Renault Espace: SUV-Neuauflage auch als Plug-in-Hybrid?

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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Vom Familien-Van zum SUV: Renault präsentiert den neuen Espace, der über fünf Generationen hinweg als geräumigstes Modell der Marke zu einer Ikone avanciert ist. Getreu der DNA seiner Vorgänger ist auch der Newcomer als 5- oder 7-Sitzer zu haben. Er verfügt über eines der größten Panorama-Glasdächer auf dem Markt mit über einem Quadratmeter Fläche, so Renault. Als besonders dynamische Version werde der neue SUV auch in einer exklusiven Esprit Alpine Version erhältlich sein. Der Bestellstart für den neuen Espace erfolgt bereits im Frühjahr 2023. Preise haben die Franzosen bislang noch nicht genannt.

Als ideales Reisefahrzeug mit fünf oder sieben Sitzen repräsentiere der neue Espace die Offensive der Marke im C- und D-Segment, so Renault in einer aktuellen Mitteilung. Wie seine Vorgänger in den vergangenen vier Jahrzehnten vereine der Neuzugang Komfort und Raumangebot in Kombination mit Modularität und einem lichtdurchfluteten Innenraum.

Kompakter und um 215 Kilogramm leichter als sein Vorgänger sowie mit einem 146 kW / 199 PS starken E-Tech-Vollhybrid-Antriebsstrang ausgestattet, zeichne sich der neue Espace durch einen moderaten ökologischen Fußabdruck aus und benötige lediglich 4,7 Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer. Dies ermöglicht eine Reichweite von bis zu 1100 Kilometer. Die CO2-Emissionen in der leichtesten Variante betragen 104 Gramm pro Kilometer. Das sind 35 Prozent weniger als beim Vorgängermodell.

Das neue Modell basiert auf der eigens entwickelten CMF-CD-Plattform der Renault-Nissan-Allianz. Dass mit dem CMF-CD-Baukasten grundsätzlich auch Plug-in-Hybride möglich sind, beweisen der aktuelle Renault Megane E-Tech und der neue Mitsubishi Outlander PHEV. Gerüchteweise soll der neue Espace künftig ebenfalls extern geladen werden können.

Renault-Espace-Hybrid-Seite
Renault

Zunächst gibt es den Espace-SUV allerdings nur mit dem Kürzel E-Tech Full-Hybrid 200. Der Antrieb besteht aus einem 3-Zylinder-Turbobenzinmotor mit 1,2 Liter Hubraum, der 96 kW / 131 PS leistet und ein Drehmoment von 205 Nm liefert. Unterstützt wird er von zwei Elektromotoren: dem Hauptaggregat mit 50 kW / 68 PS, das ebenfalls 205 Nm Drehmoment mobilisiert, dem Antrieb dient und von einem 2 kWh fassenden Akku gespeist wird. Hinzu kommt ein sekundärer Hochspannungs-Startergenerator mit 18 kW / 25 PS (50 Nm) zum Anlassen des Verbrennungsmotors und zum Wechsel der Fahrstufen.

Mit Hilfe von Paddels am Lenkrad lässt sich zwischen vier Rekuperationsstufen wechseln. Dank der hohen Rekuperationsleistung soll der Antrieb es erlauben, im Stadtverkehr bis zu 80 Prozent aller Wege rein elektrisch zurückzulegen. Eine Anzeige im digitalen Cockpit informiert über die Energieflüsse und die verfügbare elektrische Leistung.

Renault-Espace-Hybrid-Cockpit
Renault

Die Funktion des vorausschauenden Hybridfahrens soll die Nutzung der elektrischen Energie während der Fahrt maximieren. Die Geolokalisierung und vernetzte Kartendaten, etwa zur Topografie der Straße auf den nächsten sieben Kilometern, liefern dem Batteriemanagementsystem erweiterte Informationen, um die Energie des Elektromotors optimal zu nutzen. Ist kein Fahrziel eingegeben, errechnet das System die wahrscheinlichste Route.

