Apcoa: 100.000 Ladestationen für E-Autos an 12.000 Standorten

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Apcoa Parking

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Apcoa Parking, mit gut 1,8 Millionen Einstellplätzen an mehr als 12.000 Standorten in 13 Ländern einer der größten europäischen Parkraumbetreiber, will in seinen Parkhäusern bis zum Jahr 2035 bis zu 100.000 neue Ladestationen für Elektroautos installieren. Im Rahmen seiner neuen E-Strategie will das Unternehmen einer aktuellen Mitteilung zufolge in den Ausbau seiner AC-Ladeinfrastruktur investieren und so zu einem führenden E-Ladebetreiber werden. Parallel dazu sollen strategische Partner aus der Automobilindustrie sowie Energieversorger und Ladeinfrastrukturanbieter mehr als 1000 zusätzliche DC-Schnellladesäulen quer über das dichte Standortnetz von Apcoa-Parkhäusern errichten.

Unterstützt werde die Ladeinfrastruktur von einer neuen, von Apcoa entwickelten digitalen Plattform. Diese sei für herstellerunabhängige Hardware bereit und könne unabhängig vom Eigentümer der Ladestation betrieben werden. Durch diese offene und kompatible Gestaltung sei es möglich, mehrere Partner und Dienstleistungen zu integrieren. Die Apps Apcoa Flow und Apcoa Connect dienen als Benutzerschnittstelle für die Parkkunden: Sie machen es ihnen möglich, den gesamten E-Ladevorgang sowie zusätzliche Mehrwertdienstleistungen wie Suche, Buchen und Bezahlen bequem darüber abzuwickeln.

Der Trend hin zu Elektroautos als der dominierenden technischen Lösung für den Straßenverkehr ist unumkehrbar. Die Ladeinfrastruktur für E-Autos spielt daher eine wesentliche Rolle bei der Transformation der Apcoa-Parkhäuser zu sogenannten Urban Hubs. Für die Kunden werden unsere Standorte durch die erweiterte Service-Infrastruktur noch attraktiver werden“, sagt Philippe Op de Beeck, CEO der Apcoa Parking Group, der für das Unternehmen als Betreiber in der Aufrüstung der Parkplätze mit E-Ladestationen und anderen urbanen Dienstleistungen „ein erhebliches Umsatzpotenzial“ sieht. Im Einklang mit der Verpflichtung des Unternehmens zur Klimaneutralität soll die Ladeinfrastruktur von Apcoa vollständig mit grüner Energie betrieben werden.

„Wir glauben fest an die Zukunft der Elektromobilität“

In diesem Kontext ist die Entscheidung des Europäischen Parlaments, den Verkauf von Neuwagen mit Verbrennungsmotoren ab 2035 zu verbieten, eine äußerst wichtige Entwicklung. Eine aktuelle Studie des Marktforschungsunternehmens Dynata bestätigt: Verbraucher sind zunehmend bereit, auf ein Elektroauto umzusteigen – auch in Ländern, die sich in dieser Hinsicht bisher eher zurückhaltend gezeigt haben. So äußerten 64 Prozent der Befragten in Deutschland Interesse am Kauf eines Elektro- oder Hybridfahrzeugs.

Außerdem haben zahlreiche Länder bereits Vorschriften erlassen, die vorsehen, bis zu 30 Prozent der öffentlichen Parkräume mit Ladestationen für Elektroautos auszustatten. Diese Vorschriften müssen in den nächsten Jahren umgesetzt werden. Hier will Apcoa mit seinen Kunden, den Eigentümern der Parkflächen, partnerschaftlich zusammenarbeiten. Ziel sei es, diese Ladevorrichtungen einzuführen, die Energienetze im Bedarfsfall nachzurüsten und so den Nutzern von E-Autos ein optimales Ladeerlebnis zu bieten, das ihren Bedürfnissen und der erwarteten Parkzeit entspricht.

Stand heute stehen in den von Apcoa betriebenen Parkhäusern gut 2500 Ladestationen für Elektrofahrzeuge zur Verfügung. Apcoa geht anhand der an diesen Ladestationen erfassten Daten davon aus, dass mit zunehmender Zahl von E-Autos die Nachfrage danach in naher Zukunft erheblich weiter steigen wird. Das Geschäft, das durch diese neue Ladeinfrastruktur generiert wird, harmoniert mit dem Kerngeschäft von Apcoa, dem klassischen Parken. Es bietet den Nutzern einen attraktiven Zusatznutzen und ergänzt das Angebot an zusätzlichen Dienstleistungen in den Bereichen urbane Logistik, Mobilität und Technologie. Das Angebot wird standortbezogen unter der Marke Apcoa Urban Hubs bereitgestellt.

