Porsche und VW wollen „ganz klar in Richtung Elektromobilität“

Cover Image for Porsche und VW wollen „ganz klar in Richtung Elektromobilität“
Copyright ©

Volkswagen

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Porsche- und Volkswagen-Chef Oliver Blume hat in den vergangenen Wochen in zwei Interviews betont, dass der Antrieb der Zukunft der rein elektrische ist. Aktuelle Diskussionen, etwa über eine Aufweichung des Endes der Verbrenner-Technologie ab 2035, empfindet er als nicht zielführend. Europa brauche „eine verbindliche Gesetzgebung, die klar in Richtung Elektromobilität geht. Die Automobilindustrie ist langzyklisch und braucht verbindliche Regelungen“, sagte Blume in einem Interview mit Welt am Sonntag.

Den EU-Kurs, mit dem Verbot fossil betriebener Verbrenner ab 2035, sollte die Staatengemeinschaft fortführen: „Dass die EU 2035 an der Elektromobilität festhält, aber andere Technologien einbezieht, finde ich richtig“, sagte er mit Blick auf den Einsatz alternativer Verbrennerkraftstoffe, den E-Fuels. Diese synthetischen Kraftstoffe könnten gerade bei Fahrzeugen im Bestand helfen, „sofort etwas für den Klimaschutz zu tun“. Der Flaschenhals für E-Fuels allerdings sei die geringe Verfügbarkeit:Allein die verfügbaren Mengen synthetischer Kraftstoffe schließen eine Verwendung in der großen Breite an Fahrzeugen aus“, stellt Blume klar. Denkbar seien sie eher als Nischenlösung für Fahrzeuge wie den Sportwagen Porsche 911.

Technologisch und in Bezug auf den Klimaschutz gehe der Kurs klar in Richtung E-Mobilität, sagte Blume, der in Doppelfunktion die Geschicke von Porsche sowie des VW-Konzerns lenkt. Das sollte sich auch in der Realität widerspiegeln: „Würde die Elektromobilität straff hochfahren, gäbe es diese Probleme nicht in dieser Form“, so Blume über die aktuellen Herausforderungen im E-Auto-Markt. Zudem gelte es, „die Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland zu stärken. Im internationalen Vergleich haben wir ein Kostenproblem.“

Im Gespräch mit Auto, Motor und Sport sagte er in seiner Funktion als VW-Konzernchef, dass der weltweit zweitgrößte Autohersteller in der Pflicht sei, „attraktive Fahrzeuge zum richtigen Preis“ anzubieten. Was ab 2025 der Fall sein soll: „Im kommenden Jahr stellen wir die erste Serie von Fahrzeugen um die 25.000 Euro vor. Mit Produkten von Volkswagen, Skoda und Cupra“, erklärte er. „Unmittelbar danach“ seien kleinere E-Autos „für rund 20.000 Euro“ geplant. „Ich sehe es als Verpflichtung des Volkswagen-Konzerns. Wir müssen bezahlbare Mobilität anbieten“, so Blume.

„Das Auto wird der Hammer“

Auch bei Porsche schreitet die E-Mobilität voran, als nächstes Modell ist der rein elektrische Sportwagen 718 geplant, als Boxster und Cayman. „Das Auto wird der Hammer“, stellte Blume in Aussicht. „Positive Entwicklungen“ für die E-Mobilität insgesamt erwartet der Manager durch die stetig sinkenden Kosten für die Batterien, dem mit Abstand teuersten Bauteil eines E-Autos. Bei Porsche sein man „davon überzeugt, dass die Elektromobilität sich in der Zukunft durchsetzen wird“, und das gelte für Modelle jedes Segments, vom Sportwagen 718 bis zum K1, dem rein elektrischen Siebensitzer, der gegen Ende des Jahrzehnts debütieren soll.

Zwar wolle Porsche noch einige Jahre dreigleisig fahren, mit E-Autos, Plug-in-Hybriden und reinen Verbrennern. „Aber gerade bei Produkten für das nächste Jahrzehnt halten wir die Elektromobilität für die richtige Entscheidung“, so Blume. Ganz so lange darf Volkswagen sich allerdings nicht Zeit lassen. Denn schon ab 2025 gelten in der EU strengere CO2-Flottengrenzwerte, die der Volumenhersteller zu reissen droht und in dem Fall hohe Strafzahlungen leisten müsste.

So weit will Blume es nicht kommen lassen, wie er der Welt am Sonntag sagte: „Wir werden dafür kämpfen, den Anteil der Elektrofahrzeuge nach oben zu bringen“, sagte er. 2025 werde noch kritisch sein, ab 2026 werde es leichter. Denn dann sollen die geplanten Einstiegsmodelle um 25.000 Euro auf dem Markt sein. Und hoffentlich viele Käufer finden.

