Tesla: Das versprach Elon Musk am Wochenende für die Giga Berlin

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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Beim Bau der Fahrzeugfabrik von Tesla in Grünheide läuft es weiterhin nicht rund. Gegen die Giga Berlin werden immer wieder Einsprüche laut. Nichtsdestotrotz darf man nicht vergessen, dass die Gigafactory auch ihre Fürsprecher hat. Europaweit. Wie man zuletzt am vergangenen Wochenende live vor Ort erleben konnte, als Tesla CEO Elon Musk auf der Tesla County Fair einen Ausblick auf die Pläne Teslas in Deutschland/ Europa gab.

Bekanntermaßen fand am vergangenen Wochenende in der Giga Berlin ein Tesla Volksfest statt, welches Interessierten – 9.000 an der Zahl – einen Blick hinter die Kulissen der dortigen Entwicklungen gestattet. Gar nicht so lange bevor bereits im Dezember erste Auslieferungen aus dem europäischen Werk des amerikanischen Automobilherstellers erfolgen sollen. Zumindest, wenn bis dahin die endgültige Baugenehmigung vorliegt. Ist dies der Fall sollen laut Musk etwas 5.000 Tesla Model Y pro Woche vom Band laufen. Bis Ende 2022 wolle man die Produktion dann weiter hochfahren.

Bis Ende 2022 sei zudem geplant den Bau der größten Batteriefabrik der Welt abzuschliessen und in Betrieb zu nehmen. Ab Anfang 2023 könnten dann also mit rund 12.000 Mitarbeitenden bis zu 500.000 Elektroautos jährlich vom Band rollen. Neben dem Model Y sei dann auch mit der Produktion des Tesla Cybertruck in Grünheide zu rechnen. Sinnvoll, da dieser auf die Batterietechnologie setzt, welche in der Giga Berlin in die Serienproduktion überführt wird.

Musk zufolge wäre Teslas Batteriezellenfabrik in Deutschland in der Lage, Zellen Bereich von 100 GWh pro Jahr zu produzieren. Dabei sei das volle Potenzial noch nicht einmal erreicht. Auch von Kostenseiten her möchte man neue Maßstäbe setzen. Die Batterietechnologie von Tesla wird in Europa mit rund 1,1 Milliarden Euro bezuschusst. Gespeist aus dem 2,9 Milliarden starken IPCEI-Fördertopfs des Europäischen Batteriezellenprogramms. Eine Ansage und ein Zeichen dafür wie wichtig Europa die Ansiedlung fortschrittlicher Technologien ist.

Allerdings scheint nicht alles rosig zu sein für die Giga in Grünheide. Herausforderung sei das notwendige Personal in entsprechender Anzahl und Qualifikation zu verpflichten. Musk bereite dies offenbar Sorgen, trotz der Tatsache, dass man durchaus Menschen aus ganz Europa verpflichten würde. Allerdings gilt es hier eventuell Anpassungen in der Lohnstruktur vorzunehmen, denn im Heimatland USA ist man nicht gerade für hohe Löhne bekannt.

t3n.de berichtet zudem, dass es wohl „relativ wahrscheinlich“ sei, dass der umstrittene Selbstfahrmodus FSD (Full Self Driving) bereits im kommenden Jahr auch in Europa verfügbar sein könnte. Dabei beruft man sich auf Aussagen von Elon Musk. Aktuell untersuche die US-Kraftfahrtbehörde die Technologie gerade im Detail, wegen tödlicher Unfälle im Zusammenhang mit diesem semiautonomen Fahrmodus. Derweil äußerte Musk, Tesla habe Perfektion bei der FSD-Software „fast erreicht“. Kommt wohl immer auf den Blickwinkel an.

Quelle: t3n.de – Elon Musk: Die vollmundigen Ankündigungen des Tesla-Chefs auf der Volksfestbühne

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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bergfex:

@Powerwall Thorsten: Ich beisse auch.

Tobi:

Mit Leuten wie David zu diskutieren würde mir nie in den Sinn kommen. Ich diskutiere lieber mit einem Schwarm Bienen. Auch wenn sie nichts sagen, so tun sie wenigstens was Sinnvolles.

