Auch Porsche wechselt in den Krisenmodus

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Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 2 min

Nun steckt auch VW-Tochter Porsche in der Krise. Am Mittwoch habe Volkswagen– und Porsche-Chef Oliver Blume seine Mannschaft im Fußball-Jargon auf harte Zeiten eingeschworen, berichtet der Business Insider (BI). „Das nächste Jahr wird das schwerste sein. Es wird eine Verkettung von Risikoszenarien geben“, sagte Blume demnach. Wenn man zusammenstehe und um jedes Auto fighte, könnte man aber am Ende trotz Gegentoren 4:3 gewinnen.

Wenig Grund für Torjubel dürfte es indes für 600 Mitarbeiter mit befristeten Verträgen geben. Diese sollen nicht verlängert werden, so wie dies zuletzt auch für das VW-Werk in Zwickau angekündigt worden war. Nach jahrelangem Mitarbeiteraufbau bis hin zu knapp 25.000 Arbeitskräften ist dies der erste Abschwung seit langer Zeit.

Dass nun derart massiv auf eine kommende Krise hingewiesen wird, kommt ein wenig überraschend. So schreibt der BI: „Der Umsatz der Zuffenhausener kletterte in den ersten neun Monaten im Jahresvergleich um 12,6 Prozent auf 30,1 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis stieg um 9 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro. Das Ergebnis nach Steuern stieg von 3,7 Milliarden auf 3,94 Milliarden Euro.“

Vier Modell-Erneuerungen gleichzeitig

Gründe für die erwartete Erfolgsdelle seien zum einen der schwächelnde chinesische Markt und zum anderen die anstehende Erneuerungen von vier Modellen gleichzeitig. Deshalb trete laut BI ein V-Effekt ein, weil ältere Modellreihen aus dem Markt genommen und neue Reihen eingeführt werden. Da es dann übergangsweise weniger Porsche auf dem Markt gebe, sei mit Absatz- und Umsatzeinbrüchen zu rechnen. Zudem führe die hohe Inflation zu Problemen, Lieferanten verursachten höhere Kosten.

In den vergangenen Jahren seien viele Mitarbeiter mit auslaufenden Zeitverträgen dauerhaft übernommen worden – auch weil entsprechend viele ältere Mitarbeiter in den Ruhestand entlassen worden waren. Inzwischen habe man aber einen „eingeschwungenen Zustand“ erreicht, es gelte das Prinzip Umbau statt Aufbau. Porsche elektrifiziert zunehmend seine Modellreihen, als nächstes kommt der kleine Porsche-SUV Macan in einer vollelektrischen Version. Auch der Taycan soll 2024 in einer überarbeiteten Version neu aufgelegt werden.

Quelle: Business Insider – „Wir fighten um jedes Auto“: So schwört Porsche-Chef Blume Mitarbeiter bei interner Betriebsversammlung auf „das schwerste Jahr“ ein

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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Wolfgang M.:

Nun lass‘ mal die Polemik weg!
Ein Elektro-Auto braucht genauso wie ein ICE- / Verbrenner-Auto eine windschlüpfrige und vor allem ansehliche Karrosserie, ein möglichst gutes Fahrwerk mit exakter Lenkung und griffigen Bremsen. Nur weil kein aufwendiges 7- oder 9-Gang-Getriebe nötig ist, ist das keine ganz neue Wissenschaft!!
Was wurde früher, also in der Vor-Elektro-Auto-Zeit in Testberichten über die Exaktheit der Lenkung, der Bodenhaftung bei Kurvenfahrten oder der Spurhaltung bei Vollbremsungen lamentiert?
Derartige Einlassungen findet man beim Test von E-Autos eher selten.
Hier stürzt man sich auf ganz neue Parameter, wie die Reichweite oder die Ladezeit von 30 – 80%.
Wenn die Tester sich auch auf diese Parameter einlassen würden, würde vielleicht nicht der Eindruck von etwas komplett Neuem erweckt werden.

