Wie CATL den Batteriezellmarkt für Elektroautos aufmischen will

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Michael Neißendorfer
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Der chinesische Batteriehersteller CATL, innerhalb weniger Jahre zu einem der wichtigsten Batterie-Lieferanten der Autoindustrie aufgestiegen, denkt über weitere Werke in Deutschland nach. „Wir prüfen eine Expansion“, sagte Europachef Matthias Zentgraf der Welt am Rande der Internationalen Automobilausstellung (IAA). „Wir fangen jetzt in Erfurt an, das ist eine große Aufgabe, aber dann gibt es auch Raum für Expansion,“ so der Manager. Das Unternehmen beobachte weiter, wie sich der Bedarf der Autobauer hierzulande entwickle. CATL baut derzeit in Erfurt einen ersten Produktionsstandort hierzulande auf und will in den kommenden fünf Jahren insgesamt 1,8 Milliarden Euro in Thüringen investieren.

Zwar sei die Produktion von Batteriezellen in Europa deutlich teurer als in China. Jedoch gehe es „bei der Elektromobilität nicht nur darum, wo es am billigsten ist, die Batterien zu produzieren“, sagte Zentgraf der Zeitung. Stelle man sie anderswo her, müsse man nicht nur die Herstellungs- und Transportkosten berücksichtigen. „Die Menschen achten auf den gesamten CO2-Fußabdruck und da spielt Transport auch eine Rolle.“ Auch der Vorteil anderer europäischer Länder gegenüber der Bundesrepublik als Produktionsstandort werde geringer. „Wir müssen in Deutschland natürlich mit einem anderen Lohnniveau umgehen, aber auch in den osteuropäischen Ländern fordern die Menschen derzeit höhere Gehälter“, sagte der CATL-Europachef.

„Lithium-Ionen-Batterien sind unser Kerngeschäft“

Den vor wenigen Tagen von Volkswagen begonnenen Aufbau einer Pilotfertigung von Batteriezellen in Salzgitter und die später geplante Serienproduktion mit dem Start-up Northvolt sehen die Chinesen gelassen. „Grundsätzlich mögen wir Konkurrenz, das treibt uns an“, sagte Zentgraf. „Lithium-Ionen-Batterien sind unser Kerngeschäft, wir sind sowohl bei der Technologie, als auch beim Volumen führend, und wir werden alles tun, um diese Position zu halten.

Selbst im Elektroauto-Pionier Tesla sieht CATL einen potenziellen Kunden, obwohl der US-amerikanische E-Autobauer gemeinsam mit Panasonic in einer mehrere Milliarden Euro teuren Fabrik seine eigenen Batteriezellen herstellt. „Tesla ist kein Wettbewerber, er könnte es vielleicht in Zukunft werden, er könnte aber auch ein potenzieller Kunde werden“, sagt Zentgraf. „Tesla baut Fahrzeuge und unsere Kunden sind Fahrzeugbauer.“

CATL will aber nicht nur Batteriezellen für Elektroautos liefern. Zusammen mit dem deutschen Zulieferkonzern Bosch, der sich nach langem Abwägen gegen eine eigene Batteriezellfertigung entschieden hatte, wollen die Chinesen künftig auch Akkus für Mildhybride mit 48-Volt-Technik produzieren. Diese Technologie soll den Verbrauch und CO2-Ausstoß von Autos mit Verbrennungsmotoren senken.

Es wird nicht von heute auf morgen alles auf Elektromobilität umgestellt“, sagt CATL-Manager Zentgraf der Welt über den Einsatz von Batterien in Verbrennern. „Es gibt eine Übergangsphase, und wir bieten unsere Technik auch für die nächste Generation von Verbrennungsmotoren an.“

Quelle: Welt – Elektromobilität: Batterie-Konzern CATL liebäugelt mit Tesla-Aufträgen

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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