Wir glauben fest an die Zukunft der Elektromobilität, die einen wichtigen Beitrag zur Net-Zero-Strategie leisten wird. Deshalb schaffen wir die notwendige Infrastruktur und leisten damit unseren Beitrag zum Erreichen der internationalen Dekarbonisierungsziele. Als Unternehmen streben wir nach einer nachhaltigen Gestaltung unseres Wachstums, um eine lebenswerte und grüne Zukunft zu schaffen. So haben wir in den vergangenen Jahren fortlaufend an der Umsetzung zahlreicher ESG-Maßnahmen gearbeitet und unsere Nachhaltigkeitsaktivitäten in einem konzernweiten ESG-Programm gebündelt. Dabei orientieren sich alle Maßnahmen an der UN-Global-Compact-Vereinbarung, die Apcoa unterzeichnet hat“, so Op de Beeck.

Quelle: Apcoa – Pressemitteilung vom 29.09.2022

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Juergen:

warum sind die DC-Ladesäulen nicht dort, wo man mit dem Auto auch fährt? – Weil Tank & Rast den Betreibern die Errichtung einer Ladesäule untersagt. Wahrscheinlich, um horrende Pachtforderungen durchzusetzen.

matthias.geiger@t-online.de:

Auf den Punkt gebracht, sehrgut. EnBW geht hier mit gutem Beispiel voran mit Ladestationen an Tankstellen z.B. Aral usw. Gut dass hier auch über die ADAC/EnBW Ladekarte/App eine Alternative zu Ionity entsteht, die möchten die „Otto Normalverbraucher“ außen vor lassen oder abkassieren.

matthias.geiger@t-online.de:

Das doppelte Abkassieren von APCOA über die Parkgebühren und das E-Tanken wird der Verbraucher nicht lange mitmachen.Ich meide bereits jetzt schon Ladestationen in Parkhäusern. Zum Sprit tanken fahre ich in der Stadt ja auch nicht ins Parkhaus.Achtung, wenn das so weiter geht wird die E-Mobilität ausgebremst. Oder möchte die FDP die E-Mobilität ab 100.000 Euro aufwärts und 250 km/h über die Autobahn ? Dann muss sie das so sagen. Naja in NRW sind sie ja schon rausgeflogen.

Otto Gilnhammer:

Auch ich glaube fest an die Zukunft der Elektromobilität. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur ist daher unerlässlich.
Ich glaube aber nicht, dass es der richtige Weg ist, wenn Parkhäuser, Einkaufscenter und „Hinterhöfe“ etc. mit Ladesäulen ausgestattet werden.
Entscheidend ist der Ausbau der Ladesäulen an ALLEN Autobahnraststätten/Tankstellen und auch an ALLEN Tankstellen auf Landstraßen und auch im urbanen Bereich.
Warum für die Ladeinfrastruktur andere Konzepte gesucht werden, ist für mich nicht nachvollziehbar..
Seit eineinhalb Jahren fahre ich ein E-Auto, lade meist an der heimischen Wallbox (mit PV-Anlage)
Wenn ich unterwegs laden möchte, bin ich gezwungen, mit Hilfe der Apps oder des Navis meist von der Autobahn abzufahren und in Städten/Orten in Hinterhöfen oder bei „McDonalds“ die Ladestellen zu suchen. Ich frage mich dabei immer wieder, warum sind die DC-Ladesäulen nicht dort, wo man mit dem Auto auch fährt?
Die Positionierung der Tankstellen beruht doch auf jahrzehntelange Erfahrung und hat sich bewährt.
Natürlich: Heimische Parkgargen, Firmenparkplätze etc. sollten mit AC-Ladesäulen ausgestattet werden.
Die konzeptionslose Ladeinfrastruktur muss ebenso gestoppt werden wie das konzeptionslose Zahlsystem. Dieser ungesteuerte Wildwuchs muss zwingend durch eine vernünftigen Planung mit klaren rechtlichen Vorgaben ersetzt werden.

David:

Ich denke, APCOA hat die Chance nicht verstanden, wenn sie zumeist nur den Landlord spielen.

Gerade in ihren Parkhäusern an Flughäfen bietet sich eine Differenzierung an: DC am Kurzparker und AC mit Lastmanagement im Dauerparker. Ja, den DC könnte man in fremde Hände geben. Aber warum? Man kann ja viel mehr Wertschöpfung betreiben, wenn man das Geschäft selber macht. Und im Dauerparker wäre eine Steuerung über das Rückflugticket oder eine Online Reservierung von Parkplatz und Ladeplatz sinnvoll, was man selber in die Hand nehmen muss. Wenn man an jedem Ladeplatz nur Dosen installiert und das Ladekabel der Autofahrer mitbringen muss, spart das richtig Geld. Dafür darf Parken und Laden richtig was kosten. Denn wer dort parkt, hat Geld. Sparfüchse und Hungerleider nerven andere, sie zu bringen oder zu holen.

Aber auch die anderen Parkhäuser von ihnen dürften mit Lastmanagement und Steuerung des Ladevorgangs über das Parkticket besser aufgestellt sein als wenn man nur Miete von Säulenbetreibern kassiert.

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