Warum Aiways sein Standing als Start-up als vorteilhaft erachtet

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Aiways

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Der in Shanghai ansässige E-Auto-Hersteller Aiways erklärt die Vorteile als Start-up während der aktuellen E-Revolution in der Automobilindustrie. Die Elektroauto-Ära hat Möglichkeiten für neue Marktteilnehmer geschaffen, sowohl Start-ups als auch Tech-Giganten haben die Chance, sich in einer der am härtesten umkämpften globalen Branchen zu profilieren, so Aiways in einer aktuellen Mitteilung.

Aiways wurde 2017 mit dem Ziel gegründet, chinesische Fertigung und internationales technologisches Know-how zu kombinieren, um eine Familie von Elektroautos zu entwickeln, die auf der europäischen Bühne bestehen können. Sein erstes Produkt, der SUV U5, wurde 2019 auf den Markt gebracht und war ein Jahr später das erste Elektroauto der Chinesen, das nach Europa exportiert wurde.

Die etablierten Hersteller haben Einschränkungen und Erwartungen, während die neuen Unternehmen den Vorteil haben, dass sie sein können, was sie wollen“, sagt Alexander Klose, Vice President of Overseas Operations von Aiways. „Als Start-up konnten wir uns die besten Experten aussuchen, die uns bei jedem Schritt unterstützen. Wir haben mit globalen Partnern zusammengearbeitet, um eine Reihe firmeneigener Technologien zu entwickeln, die uns trotz unseres jungen Alters einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz verschaffen.“

Aiways hat sich dafür entschieden, eine eigene, rein elektrische Plattform zu entwickeln, anstatt auf eine bestehende Verbrenner-Plattform aufzubauen. „Die Herausforderung bestand darin, eine leichtgewichtige Plattform zu schaffen, die die Leistung von Elektroautos gewährleistet und gleichzeitig eine möglichst sichere Struktur aufweist“, so Zhang Jie, Chief Technology Officer von Aiways.

Das Ergebnis war die MAS-Plattform (More Adaptable Structure), die weltweit erste Plattform, die oben Stahl und unten Aluminium verwendet. Die wichtigsten Verbindungen der unteren Karosserie sind aus einteiligem Aluminiumguss gefertigt, um die Steifigkeit der Karosserie zu gewährleisten, während bei anderen Teilen die Festigkeit im Vordergrund steht. „Nehmen wir als Beispiel den Stoßdämpferturm. Er ist an seiner dünnsten Stelle nur 2,5 Millimeter dick und damit extrem schwer zu formen. Eine intensive Suche nach den weltweit besten Präzisionsherstellern führte Aiways bald zu einer Lösung“, fährt Zhang Jie fort. Die Zukunft für neue Aiways-Modelle sehe vielversprechend aus, da die MAS-Plattform für verschiedene Karosserieformen und Antriebskonfigurationen verwendet werden könne.

Aiways war mit seinem Ziel einer leichten Plattform so erfolgreich, dass der U5 mit einem Aluminiumanteil von 52 Prozent laut eigener Aussage einen neuen Maßstab setze. Das Gewicht der Rohkarosserie werde im Vergleich zu Verbrennern um 50 Kilogramm reduziert, was die Effizienz von Elektroautos verbessert.

Parallel zur Entwicklung der Aiways-eigenen Plattform arbeitete das Ingenieurteam an einem Sandwich-Batteriepaket. Nasse und trockene Bereiche der Batterie sind so voneinander getrennt, damit sichergestellt ist, dass selbst bei einem extremen Aufprall kein Kühlmittel in das Modul fließt und Probleme verursacht. Für zusätzlichen Schutz befindet sich zwischen der Kühlschicht und dem Gehäuse ein 15 Millimeter großer Sicherheitsabstand.

Aiways-Elektroauto-U6
Aiways

Aiways löste sich zudem von der traditionellen getrennten Struktur von Motor, Getriebe und Steuergerät und entwickelte einen integrierten Drei-in-Eins-Motor, der nicht nur die Raumnutzung verbessert, sondern auch das Gesamtgewicht des Fahrzeugs reduziert. Das elektrische Drei-in-Eins-System von Aiways ist laut eigener Aussage 15 Prozent kleiner (nur 69 Liter), zehn Prozent leistungsstärker (über 3,5 kW/kg) und dreht rund 25 Prozent höher (16.000 U/min) als vergleichbare Antriebsstränge.

Im Verlauf des Jahres 2022 wird Aiways seine Produktpalette mit der Einführung des SUV-Coupé U6 erweitern. Dieses zweite Modell soll den Bekanntheitsgrad von Aiways erhöhen und noch mehr europäische Kunden für den Umstieg auf die Elektromobilität gewinnen.

Quelle: Aiways – Pressemitteilung vom 04.05.2022

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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