Tesla: Giga Grünheide läuft langsamer an als von Elon Musk erhofft

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Sebastian Henßler
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  —  Lesedauer 2 min

Die Produktion des Model Y in Teslas deutschem Werk liegt deutlich unter den 5.000 bis 10.000 Fahrzeugen pro Woche, die der Autobauer bis Ende des Jahres anvisiert hatte. Aktuell produziere die Giga Grünheide, nahe Berlin, das Model Y deutlich langsamer, als Elon Musk vor über einem Jahr geplant hatte. Aktuell laufen 3.000 Model Y vom Band. Die Planung sah wesentlich höhere Stückzahlen vor.

Laut einem Tweet von Teslas verifiziertem Twitter-Account hat das Werk in Grünheide, Deutschland, letzte Woche 3.000 Model Y gebaut. Dies ist deutlich weniger als die 5.000 bis 10.000 Fahrzeuge pro Woche, die Musk vor 14 Monaten als Ziel für das Ende dieses Jahres nannte. Während Tesla die Produktion in Grünheide stetig gesteigert hat – in der letzten Septemberwoche wurden dort 2.000 Fahrzeuge produziert – wurden die Bemühungen, auch Batterien herzustellen und das Werk für zusätzliche Logistikkapazitäten zu erweitern, durch bürokratische Hindernisse behindert.

Ende 2022, Anfang 2023, jetzt 2024: der Start der Batterieproduktion am Tesla-Standort Grünheide verzögert sich offenbar noch weiter. Waren es bisher eher generelle Standortentscheidungen, gibt es aktuell wohl auch technische Probleme mit dem neuen Verfahren der Trockenbeschichtung der Elektroden. Mit dem Beginn der Massenproduktion ist nach Angaben von Tesla nahestehenden Experten nicht vor 2024 zu rechnen.

Während einer Veranstaltung in der Giga Grünheide warnte Musk, dass es „unglaublich schwierig“ sein würde, eine Serienproduktion zu erreichen, und fügte hinzu, dass das Unternehmen „eine Menge talentierter, hart arbeitender Menschen benötigen würde, um dieses Ziel zu erreichen“. Die Produktion in Grünheide hat im März offiziell begonnen. Aktuell fertigt Tesla dort etwa 3.000 Autos pro Woche – das entspricht nur etwa einem Drittel des Produktionsziels. Die um die 7.500 Mitarbeiter sollen auf 12.000 aufgestockt werden. Mit der geplanten Ausbaustufe sollen es noch deutlich mehr werden. Tesla bereitet sich darauf vor, in Grünheide in drei Schichten rund um die Uhr zu produzieren, wie die Märkische Onlinezeitung letzte Woche berichtete.

Quelle: Automotive News Europe – Tesla’s German plant ramps up slower than Elon Musk hoped

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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Bingo:

Keine Panik, Tesla entwickelt doch die 12.000 Tonnen Giga-Presse für einteilige Karosserien (Artikel Tesmania v. 12.10.21) und die beste Investorin der Welt Cathie Woods hat gerade Tesla-Aktien nachgekauft. Die Rakete zündet gerade erst…

brainDotExe:

Besser als Tesla wird ausserhalb der Automobilbranche nicht bezahlt. Auch nicht bei den Zulieferern der Hersteller.

Die (größeren) Zulieferer sind in der Regel auch vom IG Metall Tarifvertrag abgedeckt.

Silverbeard:

Klar werden sich die meisten in der Umgebung eine Stelle suchen. Ich stelle mir vor, dass Teamleiter usw. in der Branche bleiben wollen.

Besser als Tesla wird ausserhalb der Automobilbranche nicht bezahlt. Auch nicht bei den Zulieferern der Hersteller.

mal out of context: Ich frage mich sowieso schon lange, warum eine Bäckerreifachverkäuferin aufstocken muß ‚für den Export‘, während die festangestellten MonteurInnen an den Fließbändern der Hersteller (also in einer Exportbranche) die höchsten Löhne in Deutschland verdienen.

Übrigens: ‚Brandenburg‘ heißt im Fall Teslas an der Gemeindegrenze zu Berlin. Für unabhängige Menschen bietet Grünheide also das beste aus allen Welten. Einerseits das Ländliche Brandenburg, das ähnlich einsam wie das Saarland sein dürfte, andererseits die freizeittechnisch modernste Stadt Deutschlands.
Wenn ein z.B. ein internationaler Musikakt in Deutschland eine Show macht, dann in Berlin. Mal abgesehen, das es in Berlin wahrscheinlich jeden Trend gibt, den man auch irgendwo im restlichen Deutschland finden kann.

Ben:

Ist doch ok wenns nicht so läuft wie gedacht, jeder hat sein Päckchen zu tragen, VW gehts da auch nicht anders(Carriad, Trinity, Artemis)

brainDotExe:

ist der aktuelle Stand, dass Ford in Saarland die Produktion einstellen will und auch die anderen deutschen Hersteller wollen Stellen abbauen.

Und glaubst du die Leute würden dann nach Brandenburg umziehen?
Die suchen sich eher in der bisherigen Gegend eine neue Stelle, welche unter Umständen besser bezahlt wird als bei Tesla.

Silverbeard:

10.000 Fahrzeuge (500.000 im Jahr) ist die erwartete maximale mögliche Kapazität der aktuellen Linien.

Ob eine angegebene Spanne nur einen der beiden Extremwerte meint, muß eigentlich niemand fragen, der ein wenig mit der deutschen Sprache vertraut ist.

Und das Musk Ziele immer zu hoch angibt, sollte inzwischen auch bekannt sein.

Zum Thema Löhne: VW zahlt die hohen Löhne nur in den alten Bundesländern. In den neuen Produktionsstätten im Osten sind die Löhne, trotz höherer Produktivität, niedriger.
Dazu kommt, das in Brandenburg bis zu 75% der Arbeitnehmer nur den Mindestlohn verdienen. D.h. Tesla erhöht den Durchschnitt deutlich.

Wie sich der Fachkräftemangel weiterentwickelt wird sich herausstellen. Z.B. ist der aktuelle Stand, dass Ford in Saarland die Produktion einstellen will und auch die anderen deutschen Hersteller wollen Stellen abbauen.

Die niedrigen Produktionskosten ergeben sich bei Tesla auch durch eine deutlich geringere Montagezeit pro Fahrzeug. In Wolfsburg dauert es etwa 3x solange einen id.3 zu montieren, wie in den voll laufenden Tesla Werken (also ohne die Werke in Grünheide und Texas).

MMM:

Hat Musk wirklich „5 bis 10 Tausend“ als Ziel vorgegeben?
Da müsste man ja fragen: was denn nun, 5 oder 10 Tausend?

Diese Ziel – an das viele (aber nicht alle…) geglaubt haben – war vielleicht auch unrealistisch.
Man muss bedenken, das die Löhne (ich kenne das nur aus den Medien, die nach eigenen Angaben aktive und ehemalige Mitarbeiter befragten) bis zu 20% unter dem liegen soll, was z.B. bei VW gezahlt wird – was natürlich auch Teil der niedrigeren Produktionskosten ist, von denen bei Tesla immer die Rede ist.
Aber es macht es natürlich auch schwerer, „eine Menge talentierter, hart arbeitender Menschen“ einzustellen, besonders zu Zeiten von Fachkräftemangel.

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