Rallye-WM startet bei der „Monte“ in die Hybrid-Ära

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Toyota

Wolfgang Plank
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  —  Lesedauer 2 min

Wenn am 20. Januar die 90. Auflage der legendären Rallye Monte Carlo startet, beginnt für die FIA-Rallye-Weltmeisterschaft nicht nur eine neue Saison, sondern sprichwörtlich eine neue Ära. Die Zeit der reinen Verbrenner ist – zumindest in der Königsklasse zu Ende. Rund um das Fürstentum Monaco debütieren revolutionäre Rally1-Fahrzeuge, die erstmals mit einem Hybrid-System unterwegs sind.

So geht auch Titelverteidiger Toyota mit einem gänzlich neuen GR Yaris in die ersten Sonderprüfungen. Zum rund 380 PS starken 1,6-Liter-Turbo gesellt sich eine Batterie mit 3,9 kWh, aus der eine Motor-Generator-Einheit beim Beschleunigen zusätzliche 100 kW (136 PS) freisetzt. Für einen begrenzten Zeitraum von mehreren Intervallen zu je drei Sekunden stehen in dem 1260 Kilo schweren Allradler damit mehr als 500 PS Systemleistung zur Verfügung.

Die zweite grundlegende Neuerung betrifft den Sprit. Für einen CO2-neutralen Fußabdruck sorgt ein spezieller Treibstoff, der aus einer Mischung von synthetisch und biologisch hergestellten Komponenten besteht. Nach Angaben der FIA ist er zu 100 Prozent nachhaltig.

Zu den weiteren Regeländerungen der neuen Saison gehören nach Angaben von Toyota eine weniger komplexe Aerodynamik, die Rückkehr zu einer mechanischen Schaltung und die Abschaffung des aktiven Mitteldifferenzials. Durch diese Abrüstung in Sachen Technik rückt das Geschick der Piloten wieder stärker in den Vordergrund. Das gilt auch für den neuen Fahrstil. Schließlich gilt es, die elektrische Zusatzenergie bestmöglich einzusetzen. „Für den Rallyesport beginnt eine neue Zeitrechnung“, sagt Toyota-Teamchef Jari-Matti Latvala. Es gebe noch viele Fragezeichen, aber die Monte werde bereits einige Antworten geben. „Unser Team hat hart gearbeitet, aber bis zur ersten Rallye weiß niemand, wie gut die verschiedenen Autos tatsächlich sind.

Beim Auftaktlauf in den französischen Seealpen wechseln sich traditionell trockener Asphalt mit Schnee und Eis ab. Titelverteidiger Sébastien Ogier bestreitet die Saison mit Benjamin Veillas als neuem Beifahrer. Die Vize-Weltmeister Elfyn Evans und Scott Martin sowie Kalle Rovanperä und Jonne Halttunen, Viertplatzierte des letzten Jahres, komplettieren das Toyota Gazoo Racing World Rally Team. Mit Takamoto Katsuta und Co-Pilot Aaron Johnston, die für das neu gegründete TGR-Team Next Generation starten, wird zudem ein vierter Toyota GR Yaris Rally1 an allen WRC-Läufen 2022 teilnehmen.

Zur Jubiläumsausgabe der Monte wurde der Servicepark von Gap nach Monaco verlegt. Am Donnerstag stehen die ersten beiden Nachtprüfungen an. Die zweite beinhaltet eine Rückkehr zum legendären Col de Turini, der zum ersten Mal seit 2013 wieder im Dunkeln befahren wird.

Quelle: Toyota – Pressemitteilung vom 17. Januar 2022

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Wolfgang Plank

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Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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Helmuth Meixner:

!
Saubere Sache
„So geht auch Titelverteidiger Toyota mit einem gänzlich neuen GR Yaris in die ersten Sonderprüfungen. Zum rund 380 PS starken 1,6-Liter-Turbo gesellt sich eine Batterie mit 3,9 kWh, aus der eine Motor-Generator-Einheit beim Beschleunigen zusätzliche 100 kW (136 PS) freisetzt. Für einen begrenzten Zeitraum von mehreren Intervallen zu je drei Sekunden stehen in dem 1260 Kilo schweren Allradler damit mehr als 500 PS Systemleistung zur Verfügung.

Die zweite grundlegende Neuerung betrifft den Sprit. Für einen CO2-neutralen Fußabdruck sorgt ein spezieller Treibstoff, der aus einer Mischung von synthetisch und biologisch hergestellten Komponenten besteht. Nach Angaben der FIA ist er zu 100 Prozent nachhaltig.“

Wäre schon anrüchig, wenn man mit Kohle- und Atomstromantrieb gewinnen würde.

Wann kommt später der H2-GR-YARIS?

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