Schweiz verlängert und erweitert Förderung für E-Mobilität

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Michael Neißendorfer
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Der Schweizer Bundesrat Albert Rösti will die seit 2018 erfolgreich laufende Roadmap Elektromobilität bis 2030 verlängern. An der 13. Plattformveranstaltung der Roadmap Elektromobilität 2025 in Bern stellte er in Aussicht, dass neben Pkw neu auch Lkw, leichte Nutzfahrzeuge und Busse des öffentlichen Verkehrs integriert werden sollen. Damit können Synergien bei Fahrzeugen und Ladeinfrastruktur genutzt und die Wirkung der Roadmap gesteigert werden, so eine aktuelle Mitteilung des Schweizer Bundesamts für Energie BFE.

Die Elektrifizierung ist ein wichtiger Schlüssel zur Verringerung der Treibhausgasemissionen des Verkehrs. Am Anlass in Bern würdigte Bundesrat Albert Rösti das Engagement der Roadmap-Mitglieder. Sie leisten seit 2018 mit freiwilligen Maßnahmen einen wesentlichen Beitrag zum Aufbau der Elektromobilität in der Schweiz. Er rief sie gleichzeitig dazu auf, ihre Aktivitäten intensiv weiterzuführen. Die Verlängerung der Roadmap bis 2030 soll den dafür nötigen stabilen Rahmen schaffen.

Zur Erreichung der schweizerischen Klimaziele müssen auch der Güter- und der öffentliche Personenverkehr auf der Straße ihren Beitrag leisten. Deshalb sollen in der nächsten Etappe der Roadmap auch Busse im ÖPNV, Lkw und leichte Fahrzeuge in die Ziele der Roadmap integriert werden. Bundesrat Albert Rösti lud die Vertreter der Transportbranchen ein, der Roadmap Elektromobilität beizutreten und mit den bisherigen Akteuren zusammenzuarbeiten.

Roberto Cirillo, CEO der Schweizerischen Post und Gastgeber der Plattformveranstaltung, wies in seinem Grußwort darauf hin, dass sein Unternehmen diese Breite bereits lebe. Der Post-Konzern setzt von der Briefzustellung über die Paketlogistik bis zu den Postautos stark auf die Elektrifizierung.

Das Laden der E-Fahrzeuge steht mehr und mehr im Fokus

Auch die eingeladenen Vertreter und Vertreterinnen von Unternehmen und Verbänden begrüßten die Verlängerung und Ausweitung der Roadmap Elektromobilität. Diese mache Synergien nutzbar und erleichtere die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure. Das ist nötig, da sich die Herausforderungen zunehmend von der Fahrzeugtechnologie und dem Angebot auf dem Markt in Richtung der Ladeinfrastruktur verlagern. Und auch im Güter- und öffentlichen Personenverkehr brauche es spezifische Ladekonzepte, um einen effizienten und zuverlässigen Betrieb im Alltag sicherzustellen.

Der Bund hat die Roadmap Elektromobilität, die von den Bundesämtern für Energie (BFE) und Straßen (ASTRA) getragen wird, 2018 lanciert und vier Jahre später bis 2025 verlängert. Mit mehreren Aktivitäten (z.B. Nationales Förderprogramm für Ladeinfrastruktur oder Aufbau eines Schnellladenetzes entlang der Nationalstraßen) trägt er mit eigenen Aktivitäten zu den Zielen der Roadmap Elektromobilität bei.

Über die Kreislaufwirtschaft von Batterien und den öffentlichen Straßenverkehr sind zunehmend auch die Bundesämter für Umwelt (BAFU) und Verkehr (BAV) in die Thematik eingebunden. Die Direktorinnen und Direktoren der vier UVEK-Ämter bestätigten in einem Podium denn auch ihren Willen, mit den Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kantonen, Städten und Gemeinden sowie der Zivilgesellschaft die Dekarbonisierung des Straßenverkehrs weiter voranzutreiben. Dabei sollen freiwillige Maßnahmen im Vordergrund stehen.

Die Eckdaten und Zielsetzungen der Roadmap Elektromobilität für die Periode 2026 bis 2030 sollen in den kommenden Monaten unter Federführung des BFE im engen Dialog mit den Akteuren erarbeitet werden.

Die Schweizer Roadmap Elektromobilität

Die Roadmap Elektromobilität 2025 vereint 71 relevante Akteure der Wirtschaft, der öffentlichen Hand, von Verbänden und NGOs sowie der Wissenschaft. Auf Initiative des Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) hatten sie zur Entwicklung der Elektromobilität in der Schweiz beigetragen und drei Ziele unterzeichnet, die bis Ende 2025 erreicht werden sollen: Erhöhung des Anteils der Steckerfahrzeuge auf 50 Prozent der Neuzulassungen, Ausbau des Ladenetzes auf 20.000 öffentlich zugängliche Ladestationen sowie nutzerfreundliches und netzdienliches Laden.

Die Roadmap ist eine Plattform zur Vernetzung dieser Akteure. Sie tragen mit individuellen Maßnahmen zur Verbreitung der Elektromobilität bei. Zusätzlich engagieren sie sich in gemeinsamen Maßnahmen in Schlüsselthemen (Leuchttürmen) wie dem Ausbau der Lademöglichkeiten in spezifischen Situationen (Mehrparteiengebäude, Quartiere, Points of Interest) und in der Kreislaufwirtschaft von Traktionsbatterien.

Quelle: Schweizer Bundesamt für Energie BFE – Pressemitteilung vom 03.09.2024

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Calitry:

Es gibt ein super YouTube Video, indem ein Feuerwehrmann erklärt, wie ein E-Auto gelöscht wird.
Dies erfordert weder einen Löschtank, noch ist es viel gefährlicher als ein Verbrenner.

