Seat nimmt neues Motoren-Testzentrum in Betrieb

Cover Image for Seat nimmt neues Motoren-Testzentrum in Betrieb
Copyright ©

Seat

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 4 min

In seinem ständigen Streben nach Innovation und zukunftsfähigen Antrieben hat Seat in den vergangenen fünf Jahren mehr als 30 Millionen Euro in den Aufbau eines modernen Motoren-Testzentrums investiert. Inzwischen konnte die Einrichtung mit einer Testkapazität von 14.300 Motorprüfungen pro Jahr in Betrieb genommen werden. Das Motoren-Testzentrum verfügt über neun Multienergie-Prüfstände, die sich für jegliche Arten von Tests an Verbrennungs-, Elektro-, Hybrid- und Erdgas-Motoren eignen.

Die Tests sollen sicherstellen, dass die Motoren während ihrer gesamten Lebensdauer den Anforderungen an Qualität, CO2-Ausstoß und anderen Schadstoffemissionen, Langlebigkeit und Leistung entsprechen. Deshalb beginnen die Tests bereits in einer frühen Entwicklungsphase und sind Voraussetzung für die spätere Zulassung der Aggregate. Das Zentrum umfasst auch eine Klimakammer für die Simulation von Extrembedingungen, die von -40 bis +65 Grad sowie bis zu 5000 Höhenmeter reichen. Es gibt ein automatisches Turm-Parksystem mit einer Kapazität für 27 Fahrzeuge, die unter optimalen Bedingungen bei 23 Grad auf die Durchführung ihrer Tests warten.

Seat-Elektromotor-Elektroauto-Testcenter-Prüfstand

In der neuen Einrichtung, die sich im Seat Technikcenter befindet, arbeiten 200 Mitarbeiter in drei Schichten – 24 Stunden am Tag und an sechs Tagen pro Woche. Sie sind für die Durchführung der Tests verantwortlich, von denen auch die Freigabe neuer Motorprojekte für verschiedene Marken der Volkswagen Gruppe abhängt.

„Dieses Projekt stärkt die Position von Seat als einem der fortschrittlichsten Fahrzeugentwickler Europas. Dank des neuen Testzentrums und der hohen technischen Kompetenz der Teams können wir neue Motoren während ihrer Entwicklungsphase prüfen und kalibrieren, um so eine optimale Leistung der Aggregate für Seat und Cupra sowie verschiedene andere Marken der Gruppe sicherzustellen, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf Hybrid- und Elektromotoren liegt.“ – Dr. Werner Tietz, Vorstand für Forschung und Entwicklung der Seat S.A.

Das neue Testzentrum für Antriebe ist mit insgesamt neun Motorprüfständen ausgestattet, auf denen gemäß ihrer jeweiligen Kapazität die Fahrzeugtypen, für die der Motor bestimmt ist, getestet und kalibriert werden. So können bereits in der Entwicklungsphase Faktoren wie Kraftstoffeinspritzung, Einlass oder Leistung angepasst werden und Simulationen extremer Betriebsbedingungen erfolgen, um die Reaktion der Motoren genauer zu untersuchen.

Seat-Motoren-Testzentrum

Darüber hinaus verfügt die Einrichtung über ein Emissionslabor, in dem schon vor der Freigabestufe mehr als 80 verschiedene Testarten für jedes Fahrzeug durchgeführt werden – jeweils gemäß den Zulassungsanforderungen der weltweit unterschiedlichen Regularien. Das Testzentrum ist zudem mit mobilen Emissionsmessgeräten ausgestattet, mit denen sich Daten zum Fahrzeugbetrieb unter Realbedingungen ermitteln lassen. Diese Geräte kommen für die Messung der Emissionen im praktischen Fahrbetrieb zum Einsatz (RDE-Tests; RDE = Real Driving Emissions), wie sie derzeit im Rahmen der Zulassungsverfahren zur Analyse des Verbrauchs und der Schadstoffemissionen von Fahrzeugen vorgeschrieben ist.

