Tesla: Neue Lieferanten sollen Probleme mit 4680-Zelle lösen

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Iris Martinz
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Tesla senkt die Preise für seine Elektroautos – daher müssen auch die Batterien billiger werden. Neue Zulieferer aus China und Korea sollen die Probleme mit den 4680-Batteriezellen in den Griff bekommen und Kosten deutlich senken. Damit soll auch der Tesla Cybertruck endlich auf Spur gebracht werden.

Es knirscht im Tesla-Batteriegebälk: Die bisherigen Batterielieferanten konnten offenbar die Vorgaben von Tesla-Gründer Elon Musk hinsichtlich der Performance und Produktionssicherheit der 4680er nicht ausreichend erfüllen. Nicht zuletzt deshalb musste der Produktionsstart des Cybertrucks bereits mehrmals verschoben werden. Musk hat nach Angaben von Insidern daher die chinesische Ningbo Ronbay New Energy und die koreanische Dongshan Precision Manufacturing ins Boot geholt, um Kosten dramatisch zu senken, die Zellperformance zu erhöhen und die Produktionsschwierigkeiten im Produktionswerk in den USA zu lösen. Die koreanische L&F Co. soll außerdem Kathoden mit mehr als 90 Prozent Nickelanteil liefern, die die Energiedichte der 4680er Zellen erhöhen sollen.

Die angestammten Lieferanten LG Energy Solution und Panasonic werden auch weiterhin für Tesla produzieren. Panasonic betreibt im japanischen Wakayama bereits eine Pilotlinie für die 4680-Zellen. Diese soll bis Anfang 2024 die Massenproduktion aufnehmen. LG will im koreanischen Werk in Ochang noch in diesem Jahr starten. Mit den zusätzlichen Lieferanten wird die Lieferkette diversifiziert – und wohl auch eine Konkurrenzsituation zwischen den Lieferanten erzeugt, um Druck aufzubauen. Musk hatte das neue Zellformat bereits 2020 vorgestellt und eine 50-prozentige Kostenreduktion versprochen. Davon ist man wohl noch weit entfernt. Dem Vernehmen nach sind Probleme mit der für die geplante Performance notwendigen Trockenbeschichtung der Anode immer noch nicht gelöst.

Musks Traum: 20 Millionen Fahrzeuge jährlich

Damit soll Musks Traum, bis 2030 20 Millionen Elektrofahrzeuge pro Jahr zu produzieren, in Erfüllung gehen. Zuerst muss aber der Tesla Cybertruck in Produktion gehen. Das ist für Herbst diesen Jahres geplant. Der futuristische Edelstahl-Truck wäre das erste neue Tesla-Modell seit mehr als drei Jahren. Mehrere Batterieoptionen, darunter kostengünstigere Lithium-Eisenphosphat-Zellen, wurden für den Cybertruck überlegt. Nun hat man sich aber offenbar dazu entschieden, die 4680er zu verwenden und den Produktionsstart in den USA abzuwarten. Das berichten zumindest Tesla-Eingeweihte.

Die 4680-Zellen sollen nach Angaben der Insider in Texas, Kalifornien, Nevada und in Grünheide bei Berlin produziert und im Cybertruck und im Model Y verbaut werden. Sofern das Batteriewerk in Grünheide doch irgendwann in Betrieb geht. Aufgrund des Inflation Reduction Acts von US-Präsident Joe Biden wurden bekanntlich die Produktionsstandorte in den USA priorisiert und Grünheide vorerst auf Eis gelegt.

Quelle: Reuters – Exclusive: Tesla taps Asian partners to address 4680 battery concerns

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Iris Martinz

Iris Martinz

Iris Martinz ist Unternehmens- und E-Mobilitätsberaterin in Österreich, mit langjähriger Erfahrung im Recycling und Second Life von E-Mobilitätsbatterien. Fährt sowohl rein elektrisch, als auch V8, und möchte die beiden Welten etwas näher zusammenbringen. Nachzulesen unter www.mustangsontour.com.

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Hiker:

Ich glaube kaum, dass sowas in DE zu Lebzeiten des Bauherrn realisierbar wäre. Ganz Nebenbei, was hat das mit dem Artikel zu tun?

Smartino:

Braucht es nicht mehr, jetzt wo BER endlich fertiggestellt ist.

