Renault und Nissan planen Elektro-Kleinwagen für Indien

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Michael Neißendorfer
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Die beiden Autohersteller Renault und Nissan haben eine neue langfristige Vision für Indien angekündigt, um auch dort ihre Produktions- und F&E-Aktivitäten zu steigern, Elektroautos einzuführen und auf eine CO2-neutrale Fertigung umzusteigen. Von ihrem Standort in Chennai aus wollen die Unternehmen einer aktuellen Mitteilung zufolge an sechs neuen Serienfahrzeugen für nationale und internationale Kunden zusammenarbeiten, darunter zwei neue vollelektrische Modelle.

Um dem Vorhaben einen kleinen Startschubser mit auf den Weg zu geben, ist eine Anfangsinvestition von gut 600 Millionen US-Dollar vorgesehen. Mit diesen Mitteln wollen die beiden Allianzpartner die neuen Projekte unterstützen, bei denen bis zu 2000 zusätzliche Arbeitsplätze im Renault Nissan Technology & Business Centre in Chennai geschaffen werden sollen. Gleichzeitig soll das Renault-Nissan-Werk in Indien CO2-neutral werden, vor allem dank einer deutlichen Steigerung der Erzeugung erneuerbarer Energien.

Renault und Nissan engagieren sich voll und ganz für den indischen Markt, setzen sich für die Elektrifizierung des indischen Marktes ein und verpflichten sich dafür, ihre Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren“, sagt Guillaume Cartier, Nissans Vorsitzender für die Regionen Afrika, Naher Osten, Indien, Europa und Ozeanien. „Indien war das erste Werk der Allianz, und Indien wird im Mittelpunkt des neuen Kapitels der Allianz stehen, mit neuen Fahrzeugen, neuen F&E-Aktivitäten und neuen Exportmärkten, die unsere gemeinsamen Anstrengungen auf die nächste Stufe heben“.

„Ein Schlüsselmarkt für die Renault Group“

François Provost, International Development & Partnerships Renault Group und Geschäftsführer der Alliance Purchasing Organization, hebt hervor, dass Indien „ein Schlüsselmarkt für die Renault Group“ sei: „In den vergangenen 14 Jahren haben wir mit unseren Teams und Händlern die Marke Renault in Indien aufgebaut, mit bis zu 100.000 verkauften Fahrzeugen pro Jahr“. Indien soll demnach künftig auch „eine Schlüsselrolle“ in den weltweiten F&E-Aktivitäten spielen.

Die insgesamt sechs neuen Modelle sollen aus drei für jedes Unternehmen bestehen, die in Chennai entwickelt und gebaut werden. Sie sollen auf gemeinsamen Allianzplattformen aufbauen, aber jeweils das individuelle, unverwechselbare Styling der jeweiligen Marken beibehalten. Die Verbrenner sollen vier neue C-Segment-SUV sein. Die zwei neuen Elektroautos sollen im A-Segment der Kleinstwagen platziert werden, sie werden die ersten E-Autos von Renault und Nissan in Indien sein.

Die neuen Modelle sollen sich nicht nur an indische Kunden richten, sondern auch einen deutlichen Anstieg der Exporte aus Indien mit sich bringen. Die Auslastung des indischen Werks wollen Renault und Nissan auf 80 Prozent steigern.

Quelle: Renault – Pressemitteilung vom 13.02.2023

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Albert Reschs:

D‘accord.
Servicenetz des jeweiligen Herstellers muss aber ebenfalls vorhanden sein oder zumindest am Kommen. Plus Zuverlässigkeit und Qualität des Fahrzeugs.

Andreas Heue:

Ich glaube, so sehr unterschiedlich sehen es die Firmen intern gar nicht.
Aber der eine geht halt lauter und deutlicher mit seiner Einstellung an die Öffentlichkeit als der andere. Die Naturelle der Firmenchefs sind verschieden – und die Zeitpunkte, wo man meint, nach außen Position beziehen zu müssen und zu wollen oder eben eher nicht.

Jakob Sperling:

Ich warte auf etwas wie ein E-R4 oder ein leicht aufgemotzter Dacia Spring. Wenn die aus einem einigermassen freiheitlichen Land kommen und unter 30’000 kosten, kaufe ich so was sofort als Auto für den lokalen Verkehr.

Robert Ferl:

Ich las kürzlich den Spruch
„Wir müssen doch sowieso denken.
Warum dann nicht gleich positiv?“

egon_meier:

Da sollte schon der Tata Nano aus Indien kommen .. das waren noch Zeiten ..

egon_meier:

Wenn …

Frank Tufler:

Sehe ich auch so. Plus der dann ebenfalls sehr bald kommende R4 Electric und vielleicht was von Alpine. Allez enfants!

Thomas Torff:

Ich nehme Renault mal freundlich in Schutz: Wenn (falls!) ab 2024/25 der neue R5 Electric ein Burner wird, dann kann das mit zum elektrischen Wiedererstarken der Marke beitragen. Toi toi. Ich würde es Renault gönnen.

Gerhard Strabe:

Ich hoffe, dass zumindest mittelfristig dann die in Indien produzierten Kleinen auch auf dem europäischen Markt angeboten werden.
Ich nehm‘s mal am Beispiel jetziger Kleiner wie Nissan Micra, Kia Picanto, Hyundai i10 u. a.: Wenn die Qualität stimmt und der Preis, ist‘s uns Kunden doch egal, wo das Teil herkommt. Ich hab‘ 2000 meinen Audi TT aus Györ auch gerne genommen und Bangalore wäre mir auch recht gewesen:)

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