Volkswagen kritisiert 79-Cent-Tarif von Ionity

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Michael Neißendorfer
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Obwohl Volkswagen als Joint-Venture-Partner von Ionity seine Kunden günstig an den Säulen des Schnelllade-Konsortiums Strom tanken lassen kann, kritisiert der Hersteller das neue Tarifmodell des Anbieters: Wer das „falsche“ Elektroauto fährt und keinen passenden Ladevertrag hat, muss seit Februar für eine Kilowattstunde Strom 79 Cent bezahlen — einmal vollladen kann deshalb mit einem großen Akku schnell mehr als 60, 70 Euro kosten. Zuvor kostete ein Ladevorgang pauschal 8 Euro. Viele Elektroauto-Fahrer meiden seitdem die Ionity-Säulen, auch einige Roaming-Partner hat Ionity bereits verloren.

Zwar laden VW-Kunden im Vielfahrertarif für 33 Cent mit einer monatlichen Grundgebühr von 9,90 Euro, ansonsten für 55 Cent und somit günstiger. Und Kunden der weiteren Ionity-Partner BMW, Daimler und Ford laden zu preiswerteren Konditionen. Trotzdem ist VW „gar nicht glücklich“ über die 79 Cent für Spontanlader, wie Silke Bagschik, Leiterin Vertrieb und Marketing e-Mobility der Marke Volkswagen, einem Medienbericht zufolge sagte. Den Preis empfinde sie als „eindeutig zu hoch“, er konterkariere die positive Entwicklung der Elektromobilität in Deutschland, die momentan sehr viel Rückenwind erfahre, weil sowohl Privat- als auch Flotten- und Geschäftskunden immer mehr die Vorteile von Elektroautos erkennen und für sich nutzen möchten. Zudem bringen immer mehr Hersteller neue Elektroautos zu immer günstigeren Verkaufspreisen in ihre Showrooms.

Bagschik geht allerdings davon aus, dass sich die Strompreise an den Schnellladern auch bald wieder „normalisieren“ dürften. Unter anderem weil mit der wachsenden Zahl von Elektroautos auch die Auslastung der Säulen steigt und somit auch die Erlöse der Betreiber, welche mit der Errichtung der Standorte massiv in Vorleistung gegangen sind.

Quelle: Electrive — Volkswagen kritisiert neues Tarifmodell von Ionity

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Michael Neißendorfer

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Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Andreas E.:

Solange mit den Subventionen keine Auflagen verbunden sind wie der Strom zu verkaufen ist, kann Ionity machen was Sie wollen.
Für den Durchbruch der e-Mobilität mag das sicherlich kein Vorteil sein, da wie schon mehrfach erwähnt der „normale“ Verbrenner-Fahrer sich in seiner Meinung der e-Autos bestätigt fühlt. Mittelfristig wird sich die e-Mobilität aber durchsetzten und dann kommen mit der Nachfrage auch Konkurrenten auf dem Markt und der Preis reguliert sich von selbst.
Und selbst wenn es nicht so wäre, wenn betrifft es denn hauptsächlich, nicht den Privatfahrer sonder eher die Vertreter und deren Ladekosten werden von den Firmen übernommen. Ein Privatfahrer fährt i.d.R. nicht mehrmals wöchentlich 400 oder mehr km am Stück und für die paarmal im Jahr wo man jemanden weiter weg besucht oder in den Urlaub fährt kann man entweder viel Zahlen weil es egal ist – ähnlich den Raststätten auf den Autobahnen – oder man lädt abseits in den Städten.

Andreas E.:

Ich lade mein e-Auto zu Hause in der Garage mit eigenen PV-Strom und niemand weiß das ich es getan habe, während Sie beim Tanken von den Überwachungskameras erfasst werden ;)

Matthias G.:

Das Thema Strompreise an Ladesäulen ist ganz einfach. Ich tanke häufig in der Niederlande. Die zeigen wie es geht. Zwischen 9 Ct/kWh und 29 Ct/kWh.

Einfach bei Ionity nicht tanken, ob mit oder ohne Ladekarte. Nur so können wir die Preise beeinflussen.

