VDIK-Prognose für 2025: Pkw-Markt soll dank E-Autos wachsen

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Michael Neißendorfer
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Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) rechnet für das kommende Jahr 2025 mit rund 2,85 Millionen Pkw-Neuzulassungen in Deutschland. Der damit erwartete leichte Anstieg baue auf ein starkes Wachstum bei den Elektroautos, so der Verband in einer aktuellen Mitteilung. „Wir gehen optimistisch in das neue Jahr, deshalb beruht unsere Prognose auf der Annahme, dass die neue Bundesregierung bei den Rahmenbedingungen für die Elektromobilität deutlich nachbessern wird. Ohne weitere nennenswerte Anreize für den Hochlauf der Elektromobilität dürften 2025 erneut Zuwächse im E-Auto-Bereich fehlen. Die Folge wäre dann ein Rückgang des Gesamtmarktes auf etwa 2,7 Millionen Pkw“, so die neu gewählte VDIK-Präsidentin Imelda Labbé.

Im Durchschnitt der vergangenen Jahre haben sich die internationalen Hersteller besser entwickelt als der Gesamtmarkt. Ihr Marktanteil ist innerhalb der vergangenen zehn Jahre von 35,9 Prozent 2014 auf 42,6 Prozent angestiegen. Für den Gesamtmarkt rechnet der VDIK bis Ende 2024 mit rund 2,82 Millionen Pkw, das sind etwa 25.000 Autos weniger als im Vorjahr. „Besonders auffällig ist der massive Einbruch bei den batterieelektrischen Fahrzeugen. Diese Entwicklung kommt nicht unerwartet und liegt am plötzlichen Aus der Förderung im Dezember 2023. Damit ist aktuell nur noch jeder fünfte Neuwagen ein batterieelektrischer Pkw oder ein Plug-In-Hybrid“, so der bisherige VDIK-Präsident André Schmidt.

Die verschärften CO2-Flottengrenzwerte dürften allerdings dazu beitragen, dass 2025 E-Autos mit erhöhten Vertriebsanstrengungen in den Markt gebracht werden müssen, um Kunden einen erschwinglichen Einstieg in die Elektromobilität zu ermöglichen. Nach aktuellem Stand geht der VDIK bei Elektroautos für 2025 von 580.000 Einheiten aus. Das sind 200.000 Fahrzeuge mehr als dieses Jahr und damit auch etwas mehr als im Jahr 2023, dem letzten Jahr der Förderung.

Auch Plug-In-Hybride können im Vergleich zum reinen Verbrenner bei entsprechender Nutzung einen spürbaren Beitrag zum Erreichen der CO2-Flottengrenzwerte leisten. Die Zahl der Plug-In-Hybride dürfte 2025 bei 200.000 Fahrzeugen liegen. Der Peak von 360.000 Fahrzeugen aus dem Jahr 2022, dem letzten Jahr der Förderung von Plug-In-Hybriden, kann damit aber nicht ansatzweise erreicht werden.

Unsere Mitgliedsunternehmen werden alle Anstrengungen zum Erreichen der CO2-Ziele unternehmen, wenngleich die Ziele aktuell nicht aus der Kundennachfrage ableitbar sind. Der VDIK fordert die EU-Kommission daher auf, diesen Sachverhalt eng zu verfolgen und eine Belastung der Automobilwirtschaft durch Strafzahlungen zu verhindern. Strafzahlungen würden zu einer weiteren Einschränkung der Investitionen für die automobile Transformation führen. Dies gilt es mit aller Kraft zu verhindern“, so Labbé.

Das Vertrauen in die Antriebstechnik, die wirtschaftliche Leistbarkeit und die Ladeinfrastruktur entscheiden darüber, ob Verbraucherinnen und Verbraucher so schnell wie aktuell für 2025 prognostiziert auf klimaneutrale Antriebe umsteigen können und wollen. Es wird also vor allem von den Rahmenbedingungen abhängen, wie viele batterieelektrische Fahrzeuge im kommenden Jahr neu zugelassen werden. Die Internationalen Kraftfahrzeughersteller haben aktuell bereits mehr als 130 Elektroautos im Portfolio. 2025 werden weitere Modelle im Einstiegssegment ab 25.000 Euro vorgestellt.

Quelle: VDIK – Pressemitteilung vom 04.12.2024

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Stevie:

Das Merz besonders auffällig geworden wäre hinsichtlich „Desinformation“ muss mir wohl entgangen sein oder solche Behauptungen finden ihre Ursache in der bevorstehenden Bundestagswahl. Aiwanger ja und Indra sowieso wie auch Tichy, aber Söder hat gerade erst neue Anreize für den E-Auto-Verkauf gefordert. Er hat immerhin verstanden, dass er dem Autoland Bayern etwas schuldig ist, auch wenn man über die Sinnhaftigkeit von Kaufprämien vortrefflich streiten kann.
Interessant ist übrigens die Darstellung gewisser Kreise, es gebe doch gar kein Verbrennerverbot, schließlich sei der Betrieb mit klimaneutralen Kraftstoffen ja erlaubt. Dabei handelt es sich um einen Aspekt, der erst von der FDP hineinverhandelt wurde, weswegen die FDP aus dem grünen Lager immer angefeindet wurde und wird. Wie scheinheilig!

Peter:

Natürlich muss man auch sagen das die Jahre langen Desinformationkampagnen von VW, Mercedes, Bosch, Shell/ Exxon, AFD, Merz/Söder/Aiwanger, Indra usw. die Deutschen natürlich in ihrerm Hauptleitsatz“ Haben wir schon immer so gemacht !!!“ bestätigt haben und alles Neue böse ist.

Robert:

„Das Vertrauen in die Antriebstechnik, die wirtschaftliche Leistbarkeit und die Ladeinfrastruktur entscheiden darüber, ob Verbraucherinnen und Verbraucher so schnell wie aktuell für 2025 prognostiziert auf klimaneutrale Antriebe umsteigen können und wollen“
Richtig und für die wirtschaftliche Leistbarkeit ist ganz allein die autoindustrie verantwortlich, und für Ladeinfrastruktur sind die Betreiber und die Regierung verantwortlich, dafür das man zu vernünftigen Preisen laden kann.

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