Aston Martin Valhalla präsentiert sich mit Formel-1-Gene

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Aston Martin

Wolfgang Gomoll
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Aston Martin entfacht mit dem Valhalla einen Bruderzwist. Denn der PHEV-Hypersportler soll dem technikverwandten Mercedes AMG One um die Ohren fahren. Dafür haben die Briten eigens Formel-1-Champion Sebastian Vettel als Testfahrer engagiert.

Der Brexit ist mittlerweile Realität. Auch wenn sich einige Briten wieder die EU zurückwünschen, ist der Drang nach der „Splendid Isolation“, also der glänzenden Isolation Teil des britischen Kollektiven Bewusstsein. Das Vereinigte Königreich nimmt gerne eine Sonderrolle ein und rühmt sich, Dinge gerne anders zu machen. Diese Attitüde spiegelt sich auch in dem Aston Martin Valhalla wider, in dem viele das Schwestermodell zum Hybrid-Renner Mercedes AMG vermuten. Doch da widerspricht Corenn Lange vehement. „Wir haben von AMG nur den Motorblock und die Kurbelwelle übernommen“, erklärt die Aston-Martin Managerin.

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Als wenn das noch nicht Abgrenzung genug sei, wirft die Frau mit hellblauen Augen und dem leichten Münchner Akzent gleich noch einen weiteren Fehdehandschuh in den britisch-schwäbischen Ring: „Wir wollen auf der Nordschleife die Zeit des Mercedes AMG One um fünf Sekunden unterbieten.“ Das ist doch mal eine Ansage, schließlich hat der Sternen-Renner erst unlängst mit 6:35,183 Minuten einen neuen Rekord für Serienfahrzeuge auf der legendären Eifelachterbahn in den Asphalt gebrannt. Rule Britannia.

Die PS-Power des Plug-in-Hybrid-Hypersportlers verleiht dem Vorhaben Substanz, ist aber noch nicht endgültig, da die Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist. Die Kombination aus Verbrenner und zwei E-Maschinen befeuert den Valhalla mit mehr als 735 kW / 1.000 PS, wuchten den rund 1.550 Kilogramm schweren Allradler in 2,5 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h und treiben die Flunder weiter bis 350 km/h. Zum Vergleich: der AMG One bringt es auf 782 kW / 1.063 PS, absolviert den Standardsprint in 2,9 Sekunden und bei 352 km/h endet der Vortrieb.

Die Details des Valhallla Antriebsstrangs sind spannend. Der Rumpf des Verbrennungstriebwerks samt der 180-Grad-Kurbelwelle (Flatplane-Konzept) stammt vom AMG Black Series und generiert rund 533 kW / 800 PS. Das erreichen die Briten unter anderem durch eine Luftkühlung des Aggregates statt mit Wasser, wie das beim AMG der Fall ist. Doch das „heiße V“, bei dem der Turbolader in der Mitte der beiden Zylinderbänke platziert ist, bedingt eine extrem effiziente Thermik und erklärt die Notwendigkeit der Hutze. Kompaktheit ist Trumpf. Deswegen nutzen die Briten ein speziell gefertigtes Graziano-Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe.

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Bei der Batterie setzt Aston Martin ebenfalls auf einen anderen Zulieferer als Mercedes. Die Akkupakete befinden sich im Sinne der paritätischen Gewichtsverteilung an der Vorder- sowie Hinterachse und die beiden Elektromotoren generieren gemeinsam 212 PS. Rein elektrisch kommt der Hyper-Sportler rund 15 Kilometer weit und ist bis zu 130 km/h schnell. Die beiden E-Maschinen erfüllen weitere Aufgaben, so ist die hintere für das Rückwärtsfahren zuständig. Das Fahrwerk besteht vorne aus einer Push-Rod-Vorderradaufhängung mit innen liegenden Federn und Dämpfern und einer Multilinkachse hinten samt elektronisch gesteuerten Speerdifferenzial.

Die Briten haben dem Valhalla jede Menge Formel-1-Gene mit in die Wiege gelegt. Niemand Geringeres als der vierfache Weltmeister Sebastian Vettel und Nico Hülkenberg bringen ihre Expertise bei den Abstimmungsfahrten ein. Dem Vernehmen nach sind beide Grand-Prix-Piloten von dem Valhalla sehr angetan, wollen aber das Fahrzeug so auf Agilität trimmen, dass es einem Formel-1-Renner möglichst nahekommt. Dazu passt die radikale Aerodynamik, die viel von dem des Aston Martin Valkyrie übernimmt, bei dem Formel-1-Windkanal-Guru Adrian Newey, der den Red Bull Boliden Flügel verleiht, das Konzept erdacht hat. Der Diffusor und der Venturi-Tunnel sind Anleihen des Vater-Autos. Bei einer Geschwindigkeit von 241 km/h generiert der Valhalla einen Abtrieb von 600 Kilogramm.

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„Jede Form hat eine Funktion“, verdeutlicht Corenn Lange das Konzept. Die stark nach innen gezogenen Schweller erinnern sofort an die Seitenkästen der Formel-1-Renner. Die fast liegende Sitzposition, bei der die Pedale etwas höher liegen als die Hüfte des Fahrers, passt in dieses Konzept. Bei der ersten Sitzprobe haben wir uns in der Aston-Martin-Flunder auf Anhieb wohlgefühlt und auch der Einstieg klappte dank der Flügeltüren problemlos. Das Cockpit selbst ist passend zum Sportler reduziert und beschränkt sich im Wesentlichen auf zwei Bildschirme.

Das Carbon Monocoque des Valhalla soll weniger als 120 Kilogramm wiegen und dabei helfen, dass Trockengewicht auf weniger als 1.550 Kilogramm zu drücken. Der Mercedes AMG One bringt nach der DIN-Norm 1.695 Kilogramm auf die Waage. Die ersten Aston Martin Valhalla sollen 2024 ausgeliefert werden. Der Preis für ein Ticket, um sich den Hyper-Sportler zu sichern, beträgt 833.000 Euro. Rund Zweidrittel des Kontingents sind bereits verkauft.

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Wolfgang Gomoll

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Wolfgang Gomoll beschäftigt sich mit dem Thema Elektromobilität und Elektroautos und verfasst für press:inform spannende Einblicke aus der E-Szene. Auf Elektroauto-News.net teilt er diese mit uns. Teils exklusiv!

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