oder noch länger) offenbar weiterhin nicht konkurrenzfähig zum BEV.

Das bestärkt mich in meiner Einschätzung von FCEV und BEV. Batterie-elektrische Fahrzeuge werden ihren Kostenvorsprung durch günstiger und leichter werdende Batterien auch weiterhin behalten.

Silverbeard:

Ich habe gerade bei Golem gelesen, dass Hyundai auch die Entwicklung von PKW mit Brennstoffzellen sofort auf unbestimmte Zeit einstellt.
Langsam wendet das Schiff Automobilindustrie in die richtige Richtung…

Wolfbrecht Gösebert:

Aus dem Artikel:

„Das Motorentwicklungszentrum wurde vollständig geschlossen …“

Genau das möchte ich jetzt über Verbrennungsmotore auch sehr gern von weiteren/allen Pkw-Herstellern hören!

1khopes.org:

Gute Nachrichten, auch weil es scheint dass (hoffentlich) alle Arbeiter:innen ihren Job behalten konnten. Sollte das stimmen, ist das sehr vorbildlich gelöst von Hyundai Kia.

Das könnte dem Vorwurf „E-Mobilität ist glei Jobverlust“ Wind aus den Segeln nehmen. (wird ähnlich bei der Energiewende argumentiert)

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