VW: Konzern und Marke schaffen CO2-Ziele der EU

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Volkswagen

Wolfgang Plank
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Volkswagen hat deutliche Fortschritte beim Klimaschutz erzielt. Das geht aus Mitteilungen des Konzerns hervor. Bei den verkauften Neuwagen wurden demnach 2021 die angepassten CO2-Flottenziele der EU sowohl im Gesamtkonzern als auch in der Kernmarke eingehalten. Im Jahr 2020 hatte die Gruppe in der Summe die Vorgaben noch knapp verfehlt, während die Hauptsparte VW Pkw sie schon erfüllte.

Wie es hieß, lag der durchschnittliche Ausstoß in den EU-Staaten nach vorläufigen Zahlen bei 118,5 Gramm je gefahrenem Kilometer. Das ist etwa zwei Prozent unterhalb der für den Konzern geltenden Schwelle von 120,8 Gramm. Ein direkter Vergleich mit den Vorjahreswerten ist allerdings kaum möglich, weil 2020 noch das System NEFZ für die Ermittlung der Emissionen galt. Die aktuellen Zahlen basieren hingegen auf dem WLTP-Standard. Zudem war Großbritannien 2021 nicht mehr in der EU. Die finale Bestätigung durch die EU-Kommission steht noch aus. Bentley und Lamborghini werden nach Unternehmensangaben einzeln bewertet und sind deshalb nicht berücksichtigt.

Im abgelaufenen Jahr hat der Konzern in der EU inklusive Norwegen und Island nach eigenen Angaben 472.300 E-Fahrzeuge ausgeliefert – das sind 64 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Anteil der batterieelektrischen Fahrzeuge (BEV) und Plug-In-Hybride (PHEV) an den Gesamtauslieferungen stieg auf 17,2 Prozent (2020: 10,1 Prozent). Damit sei der Konzern im BEV-Segment mit rund 25 Prozent Anteil in Europa klarer Marktführer.

Unsere konzernweite Elektro-Offensive hat letztes Jahr mit zahlreichen attraktiven neuen Modellen weiter deutlich an Fahrt gewonnen“, sagt Vertriebschef Christian Dahlheim. „Fast jedes fünfte in Europa ausgelieferte Fahrzeug hatte einen Stecker, mehr als die Hälfte davon fährt vollelektrisch.“ Bis 2030 soll der Anteil vollelektrischer Fahrzeuge in Europa auf 60 Prozent steigen. So will die Marke Volkswagen die bereits vorgestellten SUV-Coupés ID.5 und ID.5 GTX sowie den ID.Buzz einführen. Darüber hinaus startet Škoda mit dem Enyaq iV Coupé, Cupra weitet das Angebot beim Born aus, Audi bringt den aufgewerteten e-tron und Porsche kommt mit neuen Varianten des Porsche Taycan. Bis 2025 verfolgt der Konzern das Ziel, weltweit führender Elektro-Anbieter zu werden. Von 2022 bis 2026 sind daher rund 52 Milliarden Euro Investitionen in die E-Mobilität und weitere rund 8 Milliarden Euro für die Hybridisierung geplant.

Noch deutlicher hat die Kernmarke VW die Zahlen für 2021 geschafft. Die Pkw-Neuwagenflotte in der EU erreichte nach Werksangaben einen Durchschnittswert von 113 g/km – das gesetzliche CO2-Ziel lag für die Marke bei 119 g/km. „Die erneut deutliche Übererfüllung unserer CO2-Ziele zeigt, wie schnell und konsequent wir mit unserer Strategie beim Thema Nachhaltigkeit und der Transformation Richtung E-Mobilität vorgehen“, so VW-Chef Ralf Brandstätter. „Wir leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Pariser Klimaziele.

Im zurückliegenden Jahr lieferte Volkswagen nach eigenen Angaben weltweit mehr E-Autos aus als je zuvor: In Summe wurden mehr als 369.000 E-Autos (+73 Prozent) übergeben – davon rund 106.000 PHEVs (+33 Prozent) sowie 263.000 vollelektrische Fahrzeuge (+97 Prozent). Bis spätestens 2050 will Volkswagen bilanziell klimaneutral sein. Als Zwischenziel sollen die CO2-Emissionen pro Fahrzeug in Europa bis 2030 um 40 Prozent sinken (Basis: 2018). Auch die Herstellung einschließlich der Lieferketten sowie der Betrieb von E-Autos sollen bilanziell klimaneutral gemacht werden.

Quellen: Volkswagen – Pressemitteilungen Konzern und Marke vom 24. Januar 2022

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Wolfgang Plank

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Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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Anonymous:

Stimmt, da war VW wohl bei der „Verbrüderung“ mit chinesischen BEV Herstellern „klüger“

Peter:

Mir fällt spontan Ford ein. Und Stellantis (Abteilung: Fiat/Crysler). Wie wäre es mit GM? Vielleicht auch Honda und Suzuki? Oder Daimler?

Anonymous:

Ich bin gespannt wer dann bei Tesla in Q4/21 für über 300 Millionen Dollar CO2 Zertifikate kaufen mußte – aber das war natürlich wieder keiner der üblichen Verdächtigen ;-)

Tobi:

Wenn man weiss wie genau VW es mit Zahlen nimmt, dann erstaunt es mich nicht. Objektiv gesehen ist VW mit all den Hybridchen natürlich kläglich gescheitert. Aber man tut ja nicht mehr, als man muss.

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