VDA-Präsidentin Müller sieht keine Alternative zu E-Fuels

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Daniel Krenzer
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  —  Lesedauer 3 min

Wenn es um die Bestandsflotte über 2035 hinaus geht, dann sieht Hildegard Müller, Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie, aktuell keine Alternative zu E-Fuels. Das sagte sie in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung. Trotz der wachsenden Konkurrenz aus China sieht die indes die deutsche Automobilindustrie weiterhin als sehr schlagkräftig an: „Wir müssen uns keinesfalls verstecken, unsere Hersteller setzen weiterhin die Standards, ist Müller überzeugt.

Dass China stärker auf vollelektrische Elektroautos setze als Europa sieht die VDA-Präsidentin nicht unbedingt so. „Auch in China fahren nicht nur Elektrofahrzeuge. China ist daher wie der Rest der Welt mit der Aufgabe konfrontiert, dass die Bestandsflotte ihren Beitrag zur klimaneutralen Mobilität leistet“, führt Müller aus. Und dabei könnten E-Fuels weltweit eine Schlüsselrolle spielen. „Ich halte es für unklug, eine Technologie nicht in Erwägung zu ziehen, die uns zusätzliche Optionen sichern kann“, sagt sie. Es sei sicherlich keine Alternative, in Zukunft Millionen Menschen, die noch einen Verbrenner fahren, vom Straßenverkehr auszuschließen.

E-Fuels sind eine Idee für die Zukunft. Ob diese aufgehen wird, wissen wir nur, wenn wir sie austesten“, appelliert Müller. Sie gehe davon aus, dass E-Fuels mit steigenden Produktionsmengen deutlich günstiger werden sollten. Und an alle, die E-Fuels grundsätzlich ablehnen, wendet sie sich mit klaren Worten: „Die Kritiker sollen bitte ihre Alternativen aufzeigen.“

Müller lehnt generelles Tempolimit ab

Trotzdem steht für sie fest: „Die deutsche Automobilindustrie setzt ganz klar auf die Elektromobilität. Von 2023 bis 2027 investiere die deutsche Autoindustrie rund 250 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung, insbesondere für die E-Mobilität. Und weitere 130 Milliarden Euro flössen in den Umbau von Werken. „Die Zahlen zeigen unsere Entschlossenheit, diesen Wandel erfolgreich zu gestalten“, ist Müller überzeugt.

Ein generelles Tempolimit auf Autobahnen lehnt Müller während des Interviews ab und sagt: „Wir setzen uns für digitale Temposteuerungen vor, die je nach Verkehrsdichte und Wetter das Tempo regeln.“ Eine zunehmend wichtige Rolle werde zukünftig das autonome Fahren einnehmen. „Die deutsche Autoindustrie beherrscht diese Technologie und führt den Fortschritt international an“, sagt Müller. Allerdings müssten auf nationaler und europäischer Ebene offene Fragen zu Versicherungen und Datenschutz zügig geklärt werden.

Zudem sprach sie sich für einen enormen Ausbau der erneuerbaren Energien auf – und zwar in einem solchen Maße, dass der Großteil der Bevölkerung offenbar sein Leben in weiten Teilen wie gewohnt weiterleben kann. Denn Müller sagt: „Wir müssen unbedingt vermeiden, Menschen auf dem Weg zum Klimaschutz zu verlieren, wenn wir ihnen immer neue Verhaltensregeln aufzwingen.“

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung – „VDA-Präsidentin im Interview: Autolobbyistin Hildegard Müller: Unsere Hersteller setzen weiterhin die Standards“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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Ernesto 2:

Ich habe da eine einfache Alternative, alle Verbrenner mit einer roten großen Plakette versehen und auf Tempo 90 auf den Autobahnen beschränken. Freie Fahrt bis 130 für alle Elektro-Fahrzeuge. DAS löst das Thema in Minutenschnelle, bringt Milliardeneinnahmen von den Schnellfahrern und alle gehen in die E-Autos. Punkt Ende. Wer 3 Mal zu schnell erwischt wird verliert den Schein. Dann schauen wir mal wie wichtig auf einmal vielen ein E-Auto sein wird!