Jakob Sperling:

Der Selbstfahrmodus sei „relativ wahrscheinlich“ schon im nächsten Jahr auch in Europa verfügbar. Wer die Terminologie von Tesla-Ankündigungen nicht kennt, versteht das sicher völlig falsch. „Relativ wahrscheinlich“ bei E.M. ist so etwa das Unwahrscheinlichste, das es in seinem Repertoire überhaupt gibt. Konkret übersetzt heisst das, die nächsten paar Jahre gibt es garantiert keinen Selbstfahrmodus in Europa.
„Bis Ende 2022 sei zudem geplant, den Bau der grössten Batteriefabrik der Welt abzuschliessen und in Betrieb zu nehmen.“ Wer glaubt eigentlich so Stuss? Ich wette jeden beliebigen Betrag, dass Tesla Ende 2022 nicht die grösste Batteriefabrik der Welt in Betrieb hat. Aber nicht einmal die grössten Tesla-Fans gehen davon aus, dass solche Ankündigungen auch nur im Entferntesten stimmen. Ist irgendwie sonderbar und verstörend.
Konfuzius:
Wenn die Worte nicht stimmen, dann ist das Gesagte nicht das Gemeinte.
Wenn das, was gesagt wird, nicht stimmt, dann stimmen die Werke nicht.
Gedeihen die Werke nicht, so verderben Sitten und Künste.
Darum achte man darauf, dass die Worte stimmen. Das ist das Wichtigste von allem.

KaiGo:

Ja ich glaube das ist immer so ein kleine Verfälschung in den Zahlen. Die Auslieferung von Tesla schwanken doch sehr stark von Monat zu Monat (je nachdem wann der Tanker mit den Autos in Hamburg ankommt. Oftmals hauen sie ja zum Quartalsende die meisten Autos raus.

KaiGo:

Sorry, das meint ich auch ;-). Da fehlte das „nicht“ in dem Satz.

David:

Ich zitiere aus deinem Link:

„Lag Teslas Marktanteil in der Schweiz im September bei stolzen 8,3 Prozent, schrumpft dieser Wert in den ersten neun Monaten auf lediglich 2,3 Prozent – weit abgeschlagen von den Top-5-Marken..“

R. Zumbusch:

Mich würde interessieren, welchen Mix an Fachkräften etc. zahlenmäßig Tesla genau sucht. Also Branchenerfahrene versus Anzulernende versus Ingenieure versus Managementebenen usw. usf. Aber genau wird man diese Zahlen nicht offenlegen, das ist verständlich, machen andere Firmen auch nicht detailliert extern publik.

U. Troger:

Ich denke, er wird eher die Gewerkschaften nicht zu 100% draußen halten können(?) Aber vielleicht sollte das der Satz auch eigentlich so ausdrücken.

Tom62:

+1, +10 :)
„Trans-formation“ :der Begriff wurde immernoch nicht begriffen… ;)

Peter Bigge von Berlin:

Das mit den fehlenden Baugenehmigungen hat in Berlin und Brandenburg mittlerweile System, dort existieren viele Bauten, die nie eine Baugenehmigung erhalten haben, weil einfach niemand Verantwortung übernehmen möchte und manche Parteien aktiv als Be- und Verhinderer auftreten.
Die Idee von Tesla ein Design- und Entwicklungscenter zu errichten wurde hierdurch bereits erfolgreich verhindert.
Anders verhält es sich mit den Fachkräften. In der Region gibt es über 150.000 Arbeitssuchende, welche anscheinend nicht dafür geeignet sind, sondern als Querdenker mit Plakaten vor den Toren stehen.
Am Lohn kann es bei Tesla nicht liegen, dass Mindestgehalt fängt bei 2.700 EUR Brutto für jeden an, Fachkräfte bei sogar 3.600 EUR brutto, dies sollte eigentlich jeden Transfergeldempfänger motivieren. Dafür stehen aber bei Tesla nun die Polen Schlange, welche sicherlich in anderen Gewerbebereichen fehlen werden.

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