Zeekr strebt Börsenbewertung von fast 5 Mrd. Euro an

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Zeekr

Maria Glaser
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  —  Lesedauer 3 min

Vor wenigen Tagen gab die Zeekr Intelligent Technology Holding bekannt, dass sie beim Börsengang in den USA eine Bewertung von bis zu 5,13 Milliarden Dollar anstrebt – umgerechnet knapp 4,76 Milliarden Euro. Durch den Verkauf von 17,5 Millionen American Depositary Shares (ADS) würde das Tochterunternehmen von Geely umgerechnet über 340 Millionen Euro einnehmen, wie Reuters berichtet.

Mit dem Börsengang in den USA, den Zeekr plant, geht das Unternehmen laut Reuters den ersten größeren Börsengang eines chinesischen Unternehmens seit über zwei Jahren an. Zwischen den USA und China gibt es jedoch derzeit Spannungen, sowohl im Bezug auf Handel und geistiges Eigentum als auch hinsichtlich politischer Fragen, wie die Zukunft Taiwans. Bereits seit Jahren nimmt die chinesische Regierung großen Einfluss auf die Führung der Unternehmen und subventioniert diese, um sie auf dem globalen Markt für Elektroautos zu stärken.

Die Nachfrage nach chinesischen Unternehmen bei Anlegern der US-Börse könnte also geringer ausfallen, als von Zeekr erhofft. Nach Angaben des Technologieunternehmens Dealogic haben sechs US-Börsengänge chinesischer Unternehmen im ersten Quartal 2024 mit umgerechnet knapp 43,5 Millionen Euro nur etwas mehr als ein Zehntel des gleichen Zeitraums im Vorjahr eingebracht.

Zuletzt hielten sich chinesische Unternehmen u. a. aufgrund der langjährigen regulatorischen Konflikte zwischen den USA und China mit US-Börsengängen zurück. Nun unterstützt Peking solche Notierungen wieder, nachdem China im Dezember 2022 einen Streit mit der US-Bilanzaufsichtsbehörde beilegen konnte.

US-Börsengang von Zeekr

Nun plant das chinesische Unternehmen Zeekr also einen Börsengang in den USA und strebt eine Bewertung von bis zu 5,13 Milliarden Dollar an, was umgerechnet knapp 4,76 Milliarden Euro entspricht. Nach einer Finanzierungsrunde im Februar des letzten Jahres wurde der Hersteller mit 13 Milliarden Dollar bewertet.

Umgerechnet mehr als 340 Millionen Euro wolle das Unternehmen einnehmen durch den Verkauf von 17,5 Millionen ADS, deren Preis bei umgerechnet zwischen 16,70 und 19,50 Euro pro Stück liegt. Einige Aktionäre und Drittinvestoren, wie der chinesische Hersteller Geely Auto, das israelische Unternehmen Mobileye und der ebenfalls chinesische Batteriegigant CATL haben bereits Interesse an den ADS des Unternehmens bekundet. Zu den Underwritern des Börsengangs gehören die Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley.

Börsengänge des Geely-Konzerns

Die Notierung von Zeekr an der Börse würde die Anzahl von börsennotierten Autounternehmen erweitern, die sich im Besitz des Konzerns Geely befinden. Die Muttergesellschaft von Volvo Cars sowie Polestar Automotive besitzt außerdem die Sportwagenmarke Lotus, die sich auf Elektroautos im Luxussegment spezialisiert. Lotus ging Anfang des Jahres ebenfalls an die US-amerikanische Börse.

Quelle: Reuters – China’s Zeekr seeks up to $5.13 bln valuation in US IPO

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Maria Glaser

Maria Glaser

Aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich kommend, verbindet Maria Glaser bei Elektroauto-News.net seit 2023 ihre Liebe zum Text mit fachlichen Inhalten. Seit ihrem Studium in Berlin und Wien arbeitet sie im Bereich Lektorat, Korrektorat und Content Writing, vor allem zu Mobilität.

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Roman L.:

Mit 1,31 Millionen Autos/Verkäufen 2023 war und ist Geely Auto deren Brot und Butter. Finanziell ist es Volvo – damit wird vorwiegend dem Westen das Geld aus den Taschen gezogen. Dann darf man sich auch div. Spaßfirmen gönnen. Melken, solang es geht. Den eigenen Leuten erschwingliches anbieten.

