EnBW verspricht 10.000 Elektroauto-Schnellladepunkte bis 2025

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Michael Neißendorfer
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Der Energiekonzern EnBW, einer der Marktführer bei der Schnelllade-Infrastruktur für Elektroautos, will bis 2025 „ein flächendeckendes Netz mit 10.000 Schnellladepunkten“ errichtet haben, wie EnBW-Chef Frank Mastiaux in einem Gespräch mit dem Handelsblatt erklärte. Als Zwischenziel peile EnBW 1000 Standorte bis Anfang des kommenden Jahres an, mit insgesamt etwa 2500 einzelnen Ladepunkten. Da EnBW derzeit „im Schnitt jeden Tag einen neuen Standort in Betrieb“ nehme, sei das Ziel mit 10.000 Ladepunkten realistisch. Mit seinem Zwischenziel erfüllt allein EnBW bereits ein im Masterplan Ladeinfrastruktur formuliertes Ziel der Bundesregierung: „Erstes Ziel soll die Errichtung von 1000 Schnellladestandorten sein“, heißt es in dem Papier.

Der Hochlauf der Elektromobilität werde nicht an den Schnellladestationen scheitern, so Mastiaux weiter. EnBW investiere hohe Beträge in die Infrastruktur: Allein auf der Netzseite – der Verstärkung des Stromnetzes sowie beim Anschluss der Standorte – seien 500 Millionen Euro geplant, hinzu kämen um die 100 Millionen Euro pro Jahr für den Aufbau der Standorte sowie der digitalen Infrastruktur.

Wir sind heute Marktführer im Bereich Schnelllader gemessen an unserer Netzgröße – und wollen das bleiben“, kündigte Mastiaux an. Aktuell betreibt EnBW dem Bericht zufolge 340 Schnellladestandorte in Deutschland mit knapp 1000 Ladepunkten, 140 weitere seien in Fertigstellung und 200 in der Projektphase. Bis Anfang 2021 sollen die 1000 vollendet sein, bestätigt Timo Sillober, Vertriebschef von EnBW. Der Anbieter sei aktuell an jeder dritten der gut 400 Raststätten entlang der Autobahnen vertreten. „Alle 90 Kilometer findet ein Kunde entlang der Autobahnen eine Ladesäule von uns“, erklärt Sillober. Diese Distanz soll in den kommenden Jahren auf 40 bis 50 Kilometer schrumpfen, zudem soll auch an Autohöfen abseits der Autobahnen Schnellladeinfrastruktur entstehen.

Schnellladepunkte auch für Städte

Sillober ist der Meinung, dass auch „im urbanen Umfeld öffentliche Schnellladepunkte“ aufgebaut werden sollten: „Wenn man es intelligent macht, bekommt man relativ schnell ein flächendeckendes Netz hin.“ Modular aufgebaute Schnelllade-Hubs, etwa in der Nähe von Einkaufszentren, sollen nach und nach vergrößert werden können. Mit dem Bekleidungshersteller Trigema etwa habe sich EnBW bereits auf den Ausbau von deutschlandweit 22 Standorten mit Schnellladern mit 150 bis 300-kW Leistung verständigt.

Wer ein Elektroauto kaufen will, muss überzeugt sein, dass er überall ausreichend Möglichkeiten zum Laden findet“, sagt auch EnBW-Chef Mastiaux. Außerdem plädiert er für eine Klarheit bei Tarifen und einfache Abrechnungsmodalitäten: „Elektromobilität muss transparent und simpel sein.

Mit dem Ausbau gehe EnBW stark in Vorleistung. Aktuell verzeichne der Anbieter an den Ladehubs im Schnitt zwei bis drei Ladevorgänge pro Tag und Ladepunkt. Wirtschaftlich sei es aber erst dann, wenn sechs bis acht Autos pro Tag geladen werden. Mastiaux geht davon aus, dass auch dies bald erreicht ist: „Mitte der Dekade dürften wir mit der Elektromobilität die Grenze zur Profitabilität erreichen“, zeigt sich der EnBW-Chef zuversichtlich.

Quelle: Handelsblatt — EnBW verspricht 10.000 Schnellladepunkte für Elektroautos

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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