Wolfgang M.:

Ich versuche zu begreifen, woher dieser 18% Wert stammt? Im Artikel kann ich ihn ni ht finden!

Harald:

Börsenstand aktuell bei 76€ …. die Dividende pro Aktie beträgt aktuell 1€
toller Deal…..!!!

Harald:

Traumdividenden?
die sind an mir vorbeigezogen…..
selbst Traumdividenden könnten den massiven Kursrutsch nicht ausgleichen.
Extremer Spitzenreiter (negativ) in meinem Depot ist Daimler Benz mit über 50% Verlust.
Einfach mal sacken lassen….

Christof Hülsdünker:

Schon vor Jahren nannte Volker Pispers den Zustand der USA „Kapitalismus im Endstadium“.
So gesehen sind wir „auf einem guten Weg“!

panibodo:

Porsche: Kurs im Juni bei 115 €, jetzt bei 84.
VW: Dümpelt seit Jahren vor sich hin und von den Dividenden werden wir nicht reich.
Nein, die Börse ist kein Argument, aber auch ich lese und höre fast nur von irrwitzigen Gewinnen der Autobauer.

DirK Bethge:

Die Batterieautus im größeren Segment werden allesamt auf die Nase fallen. Im Kurzstreckenverkehr innerstädtischen wird es Erfolg haben.

Läubli:

Du weisst, wovon du sprichst und machst das gut so, so wurde ich auch erzogen… ich liebe aber Geschichten trotzdem, obwohl ich selten auf Vertrauen signieren könnte. Aber meine jedoch, die glaube ich natürlich jeweils zu 100% – ist ja klar. ;)

PS: die allermeisten Kommentare hier sind Geschichten und subjektive Meinungen… also selten das wirklich Gelbe vom Ei. Ist ja auch normal, für genau das sind ja Kommentare in den Foren gedacht, dass man darüber sprechen und spekulieren kann. Wenn man allen Ernstes nur Fakten will, dann sollte man sich in den entsprechenden Quellen mit der benötigten Vorsicht direkt informieren, nicht hier in Foren.

Übrigens: E-Autos SIND BESSER, weil sie am Einsatzort keine Abgase produzieren und daher vor allem für Stadtmenschen viel, viel Vorteile mit sich bringen.

Kokopelli:

Ok, dann bin ich tatsächlich gespannt. Was soll denn am Verbrenner besser sein? Kannst uns gerne vorrechnen.
Der Wirkungsgrad? Der Verbrauch? Der Sound (wobei bei einem 3 / 4 Zylinder kann man nicht von Sound sprechen) ?

Übrigens kenne ich selbst viele Fahrzeugtechnikingenieure noch aus dem Studium und die meisten kennen halt „ihren“ Verbrennungsmotor, „ihr“ Getriebe und möchten sich beruflich nicht umorientieren.
Das kann ich durchaus verstehen, denn die Konstruktion eines Vierziylinder Motors hat so rein gar nichts mit einem Elektromotor oder einer Batterie zu tun. Oder ein Applikationsingenieur für Getriebe, sein Know How ist plötzlich weitestgehend wertlos, ebenfalls dem Applikateur für das Motorsteuergerät.
Wer möchte schon sein über jahrelange intensive Beschäftigung wieder bei 0 anfangen. Ein hochbezahlter Ingenieur wohl kaum.

Dieter Mrz:

Porsche im Krisenmodus, aber weiter fette Boni ans Management und dicke Sonderzahlungen an die Belegschaft. Für so eine Sonderzahlung arbeitet eine Teilzeitkraft ein halbes oder gar ein ganzes Jahr. Das passt nicht zusammen und am Ende zahlt’s der Normalbürger über Subventionen oder Kurzarbeitergeld. Porsche hätte doch problemlos die Möglichkeit, sich Geld über Aufschäge bei jedem verkauften Auto von der reichen Kundschaft zu holen. Ob der 911er nun 150.000 oder 170.000 kostet, das ist doch in dem Preissegment völlig egal.

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