XPeng startet europäische Expansion in den Niederlanden und in Schweden

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XPeng Motors

Iris Martinz
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Nachdem sie China bereits zum größten E-Auto-Markt der Welt gemacht haben, drängen chinesische Hersteller jetzt auf den europäischen Markt, auch weil der chinesische Markt bereits schrumpft. XPeng – Chinas größter E-Auto-Produzent – hat kürzlich Händlerverträge in den Niederlanden und in Schweden unterzeichnet. Geplant sind vollautomatische Showrooms und ein integriertes Händler- und Servicenetzwerk über lokale Partner. Noch diese Woche soll der erste Showroom eröffnet werden, der erste außerhalb Chinas. Mit dem G9 hat XPeng erst kürzlich sein inzwischen viertes Modell nach dem G3, P7 und P5 vorgestellt, ein „Smart-SUV-Flaggschiff“ mit 800 Volt-Batterie und extrem hoher Ladeleistung.

In den Niederlanden hat XPeng mit der Emil Frey Nederland NV einen der größten Autohändler Europas als Partner gewählt. Der soll den lokalen Verkauf und das Servicenetzwerk für XPeng Fahrzeuge aufbauen und die Markenstores managen. „Die Kooperation mit Emil Frey ist die erste für XPeng in Europa und markiert einen wichtigen Meilenstein„, wird XPeng in der Pressemeldung zitiert. XPeng-Kunden profitieren so vom etablierten Service- und Auslieferungsnetzwerk des europäischen Großhändlers, und von einheitlichen online und offline Preisen. Der erste Shop soll übrigens im März im Westfield Shopping Center in der Nähe von Den Haag eröffnen.

XPengs Partner in Schweden wird Bilia sein, der größte Autohändler in Schweden mit 58 Autohäusern und 66 Servicezentren. Dort werden auch die XPeng Fahrzeuge verkauft und serviciert, fürs erste in Stockholm, Göteborg und Malmö. In Schweden wird bereits diese Woche der erste Showroom eröffnet, ebenfalls in einem Westfield Shopping Center in Stockholm.

Im E-Auto-Musterland Norwegen werden XPeng-Fahrzeuge bereits seit 2020 verkauft. In der Zwischenzeit wurden hingegen Marketing, Verkauf, Auslieferung und Service deutlich verbessert.  „In Europa startet unsere weltweite Reise. Wir arbeiten mit lokalen Top-Playern zusammen, um gemeinsam die Energieeffizienz des Verkehrs zu steigern, Emissionen zu reduzieren und Europa zu elektrifizieren„, erläutert He Xiaopeng, CEO und Vorstandssprecher von XPeng. Europa wurde für die Expansion ausgewählt, weil es hierzulande ein hohes Interesse und Kaufbegeisterung für E-Autos gibt, die von staatlicher Seite und durch den Aufbau der Ladeinfastruktur unterstützt wird. Das passe perfekt zum Digitalisierungsansatz von XPeng, der schnellen Entwicklung von Produktfeatures, dem hohen Qualitätsstandard und der operativen Effizienz. Ziel ist es, die Hälfte aller XPeng-Autos außerhalb von China zu verkaufen.

Konkurrent NIO ist bereits seit Oktober letzten Jahres in der norwegischen Hauptstadt Oslo vertreten und verzeichnet schon namhafte Verkäufe seines ES8 SUVs. Als nächstes stehen Deutschland, die Niederlande, Schweden und Dänemark auf dem Programm, wie NIOs CEO William Li bei einem Event im Dezember verlauten ließ. Bis 2025 möchte man in 25 Ländern weltweit vertreten sein. Beide chinesische Start-ups wachsen stark, zuletzt im zwei- bis dreistelligen Bereich jedes Monat.

Elektromobilität hat in China oberste staatliche Priorität, man hofft auf einen ähnlichen weltweiten Erfolg, wie ihn die japanischen und koreanischen Autobauer in den letzten 40 Jahren erzielt haben. Eines Tages möchte man sogar der größte Autobauer in den USA werden, dieses Ziel hat Toyota erst kürzlich erreicht. Die Tage als Billiglohnfertiger für Plastikspielzeug sind eindeutig gezählt.

Quelle: cnevpost.com – XPeng announces plans to enter Netherlands and Sweden in major European expansion

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Iris Martinz

Iris Martinz

Iris Martinz ist Unternehmens- und E-Mobilitätsberaterin in Österreich, mit langjähriger Erfahrung im Recycling und Second Life von E-Mobilitätsbatterien. Fährt sowohl rein elektrisch, als auch V8, und möchte die beiden Welten etwas näher zusammenbringen. Nachzulesen unter www.mustangsontour.com.

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