Matthias Geiger:

Die Dinosaurier waren auch mal die Grössten und Stärksten. Was hat es Ihnen geholfen ?
Die deutsche Autoindustrie setzt auf hochpreisige PKW’s meist über 100.000 Euro.
Ob das reicht um im Markt eine Rolle zu spielen ? In China sicherlich nicht, siehe Ihren Marktanteil weit unter 5 % bei E-Autos.

Jürgen Baumann:

Dann gleich in die Presse.

Michael Neißendorfer:

Der Herr Müller ist eine Frau ; )

Kliko:

Der Herr Müller solle sich schleunigst aus den EFeuls Geschwafel verabschieden denn sie stinken und sind laut wir wollen keine lauten Fahrzeuge mehr und sind teuer

jay:

Gegenfrage:
Glauben Sie wirklich,dass E-Fuels in auch nur annähernd ausreichender Menge produziert werden kann?
Den Preis für den Endverbraucher lassen wir mal komplett aussen vor,
es geht NUR um die Menge,die produziert werden MÜSSTE.
Wenn Sie sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigen, dann WISSEN Sie, dass die Antwort NEIN lautet, sagen sogar die E-Fuels Produzenten.
Ist simple Mathematik.
Man kann nicht GEGEN ein Tempolimit und FÜR E-Fuels sein, das ist komplett schizophren, wenn man heute schon genau weis, dass man gar nicht genug produzieren wird können.
Warum also?
Ganz einfach: Man will Subventionen abgreifen, damit 911er und Co. Fahrer weiter ihre Schüsseln bewegen können.
DIE werden sich den Liter leisten können und wollen kein TL und der Staat , somit wir alle, sollen deren Bedarf auch noch Förden.
Und der kleine Michel fällt auf dieses Märchen rein.

Volker:

Soll das Satire sein?

Robert:

und nicht zu vergessen die vielen Abgase bleiben auch nur der Co2 ausstoss ist neutral aber nur wenn er vorher aus der Luft gefiltert wurde zur Herstelllung der E-fuels und die restlichen 29 verschiedenen giftigen Abgase bleiben nach wie vor. also das ist keine Lösung

Robert:

wer sich 2035 kein e-auto leisten kann der kann sich auch kein e-fuel leisten. und schon heute können H4 empfänger keine Urlaub mit den Flugzeug sich leisten.
Aber keine angst bis 2035 gibt es genug bezahlbare e-Autos vor allem aus China dort gibt es ja den ID3 schon ab 15.160 Euro in der Luxusausstattung schon für nur 19.000 und schon heute wenn die Massenproduktion mal richtig anläuft gibt es Fahrzeuge schon ab 10.000 Euro ist nur noch eine Frage der Zeit. sieh auch dazu die Smart-TV mein chef hatte seinen 55″ Zoll noch sage und schreibe 2.650 Euro bezahlt heute gibt es einen besseren schon um die 400 Euro wird beim E-Auto nicht anders werden die Preise werden deutlich sinken laut Herrn Bratzel könnte der Preiskrieg noch dieses Jahr in Deutschland beginnen und dann purzeln die Preise wie in China schon passiert ist.

Sledge:

Wer, wie Frau Müller und damit der VDA vehement e-fuels fordert, will doch nur verschleiern, dass man gar nicht bereit ist, aus der Produktion von Autos mit Verbrennungsmotoren auszusteigen. Wer Tempolimits ablehnt, dem ist doch auch der CO2 Ausstoß der Bestandsflotte vollkommen gleichgültig. Und was die e-fuels Befürworter immer gerne verschweigen, die Abgas und Lärmproblematik wird mit e-fuels nicht gelöst.

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