Das neue Testzentrum verfügt weiterhin über einen Dauerlaufprüfstand, auf dem Prototypen und Fahrzeuge bis zu 200.000 Kilometer ohne Pause und unter ständiger Analyse der Motorleistung auf einer „rollenden Straße“ unterwegs sind. Für eine besonders günstige Energiebilanz gewinnt das System die von den Rollen erzeugte Energie zurück und speist sie in Form von Strom für den späteren Verbrauch wieder ein.

Vom Kaukasus bis zum Death Valley, ohne Martorell zu verlassen

Eine einzigartige Einrichtung ist die Klimakammer, die extreme Temperaturen und Luftdrücke simulieren kann. So lassen sich die Bedingungen im bis zu 5600 Meter hohen Kaukasus-Gebirge ebenso wie die in der Wüste des kalifornischen Death Valleys innerhalb weniger Stunden nachstellen. Unterstützt von Robotern testet die Kammer auf diese Weise die Motoren auf ihre Leistung. Dadurch lässt sich analysieren, wie Fahrzeuge mit verschiedenen Motoren auf diese extremen Bedingungen reagieren. Schließlich sollen später in der Serienproduktion nur besonders leistungsfähige Fahrzeuge an die Kunden ausgeliefert werden.

Zusammen mit dem im Bau befindlichen Batterielabor „Test Center Energy“ (TCE) macht Seat mit dem neuen Testzentrum für Motoren einen großen Schritt nach vorn in Richtung Elektromobilität. Das TCE, dessen Fertigstellung für April 2021 geplant ist, wird sich über 1500 Quadratmeter erstrecken. Es umfasst verschiedene Testbereiche, in denen Zellen mit Lithium-Ionen-Technologie, Mittel- und Hochspannungsbatterien sowie verschiedene Ladegeräte für das gesamte Sortiment an Elektrofahrzeugen geprüft werden können. Außerdem sind mehrere Klimakammern vorgesehen, um die Batterien und Module unter extremen Temperaturbedingungen zu testen.

Quelle: Seat – Pressemitteilung vom 30.11.2020

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Schreib einen Kommentar und misch dich ein! 🚗⚡👇


Ähnliche Artikel

Cover Image for EU: Marktanteil von E-Autos steigt auf 15,6 Prozent

EU: Marktanteil von E-Autos steigt auf 15,6 Prozent

Daniel Krenzer  —  

In Deutschland steigt der Anteil von Elektroautos in diesem Jahr besonders stark an. Frankreich hingegen schwächelte.

Cover Image for PEM: Europas Batterie-Industrie vor dem „Tal der Tränen“

PEM: Europas Batterie-Industrie vor dem „Tal der Tränen“

Sebastian Henßler  —  

Europas Batteriebranche kämpft mit hohen Kosten, fehlendem Know-how und dem Vorsprung asiatischer Wettbewerber – PEM-Professor Heimes zeigt die Folgen.

Cover Image for IAA: „Von deutschen Herstellern ist ein Modellfeuerwerk zu erwarten“

IAA: „Von deutschen Herstellern ist ein Modellfeuerwerk zu erwarten“

Michael Neißendorfer  —  

Kunden dürfen sich auf ultrakurze Ladezeiten und hohe Reichweiten freuen, so Capgemini-Analyst Sulek, die E-Mobilität wird also nochmals alltagstauglicher.

Cover Image for MG Motor will in zwei Jahren 13 neue E-Autos herausbringen

MG Motor will in zwei Jahren 13 neue E-Autos herausbringen

Daniel Krenzer  —  

Mit einer Produktoffensive will die SAIC-Marke vor allem auf dem Heimatmarkt mehr Kunden von seinen E-Autos überzeugen.

Cover Image for Porsche frischt den Elektro-Macan auf

Porsche frischt den Elektro-Macan auf

Michael Neißendorfer  —  

Porsche stattet den vollelektrischen Macan mit neuen Assistenzsystemen und digitalen Features aus. Im Fokus stehen mehr Komfort beim Parken, Laden und Ziehen.

Cover Image for Hyundai-Kia und Batteriehersteller arbeiten zusammen für sicherere Elektroautos

Hyundai-Kia und Batteriehersteller arbeiten zusammen für sicherere Elektroautos

Laura Horst  —  

Führende südkoreanische Autohersteller und Batterieunternehmen wollen gemeinsam die Batteriesicherheit verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit stärken.