Im Übrigen darf es keine Rolle spielen, wer tankt. Die Ladesäulen wurden von unseren Steuergeldern subventioniert. Ich freu mich schon auf die nächsten Gerichtsurteile.

Rolf Leutwiler:

50c auf der AB wäre ok, alles darüber grenzt an Wucher. Erst recht weil die Zuverlässigkeit einiger HPC trotz diesen Preisen doch zu wünschen übrig lässt. Abgesehen davon fehlt es an der Menge der Lader.
Z.B. Hilpoldstein: 4 HPC, ein Triple und 12 Tesla SuC.
Wie soll eMobilität in Deutschland etwas werden, wenn sich der Rest der Herstellerwelt 4 komplizierte und teure Innogy Säulen teilen muss?

Jürgen:

Leute fahrt Tesla, und zeigt den deutschen Herstellern wie es gehen kann. Mir sind Spaltmaße die eben nicht zu 100% korrekt sind allemal lieber als Abgasschummel-Autos! Ich kann die Stinker vor mir nicht mehr riechen. Und 1000km fährt kein Mensch am Stück! Das ist einfach dummes Zeug, wie ist die durchschnittliche Geschwindigkeit um den Verbrauch zu erreichen? Ca. 120km/h, somit über 8 Stunden. Wenn ich nach 400km laden muss, gehe ich eine Kleinigkeit essen und mache somit eine Pause. Im Notfall lade ich (ist noch nie vorgekommen) eben woanders, aber ganz bestimmt nicht bei Ionity. Tesla hat eben das beste Netz.
Der E-Techniker (E-Smart für die Stadt, Tesla Model S für die Strecke)

Hiker:

Das ist ja toll! Statt sich gemeinsam gegen solche Gauner und Abzocker wie Ionity zur Wehr zu setzen fangen Leute wie Sie an einen Krieg gegen andere Automarken anzuzetteln. Es sind nämlich nicht nur Teslafahrer die hier abgestraft werden sollen, sondern praktisch jeder der kein Fahrzeug des Konsortiums fährt. Jeder hat mit seinen Steuergeldern an Ionity bezahlt! Nicht damit Audi und VW Fahrer exklusiv dort für wenig laden können! Teslafahrer haben die Infrastruktur mit dem Kaufpreis ihrer Fahrzeuge die Teslaeigene Infrastruktur mitbezahlt und keine Fördergelder vom Steuerzahler erhalten. Nur damit das mal klar ist.

Hiker:

Es geht nicht darum, dass andere Anbieter auch etwas verlangen. Letztlich ist die ganze Technik noch sehr neu und alle Marktteilnehmer sind daran auszuloten welche Tarife der Markt akzeptiert. Der Markt das sind wir, die wir Elektroautos fahren. Also müssen wir dafür sorgen, dass die Ladesäulenbetreiber erkennen, dass wir solche Auswüchse wie bei Ionity nicht akzeptieren! Das ist in der jetzigen Phase wichtig! Weil wir, wenn sich solche Tarife etablieren, nichts mehr dagegen tun können. Halten wir zusammen und wehren wir uns dieses eine mal Gemeinsam gegen diese schamlose Abzockerei!

IOn Fahrer Wenner:

Hi Felix und Robert, ich las eure unterschiedlichen Argumente mit großem Interesse und finde es spannend und vor allem gut, das ihr sachlich geblieben seit ! Prima ! Für mich gibt IONITY einfach das absolut falsche Marktsignal !

Peugeot Ion Werner:

Da hast du Recht, es gibt viel zu tun, packen wir es an und machen mal pro kreativ Druck ! Vielleicht werden wir es ja noch erleben, das die möglichen technischen Innovationen zum nutzen der E-Mobility marktreif eingeführt werden. Transparenz ist der Schlüssel für Akzeptanz für diese tolle Fortbewegungsform !

Peugeot Ion Werner:

Und deshalb brauchen wir absolute Preistransparenz an den E-Ladesäulen oder per App ! Mir wäre dies als Vielfahrer wichtiger, als einen „geeichten“ Strom zu laden …

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