BMW eröffnet Batteriefabrik in China

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Michael Neißendorfer
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Die BMW Group treibt den Ausbau der Elektromobilität weiter voran und hat mit ihrem Partner Brilliance China Automotive Holdings Ltd. das neue „High Voltage Battery Center“ in Shenyang in China eröffnet. Die Batteriefabrik beliefert das nahe gelegene Werk des Joint Ventures BMW Brilliance Automotive (BBA) in Dadong. Dort wird zukünftig der BMW 5er Plug-in-Hybrid für den lokalen Markt produziert.

„Das High Voltage Battery Center in Shenyang stellt einen bedeutenden Schritt in der Elektromobilitätsstrategie der BMW Group dar. Es ist die erste Batteriefabrik eines Premium-Automobilherstellers in China und bereits die dritte innerhalb unseres Produktionsnetzwerks nach Deutschland und den USA.“ – Oliver Zipse, Produktionsvorstand der BMW AG

Die BMW Group integriert ihre Batteriefabriken in das bereits bestehende, internationale Produktionsnetzwerk. Laut Produktionsvorstand Zipse geht BMW davon aus, dass im Jahr 2025 der Verkaufsanteil von elektrifizierten BMW- und MINI-Modellen global zwischen 15 und 25 Prozent liegen wird, was einem Volumen von mehreren Hunderttausend Fahrzeugen pro Jahr entspreche. Daher erscheine es dem Hersteller sinnvoll, die Elektromobilität in die bereits bestehenden Produktionsprozesse zu integrieren. Das Unternehmen könne damit flexibel auf die Nachfrage nach elektrifizierten Modellen reagieren.

Inhouse-Know-how als Wettbewerbsvorteil

Der Hochvoltspeicher ist – zusammen mit dem E-Motor – zentraler Bestandteil von teil- und vollelektrifizierten Fahrzeugen. Durch die Inhouse-Produktion hat die BMW Group einen Wettbewerbsvorteil gegenüber seinen Konkurrenten, indem sie sich Know-how bei neuen Technologien sichert, wichtige Systemkompetenz hinzu gewinnt und Kostenvorteile nutzen kann.

Bereits heute produziert das Unternehmen an zehn Standorten weltweit elektrifizierte Fahrzeuge. Die dafür benötigten Hochvoltspeicher kommen aus den BMW-Werken im bayerischen Dingolfing, Spartanburg in den USA und nun auch Shenyang. Dabei übernimmt das Werk Dingolfing als Kompetenzzentrum für E-Antriebssysteme innerhalb des Netzwerks eine führende Rolle.

Von der Zelle zum Hochvoltspeicher – so funktioniert’s

Die Fertigung der Hochvoltspeicher gliedert sich in zwei Produktionsabschnitte. In einem automatisierten Verfahren werden zunächst die angelieferten, taschenbuchgroßen Lithium-Ionen-Zellen geprüft und anschließend zu einer größeren Einheit zusammengefügt, den sogenannten Batteriemodulen.

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Danach werden die Batteriemodule gemeinsam mit den Anschlüssen, Steuergeräten und Kühlaggregaten in ein Aluminiumgehäuse montiert. Die Größe und Form des Aluminiumgehäuses sowie die Anzahl der verwendeten Batteriemodule ist je nach Fahrzeugvariante unterschiedlich. So entsteht ein optimal angepasster „Batteriepack“, beziehungsweise Hochvoltspeicher.

Diese Kombination aus standardisierten Batteriemodulen und an das Fahrzeug flexibel angepassten Gehäusen hat mehrere Vorteile: zum einen stellt sie in der Produktion von Hochvoltspeichern einheitliche Eigenschaften und Qualitätsstandards sicher. Gleichzeitig ist der modulare Aufbau der Hochvoltspeicher die Basis für verschiedenste E-Antriebsvarianten. Und nicht zuletzt schafft dieses Baukastenprinzip die Voraussetzung dafür, schnell auf die Kundennachfrage reagieren zu können und Kostenvorteile zu nutzen.

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Seit Beginn dieses Jahres bis Ende September hat die BMW Group weltweit insgesamt 68.687 BMW i, BMW iPerformance und elektrifizierte MINI Fahrzeuge an Kunden ausgeliefert – eine Zunahme um 64,2 Prozent. Bis Jahresende will das Unternehmen weltweit 100.000 elektrifizierte Fahrzeuge absetzen.

Der Produktionsstandort Shenyang

Der Standort Shenyang mit den Automobilwerken Dadong und Tiexi sowie einem Motorenwerk mit Leichtmetallgießerei nimmt eine wichtige Rolle innerhalb des weltweiten Produktionsnetzwerks der BMW Group ein. Er ist Teil der Strategie eines global ausgewogenen Wachstums mit Produktionskapazitäten in den jeweiligen regionalen Märkten.

Der BBA-Produktionsstandort Shenyang produziert ausschließlich für den chinesischen Markt. Das Werk Dadong im Nord-Osten Shenyangs startete 2003 mit der Produktion und baut aktuell die BMW 5er Langversion. Künftig wird dort auch die Plug-In Hybrid-Variante des BMW 5er sowie der neue BMW X3 produziert, den es auch als reines Elektroauto geben soll.

Das 2012 zusätzlich in Betrieb genommene Werk Tiexi im Westen der Stadt produziert die BMW X1 Langversion (inklusive einer Plug-In Hybrid-Variante), die BMW 1er Limousine, den BMW 2er Active Tourer, die BMW 3er Langversion und die BMW 3er Limousine.

Das Joint Venture BMW Brilliance Automotive

Das Joint Venture BMW Brilliance Automotive wurde 2003 gegründet und umfasst die Produktion und den Vertrieb von BMW-Automobilen in China sowie lokale Entwicklungsaufgaben. Im Joint Venture sind mehr als 16.000 Mitarbeiter beschäftigt. Das BBA-Lieferantennetzwerk umfasst rund 350 lokale Zulieferer.

2014 haben die BMW Group und Brilliance China Automotive Holdings Ltd. den Vertrag für ihr Joint Venture vorzeitig – vier Jahre vor dem Ende des laufenden Vertrages – verlängert und so die Grundlage für eine Vertiefung der bestehenden erfolgreichen Zusammenarbeit geschaffen. Die Vertragsverlängerung gilt für zehn Jahre, von 2018 bis 2028.

Quelle: BMW – Pressemitteilung vom 24.10.2017

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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