Bingo:

Wann kommt denn jetzt der Hyper-Loop, damit ich in 30 Minuten mit dem space x-package von Berlin nach Hamburg düsen kann? Ich kann’s kaum erwarten…wann endlich ist Bestellfreigabe?

Marc:

Um mich geht es doch gar nicht. Es geht darum, was Tesla Leuten verspricht und wie die Realität dazu passt.

Das Kartenhaus Tesla wird einstürzen. Der gesamte Börsenwert beruht nur noch auf der Vision von 20 Millionen Fahrzeugzulassungen im Jahr 2030. Sie werden aber weder 20, noch 10, noch 5 Millionen schaffen. Das ist diese Reiskorn-Schachbrett Geschichte mit den 50% Steigerung. Um es zu verdeutlichen: 2022 waren es 1,3 Mio. und von da auf 1,95 Mio. 2023 wären theoretisch irgendwie machbar. Aber schon vier Jahre später wird es unmöglich: Nur das Wachstum müsste in zwei Jahren 12 Millionen Neuzulassungen sein. Das geht logarithmisch hoch.

Die Frage ist nur, wann das gemerkt wird und die Stimmung kippt. Das kann logischerweise nicht 2028 oder 2027 sein, da ist der Geduldsfaden lange gerissen. Irgendwann zwischen 2023 und 2026 brennt die Burg. Mein Favorit ist 2025, denn da muss man zusätzliche 1,5 Millionen Autos verkaufen, ja, zusätzliche – und das ist übernächstes Jahr. Beginnt in 20 Monaten. Was dann wirkt, müsste schon lange angestoßen sein. Wurde es aber nicht, es gab ja den Investorentag. Dort wurden sie genau für dieses Defizit an konkreten Modellen oder Maßnahmen abgestraft.

Und im Absturz wird es schlechte Verlierer geben. Wenn dann der Case vor Gericht aufgerollt wird, wird man sich genau angucken, ob Musk nicht schon vor Anfang 2023 gewusst hat, dass die Batterieproduktion niemals gelingen kann.

Marc:

Ich finde noch 20 andere Projekte, die mit drei Jahren Karenz nicht ausgekommen sind. Roadster und Robotaxi bleiben aber: Das Robotaxi sollte Ende 2019 Level 5 Full Autonomy fahren. Der Roadster ist 2015 für 2019 versprochen worden. Es gilt nicht die letzte Verschiebung der Verschiebung, sondern die erste Ankündigung des Serienstarts.

Silverbeard:

Und was genau bedeutet es jetzt für Dich, dass Tesla noch nicht wie gewünscht selbst das neue Zellformat produzieren kann?

An den anderen Modellen ändert sich erstmal nichts, die werden sowieso mit anderen Zellen produziert und haben weiterhin ihre hohe Marge und Verkaufsmenge.

Im Übrigen wäre ich froh an Deiner Stelle. Könnte Tesla tatsächlich soviel sparen wie geplant, wären die Fahrzeuge in der EU eine noch grössere Preiskonkurenz. So können die deutsche Hersteller zumindest beim Preis ohne Verluste mithalten.

Silverbeard:

Übrigens Robttaxi und Roadster ist keine zweistellige Zahl, sondern die einstellige Zahl Zwei.

Zumindest beim Roadster hat Tesla klar gesagt, dass das Projekt zurückgestellt ist, zählt also auf keinen Fall zu Deiner ‚zweistelligen‘ Zwei.

Silverbeard:

Gibst du die auch deinem Sanitärprofi, wenn dein Klo verstopft ist?

Ein verstopftes Klo ist eine bekannte Situation, für die ein Sanitärprofi trainiert ist. Dieser schließt mit Dir eine Reparaturvertrag mit fester Zeitangabe ab.

Tesla macht Neuentwicklungen und Musk gibt dazu unverbindliche Prognosen.

Erkennst Du da keinen Unterschied?
***************************************************

[Edit: Seid nett zueinander, danke. / Michael]

Philipp:

Weiß ich schon längst, welche anderen Formate existieren denn im realen Leben und benutzen diese Nomenklatur?
Also: Welchen Sinn hat diese Stelle?

Marc:

Die fünfte Stelle gibt das Format an, 0=rund.

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