Spiritogre:

Zeekr verkauft aktuell 120.000 Autos im Jahr. Weniger geht bald nicht mehr.

Der Anteil neu verkaufter „EV“ in China beträgt 23,7 Prozent, davon sind 70 Prozent BEV.

In China fahren fast 500 Millionen Autos, davon knapp 300 Millionen Pkw. Pro Jahr werden aktuell etwa 5 Millionen E-Autos verkauft. Tendenz steigend, d.h. es gibt vielleicht 30 Millionen E-Autos von insgesamt halt knapp 300 Millionen…

Also da muss man schon sehr die Verbrennerautos aus seinem Blick nehmen um zu glauben, dass da alles voll mit E-Autos ist.

Gregor:

Geely hat eine tolle Strategie. Alle Sub Marken agieren ziemlich eigenständig und probieren sich in allen möglichen Verfahren der Produktion und Technologie aus. Gleichzeitig entsteht ein Modell Mix aus verschiedenen Fahrzeugen. Am Ende werden sich die besten Submarken durchsetzen und haben das Beste am Markt.
Zeekr ist technologisch derzeit Top Klasse und verkauft in China massig Fahrzeuge. Europa kommt Mitte 2024 dran. Wer nicht kapiert, das in China derzeit der Takt angegeben wird, der hat den aktuellen Markt noch nicht verstanden.
In China sind die Städte voll mit BEVs.

Spiritogre:

Was mich immer irritiert, die ganzen hochgelobten E-Auto Marken aus China sind am Ende alles kleine Fische, egal wie hoch sie gejublet werden. Die meisten Firmen produzieren keine oder um 200.000 Autos im Jahr, darunter bekannte Namen wie Nio, MG oder XPeng. Ausnahmen sind so ein wenig BYD und Geely mit ca. 3 Millionen Autos über alle ihre Marken, wobei sowas wie Polestar auf nur 55k Autos kommt und bei Zeekr, Lotus, Smart, Lynk oder Proton sind es auch nicht mehr, Geelys Brot und Butter Marke ist Volvo mit 700.000 Verkäufen.

Die Nummer 1 in China produziert 5 Millionen Autos im Jahr, das ist schon eine andere Hausnummer. Deren hauptsächlich in Europa präsente Elektro-Vorzeigemarke MG verkauft aber auch nur wenig über 100.000 im Jahr und man hört ständig über die. Das Problem bei SAIC ist, dass die angeblich zwar 2 Millionen NEV (der 5 Millionen insgesamt) über alle Marken aber wie bei BYD eben NEV sind und nicht BEV.

Dabei ist zu beachten, BYD und Co. verkaufen 90 Prozent ihrer Fahrzeuge in China und nur knapp die Hälfte der NEVs sind BEVs.
Auch GWM oder Chery verkaufen sehr viele Verbrenner bei einer Gesamtkapazität von je 2 Millionen im Jahr.

Und egal wie groß der Markt in China ist, die Autos kosten dort eben auch nur die Hälfte, d.h. der Reingewinn pro verkauftem Auto ist winzig. Es hilft natürlich, dass die chinesische Regierung den Wert ihrer Währung bestimmt aber trotzdem macht das die ganzen kleinen überall immer wiedergekäuten China Marken nicht zu riesigen Playern im Automarkt.

Tandeky:

Das fegt genauso in die Hose wie Lordstown, Faradey Future oder Aiways, Hiphi .

Polestar wurde schon wegen Milliardenverlusten von der Tochtermarke Volvo an die Muttergesellschaft Geely verkauft, da Milliardengrab.

Lotus ist ein Scheintoter seit 30 Jahren. Wann wurden die letzten Lotus in Grosserie gebaut? Ende der 1970er in Uk?

2 Generationen kennen nicht mal die Marke.

Und Lotus stand für Sprtwagen und nicht für SUV Kübel.

Zeekr klingt wie eine Krankheit aber nicht wie ein tolle Marke für was eigentlich? Beliebig austauschbare SUVs die eh alle gleich aussehen?

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