Sportliches Fahren doch schädlich für den Akku

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Daniel Krenzer
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  —  Lesedauer 2 min

Ende 2024 hatte eine Studie namens „Dynamic Cycling Enhances Battery Lifetime“ für Aufsehen gesorgt, weil mehrere Medien – darunter auch Elektroauto-News.net – aus den Ergebnissen geschlussfolgert haben, dass die besonders dynamische Fahrweise eines Elektroautos die Lebensdauer der Batterie verlängern könnte. Der Batteriediagnose-Anbieter Aviloo weist diese Interpretation nun aber als falsch zurück und klärt auf, wie die Studie seiner Meinung nach korrekt zu verstehen sei.

Wie Aviloo in einer Pressemitteilung erläutert, vergleiche der Fachartikel zur Studie zwei Belastungsarten im Labor: zum einen Konstantstrom‑Zyklen, die ausschließlich in Laboren vorkommen, und zum anderen dynamische Zyklen, also dynamische Lade‑ und Entladeprofile wie im realen Fahrbetrieb. „Die Kernaussage lautet: Labortests mit konstantem Strom überschätzen die Alterung von Batterien, weil der Strom bei realer Nutzung dynamischer ist. Das ist essenziell für die Batterieforschung – aber irrelevant für die Praxis des Fahrverhaltens“, stellt Aviloo fest. Die Dynamik liegt also im Lade- und nicht im Fahrverhalten.

Aviloo verweist ferner auf Ergebnisse einer eigenen Studie, nach der eine moderate Fahrweise mit zehn Prozent weniger Energieverbrauch einhergeht. Eine besonders sportliche Fahrweise hingegen kann mit einer Verdopplung des Energieverbrauchs und dadurch deutlich mehr Ladezyklen einhergehen, wodurch die Batterie am Ende schneller altere als bei einer normalen Fahrweise.

Tipps für nachhaltige Akku-Nutzung

Um den Energieverbrauch und die Ladezyklen deutlich zu reduzieren, sollten E-Auto-Fahrer aus Sicht von Aviloo für eine nachhaltige Nutzung ihres Akkus folgende Tipps beherzigen: ein gleichmäßiger, vorausschauender und sparsamer Fahrstil, Vorkonditionierung nur im angesteckten Zustand, lange Standzeiten bei hohen Ladezuständen von mehr als 80 Prozent vermeiden, Schnellladen nur bei Bedarf nutzen sowie hohe und auch sehr niedrige Fahrzeugtemperaturen beim Parken meiden.

Aviloo möchte also mit seinen Ausführungen zeigen, dass die mediale Interpretation „sportliches Fahren ist gut für die Batterie“ nicht haltbar ist. Die Studie lege nur nahe, dass Labormethoden die reale Batteriealterung überschätzen – nicht, dass sportliches Fahren die Batterie schützt. „Im Gegenteil: Wer mehr verbraucht, strapaziert die Batterie schneller. Ein höherer Energieverbrauch belastet die Batterie stärker, das lässt sich nicht weginterpretieren“, schreibt der Batteriediagnose-Anbieter.

Quelle: Aviloo – Pressemitteilung vom 5. August 2025

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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