Bedarf an Kobalt hat sich im ersten Halbjahr 2019 mehr als verdoppelt

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Sebastian Henßler
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Die Elektromobilität hat zwar etliche Vorteile. Zu den Schattenseiten gehört eine entscheidende Sache, die hierzulande unsichtbar ist: Der Abbau seltener Rohstoffe wie Kobalt, ein Schlüsselelement für Elektroauto-Akkus. Unbestreitbar ist die Tatsache, dass Akkus Kobalt benötigen.

Somit lässt die gestiegene Nachfrage nach Elektrofahrzeugen die Nachfrage nach dem Werkstoff ebenfalls deutlich ansteigen – obwohl die Abbaubedingungen bis heute teilweise menschenunwürdig sind. Um darauf zu reagieren haben BMW, Samsung und BASF ein Projekt für verantwortungsvollen Abbau von Kobalt im Kongo gestartet, Volvo setzt auf Blockchain-Technologie um recyceltes Kobalt nachzuverfolgen und BMW stoppt Kobalt-Einkauf aus dem Kongo, für die fünfte Generation seiner E-Autos, komplett.

Nichtsdestrotrotz steigt der Bedarf für Kobalt spürbar. Der Bedarf hat sich bereits im ersten Halbjahr 2019 mehr als verdoppelt. Weltweit wurden 6.100 Tonnen des Stoffes für Fahrzeug-Akkus verwendet, wie aus dem Kobalt-Report des Informationsdienstleisters „Adamas Intelligence“ hervorgeht. Vergleicht man dies mit den Zahlen des Vorjahres zeigt sich ein plus von 107 Prozent. Hinzu kommt der Bedarf für Hybridautos, welcher weltweit um 81 Prozent auf 7.200 Tonnen gestiegen ist.

Eins ist aktuell schon klar, zwar werden E-Auto-Batterie mit 80% weniger Kobalt oder noch mehr entwickelt, serienreif sind diese allerdings noch lange nicht. Von der Entwicklung kobaltfreier E-Autobatterien ganz zu schweigen. In absehbarer Zeit werden die Hersteller von Elektrofahrzeugbatterien weiterhin knappen, teuren Kobalt verwenden müssen. Ohne Kobalt geht die Stabilität in den Batterien verloren. Daher kann es durchaus, zeitlich begrenzt “bei der dynamischen Entwicklung der Elektromobilität, für einzelne Rohstoffe” zu Engpässen kommen.

LG Chem war übrigens im ersten Halbjahr 2019 größter Kobalt-Verbraucher mit mehr als 1.400 Tonnen, gefolgt von CATL, Panasonic, BYD und Samsung. Der Großteil der weltweiten Minenproduktion stammt aus dem Kongo, Russland und Kuba folgen mit großem Abstand.

Quelle: Automobil Industrie – Bedarf an Kobalt für E-Autos verdoppelt sich

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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Noticed:

Vorsicht. Mein Kommentar in der Richtung wurde gelöscht…

Uwe:

Oh je, Sebastian:

https://taz.de/Batterien-ohne-umstrittenen-Rohstoff/!5596373/

Seit 2010 verwendet Sonnen Akkus ohne Kobalt.

Und Tesla hat über drei Generationen den Anteil um fast 90 % reduziert und ist bald auch bei 0,00!!

Feststoff-Akkus sowieso und viele weitere Technologien, für die gerade der Anlagenbau in der Planung ist, sind ebenfalls kobaltfrei.

Klar, dass wegen des Bedarfes an der nachgefragten aktuellen Technologie weitere Steigerungen (bis zum etwa 50-fachen des heutigen Niveaus) benötigt werden, aber ebenso sicher ist der ebenso schnelle Verzicht auf das Metall.

Meldungen zu Kobalt sind meist von Spekulanten manipuliert.

Noticed:

Nope

Sebastian Henßler:

Gelöscht bzw. zensiert wird definitiv nichts bei uns. Wir behalten uns lediglich vor beleidigende Kommentare zu entfernen.

Noticed:

Keine Ahnung, warum sie sich angesprochen fühlen. Evtl sollten sie selbst mal Nachhilfe nehmen…
Mein ursprünglicher Beitrag zum Thema wurde jedoch gelöscht.

jomei:

…und wer sich nicht zur Sache äußern kann, sollte sich lieber mit asocial-media austoben. z.B. Fratzebuch u. dergl.

jomei:

Zensur = Schulnoten. Oder: Zensur = Aussageverhinderung (im autoritären Staat). Wo denn hier? In meiner höflichen Antwort an Wännä? Empfehle Nachhilfe in Deutsch bezüglich Aussage-Interpretation. Oder ist das jetzt auch wieder Zensur?

Noticed:

Oh, jetzt wird hier schon zensiert? Peinlich…

jomei:

Hochinteressant. Danke für den Tipp!

Wännä:

In diesem Zusammenhang ein interessanter Bericht der Wirtschaftswoche von 2018:

https://tool.wiwo.de/wiwoapp/3d/storyflow/042018/erzgebirge/index.html

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