Wäre die Lage umgekehrt, wäre der Aufschrei viel grösser.
„Stellen sie sich vor wenn die 70 l Diesel brennen?
Das ist doch wahnsinn“

Es ist vor allem die Angst vor dem Unbekannten, welche diese Diskussionen auslösen.

Menschen die mit Strom heizen und kochen haben Angst vor Gas (wegen Unwissenheit) und Menschen die mit Gas heizen haben angst vor Kabelbränden.

Was man nicht kennt, oder keine Erfahrung hat, macht den Menschen Angst, da sie nicht wissen wie sie dem Begegnen sollen.
Das ist völlig natürlich.

Calitry:

Dann denken Sie China mit 50% Anteil Steckerfahrzeuge in der Neuzzlassung hat ein so immens besseres Netz als wir hier in der Schweiz, wo in fast jedem Bergkanton mehrere Kraftwerke sind, die den Strom verteilen?

Der Ausbau des Netzes ist mMn ein Argument der Öllobby, welche die Decarbonisierung bremsen wollen.

Das Netz würde noch mehr ertragen als heute genutzt wird.

Die Ladestationen, welche innerhalb eines Parkhauses/Quartiers untereinander kommunizieren, können sich den Strom aufteilen, ohne Umbau.
Und bei vielen Mehrfamilienhäuser könnte der maximale Strom erhöht werden. Z.B. 64A auf 128A ohne aufwendigen Ausbau.

Walter Wiedmer:

Solange das Stromnetz nicht ausgebaut ist macht es wenig Sinn die E-Mobilität etc. in blindem, religiösen Eifer zu fördern. Dieser Ausbau ist ein Generationenprojekt von den Kosten abgesehen. Ich bin kein Gegner des energetischen Umbaus. Aber etwas mehr Realitätssinn bezüglich dem zeitlichen und finanziellen Aufwand würde dem Ganzen nicht schaden.

Uwe:

Ich freue das was geht in der Sache.
Aber Gesetze müssen auch geändert werden.
Vor allem zuhause Laden.
Da muss die Eigentümer Gemeinschaft abstimmen, ob du eine
Wallbox montieren darfst oder nicht.
Das finde ich überholt.
Und diskriminierend.
Elektro Autos brennen auch nicht öfters wie herkömmliche Fahrzeuge.
Klar ist es eine Herausforderung für die Feuerwehren zu löschen.
Und wenn es im Gotthard Tunnel brennt da hast du sowieso schlechte Karte n.
Die meisten Brände im Tunnel kommen von heissen Bremsen.
Und die hat bekanntlich jedes Fahrzeug, also auch Diesel.

Ich bin viel in Europa auf Autobahnen unterwegs und habe viele Autbrände am Strassenrand gesehen.
Das waren keine elektro Autos.

Und das Argument mit der Reichweite ist auch nicht so relevant.
Die Durchsnitt Strecke am Tag der der Europäische Autofahrer zurück legt ist 24 Kilometer laut ADAC.

Was reguliert gehört sind die Preise für Stompreis an öffentlichen Schnellladern.
Da kann jeder alles verlangen.
Das gehört gedeckelt.

Wegen der Haltbarkeit der EU Autos.
Wer meint ein neues Verbrennermodell hält länger,
Der hat die Rechnung ohne den Hersteller gemacht.
Mein letztes Geschäfts Fahrzeug von einem Unternehmen aus Wolfsburg
Hat genau 120000 km gehalten wie die Garantie und nicht länger.
Das ist die Zukunft der heutigen neuen Modelle.
Viel Gewinn mit wenig Aufwand und wenig Qualität.
Das ist nicht der einzige Fall den ich kenne mit solchen Problemen.
Am Schluss muss jeder wissen was für ihn Richtig ist.

VW und andere europäische Hersteller haben den Trend günstig E Autos herzustellen verpennt.
Und jetzt hoffen sie der Staat und die EU regelt das mit Strafzöllen die Konkurrenz aus Asien zu Bremsen.

Nicht die Chinesen sind das Problem, Sondern unsere überbezahlten Manager die auch Geld bekommen wenn sie Mist gebaut haben.
Herr Winterkorn bekommt von VW 3000 € Täglich Rente.
Mehr als ein Mitarbeiter nach 45Jahre in drei Monate Rente bekommt.

Gruss Uwe

Schädler Mario:

ich habe es gerade gelesen….
das wird schon Gut sein…..- Typisch unsere Schweiz langsam…. ich mache mir mehr Sorgen wenn ein e- LKW oder e Bus in der Stadt oder bei der Ladestation ( wo noch mehr e- Busse oder e -Trucks an der Ladestation sind ) oder auf einer Brücke oder im San Gotthardtunnel ** Brennen **- siehe Brand auf YouTube in
den Städten Stuttgart oder Paris…..

ich als Freiwilliger Feuerwehmann habe Grossen Respekt vor solchen Ereignissen, wäre schön wenn Sie mal berichten könnten wenn die ** Hutte Brennt ** weil den LKW oder Grossen Lieferwagen können sich nicht in den FW- PKW Löschcontainer stellen bei einem Vollbrand…. mit zwei bis drei Tonnen Batteryn an Bord

Jakob Sperling:

Dass man sich nicht täuscht: das ist keine grosse Förderung, wie man sich das im ‚grossen Kanton‘ (CH für D) vorstellt.
Das ist ein bisschen Koordination von privaten Akteuren und staatliches Daumendrücken.

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