Clusterinitiativen sind Treiber für europäische Batteriezellfertigung

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Iris Martinz
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Die EU will die Abhängigkeit europäischer Autohersteller von asiatischer Batterieproduktion verringern – und nimmt dafür viel Fördergeld in die Hand. Schließlich wächst der europäische Bedarf an Batteriezellen bis 2030 um den Faktor 15 gegenüber dem Jahr 2020 – auf etwa 400 bis 750 Gigawattstunden pro Jahr. Wie der Aufbau einer europäischen Batterieproduktion am besten gelingt, hat eine Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) erhoben. Ergebnis: gut orchestrierte Clusterinitiativen haben die größte Chance, ein langfristig erfolgreiches Batterie-Ökosystem zu etablieren. Die Inititiative „Batteriezellfertigung Deutschland“ ist eine davon.

Im Themenfeld Batterie befinden sich besonders viele, über Clusterinitiativen vernetzte Akteure in der Region der sogenannten „Blauen Banane“ – ein Gebiet von Großbritannien über den BeNeLux-Raum, die Rheinregion bis hin nach Norditalien. Eine weitere blaue Banane etabliert sich im Osten Europas – von Brandenburg über Sachsen bis ins südliche Polen und nach Ungarn. „Unternehmen, die langfristig in der Batteriezellfertigung erfolgreich sein wollen, sollten ihren Standort strategisch planen und auf vorhandene Strukturen zurückgreifen anstatt auf der ‚grünen Wiese‘ neu zu starten„, empfiehlt daher Studienleiterin Frauke Bierau-Delpont vom Projektträger VDI/VDE Innovation + Technik GmbH.

Diese Empfehlung gelte vor allem für die Automobilbranche, die die treibende Kraft für den Aufbau des Batterie-Ökosystems ist. Weitere Top-Partner finden sich in der Chemieindustrie, im Maschinen- und Anlagenbau, in der Papier- und Kunststoffindustrie, der Elektronikbranche, der Softwareentwicklung und im Energiesektor. Regionen in Deutschland und Europa, wo sich stark vernetzte Akteure tummeln, erhöhen die Chance auf eine nachhaltige Verankerung der Batteriezellfertigung.

Die Batteriewertschöpfungskette von der Herstellung bis zum Recycling ist in weiten Teilen bereits von Akteuren in Deutschland und Europa abgedeckt. Mehr als 70 Prozent der Akteure mit Verbindungen im Ökosystem seien Mitglied in einer Clusterorganisation, erklärt Datenanalyst Jan-Hinrich Gieschen. Zusätzlich unterstützt die Europäische Kommission mit entsprechenden Initiativen.

Seit dem Jahr 2019 fördert sie den Aufbau einer industriellen Batteriezellfertigung in Europa in Form zweier Important Projects of Common Interest (IPCEI). Das zeigt Wirkung: bis 2030 sollen sich die Produktionskapazitäten in Europa gegenüber 2020 um den Faktor 30 erhöhen und bis zu 1.000 Gigawattstunden pro Jahr erreichen. Damit könnte die Produktion die europäischen Nachfrage sogar decken. Die wichtigsten Player werden dabei Unternehmen wie Tesla, Northvolt, VW, Samsung SDI, CATL, SVOLT und ACC sein.

Link zur Studie

Quelle: VDI/VDE Innovation + Technik – Presseaussendung vom 13. September 2022

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Iris Martinz

Iris Martinz

Iris Martinz ist Unternehmens- und E-Mobilitätsberaterin in Österreich, mit langjähriger Erfahrung im Recycling und Second Life von E-Mobilitätsbatterien. Fährt sowohl rein elektrisch, als auch V8, und möchte die beiden Welten etwas näher zusammenbringen. Nachzulesen unter www.mustangsontour.com.

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