Intelligentes Multi-Mode-Getriebe

Das kupplungslose Multi-Mode-Getriebe verfügt über zwei Fahrstufen für den elektrischen Antrieb und vier Fahrstufen für den Verbrennungsmotor. Die Gangwechsel erfolgen automatisch und ohne Zutun des Fahrers. Inklusive Leerlauf erlaubt das System insgesamt 15 Fahrstufen- und Antriebskombinationen.

Je nach Energiebedarf, Leistungsabgabe, Ladestand des Akkus und aktiviertem Fahrprogramm ermöglicht das System den Betrieb im vollelektrischen Modus sowie im seriellen und parallelen Hybridmodus. Beim seriellen Hybrid treibt der Verbrennungsmotor den Generator an, der wiederum den elektrischen Fahrmotor mit Energie versorgt und den Akku lädt. Dies ist etwa bei geringem Ladestand der Fall. Im Parallelhybridbetrieb wirken E-Motoren und Verbrennungsmotor zugleich auf den Antriebsstrang, etwa beim starken Beschleunigen.

Quelle: Renault – Pressemitteilung vom 28.03.2023

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Norbert Seebach:

Ich bin überrascht, wie die Werbung es offenbar immer noch schafft, noch Kunden für ein Antriebskonzept zu gewinnen, das unter ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten vollkommen hirnrissig ist: doppelter Aufwand und Kosten für Verbrenner und E-Motor + winzigen Akku. Doppelter Wartungs- und Inspektionsaufwand. Enormer Sprit-Mehrverbrauch bei leerem Akku. Alle typischen Verschleißteile, die beim E-Fahrzeug wegfallen (da nicht vorhanden), fallen hier genauso an.
Alles in allem eine super Sache für Hersteller und Werkstätten! Und der Kunde guckt dumm aus der Wäsche. Chapeau!

Michael Neißendorfer:

Hallo ihr zwei,

die Kritik ist berechtigt. Die Intention des Artikels war, darauf hinzuweisen, dass die Plattform auch einen Plug-in-Hybrid erlauben würde. Das kam wohl nicht deutlich genug heraus. Merken wir uns fürs nächste Mal.

Schöne Grüße

Michael

Dieter K.:

Eine sehr berechtigte Frage. Hybrid-Fahrzeuge sind in erster Linie Verbrenner; Basta !

Jens:

Ich weiß nicht ob ich eine Elektroauto-Seite brauche, die Verbrenner vorstellt.
Nicht böse sein.

Wolfbrecht Gösebert:

„Die früheren Generationen des Espace waren genial: Viel Platz, flacher Boden,  herausnehmbare, bequeme Einzelsitze. Er hatte eine kurze Schnauze, war deshalb sehr geräumig und vielseitig nutzbar. Sogar das Fahrrad konnte ich einfach hineinstellen und notfalls auch bequem drin schlafen.

Ja. Das Letztere ging sogar gut zu zweit … den Espace hatte ich vier Jahre, die zweite Auflage mit bis zu 5 herausnehmbaren Einzel-Sitzen. Benzinverbrauch war nicht gerade sparsam zu nennen, Zuverlässigkeit war anders und Wartungskosten wurden bei Renault eher groß geschrieben … BTW: Die Kunststoffbeplankung des Espace verhinderte einfache Blechschäden und Rostkratzer zuverlässig.
Was da jetzt kommen soll, ist ein uninteressanter Hybrid-Aufguß eines SUV-Konzepts mit den (Wartungs-)technisch aufwändigen Nachteilen beider Welten …

Tom:

…nicht Fisch nicht Fleisch

Smartino:

Die früheren Generationen des Espace waren genial: Viel Platz, flacher Boden,  herausnehmbare, bequeme Einzelsitze. Er hatte eine kurze Schnauze, war deshalb sehr geräumig und vielseitig nutzbar. Sogar das Fahrrad konnte ich einfach hineinstellen und notfalls auch bequem drin schlafen. Schade, dass Renault dieses Konzept nicht weiterverfolgt hat und den Espace nicht vollelektrisch anbietet. Ein Hybrid kommt für mich nicht in Frage. Dieses Modell überzeugt mich nicht.

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