Quelle: Die Welt – Porsche Chef will „ganz klar in Richtung Elektromobilität“ / Auto, Motor und Sport – „Verbrenner, Hybrid und E-Antrieb in jedem Segment“

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Schreib einen Kommentar und misch dich ein! 🚗⚡👇


Pedro G.:

Die vorhandenen Batteriewerke werden die Innovationen in bessere Technologien solange wie möglich verzögern !

Wäre einer DA der die Doppelte Reichweite bei 30 % Gewicht Reduktion um den gleichen Preis anbieten würden Diese nichts mehr verkaufen !

Das ist und war bei der Ölindustrie genau das gleiche !

Smartino:

„Um Geld zu verdienen braucht es immer noch Verbrenner….“
Ich mag das nicht mehr hören, denn
es gibt da einen Hersteller, der beweist, dass es keine Verbrenner braucht, um Geld zu verdienen.

DoDo:

Da beißt sich der Hund in den Schwanz. Um Geld zu verdienen braucht es immer noch Verbrenner, um Flottenziel zu erreichen, baut man gerade soviel BEV wie nötig. Es gestaltet sich langsam, aber auch wenn VW Federn lassen wird, wird es langfristig gesehen stetig nach oben mit Stückzahlen der BEV‘s gehen.

Peter:

Die gibt es schon…nur halt nicht von VW.

Apfel:

Ich denke auch, dass VW schrumpfen wird. Die werden in ein Paar Jahren unter die 7 Millionen Marke fallen und sich am Ende vielleicht bei 5 Millionen einpendeln, außer die schütteln 2025 wirklich was günstigeres aus dem Ärmel, was nicht auch schon andere Hersteller im Programm haben.

Selbst die Verbrenner kannten immer nur einen strammen Weg nach oben, was die Preise angeht.
Der Golf 7 ging in der Basis bei knapp 18k los.
Der Golf 8 liegt in der Basis bei knapp 27k los.

Der ID.3 muss einfach noch um 15% nach unten rutschen was den Preis angeht, dann wird das Interesse auch geweckt.

Marcel Gleißner:

Was interessiert mich Porsche!!!
Wo bleiben die bezahlbaren E-Autos mit guter Reichweite, E-Kleinwagen bzw. E-Kombis, immer nur Blabla.
NICHT Labern, sondern machen!!!!

Peter:

Sieht man ja jetzt schon am Werk in Mosel, 1200 auslaufende Arbeitsverträge, Abschaffung von Schichten, schlechte bis keine Nachfrage, Fahrzeugproduktion auf Halde, drohende Kurzarbeit.

Hiasl:

Diese Statements sind lediglich für die Stakeholder gedacht. Worte statt Taten. VW wird schrumpfen und diese Entwicklung ist nicht aufzuhalten.

BEV:

ja dann macht es doch endlich mal, baut gute BEVs, die günstiger sind als Verbrenner und schon läuft es

Ähnliche Artikel

Cover Image for EU: Marktanteil von E-Autos steigt auf 15,6 Prozent

EU: Marktanteil von E-Autos steigt auf 15,6 Prozent

Daniel Krenzer  —  

In Deutschland steigt der Anteil von Elektroautos in diesem Jahr besonders stark an. Frankreich hingegen schwächelte.

Cover Image for PEM: Europas Batterie-Industrie vor dem „Tal der Tränen“

PEM: Europas Batterie-Industrie vor dem „Tal der Tränen“

Sebastian Henßler  —  

Europas Batteriebranche kämpft mit hohen Kosten, fehlendem Know-how und dem Vorsprung asiatischer Wettbewerber – PEM-Professor Heimes zeigt die Folgen.

Cover Image for IAA: „Von deutschen Herstellern ist ein Modellfeuerwerk zu erwarten“

IAA: „Von deutschen Herstellern ist ein Modellfeuerwerk zu erwarten“

Michael Neißendorfer  —  

Kunden dürfen sich auf ultrakurze Ladezeiten und hohe Reichweiten freuen, so Capgemini-Analyst Sulek, die E-Mobilität wird also nochmals alltagstauglicher.

Cover Image for MG Motor will in zwei Jahren 13 neue E-Autos herausbringen

MG Motor will in zwei Jahren 13 neue E-Autos herausbringen

Daniel Krenzer  —  

Mit einer Produktoffensive will die SAIC-Marke vor allem auf dem Heimatmarkt mehr Kunden von seinen E-Autos überzeugen.

Cover Image for Porsche frischt den Elektro-Macan auf

Porsche frischt den Elektro-Macan auf

Michael Neißendorfer  —  

Porsche stattet den vollelektrischen Macan mit neuen Assistenzsystemen und digitalen Features aus. Im Fokus stehen mehr Komfort beim Parken, Laden und Ziehen.

Cover Image for Hyundai-Kia und Batteriehersteller arbeiten zusammen für sicherere Elektroautos

Hyundai-Kia und Batteriehersteller arbeiten zusammen für sicherere Elektroautos

Laura Horst  —  

Führende südkoreanische Autohersteller und Batterieunternehmen wollen gemeinsam die Batteriesicherheit verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit stärken.