Porsche gegen Diesel-Subvention

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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Porsche hat gegenüber dem BusinessInsider Position bezogen: Das Unternehmen fordert die Abschaffung staatlicher Subventionen für Dieselautos. Diese Forderung geht aus Insiderinformationen hervor, die aus dem Vorstand des Unternehmens stammen sollen. Mitglieder des Führungsgremiums von Porsche seien überzeugt, dass die derzeitige Förderung von Dieselkraftstoff angesichts der ehrgeizigen Klimaziele der Bundesregierung nicht mehr zeitgemäß ist.

In Deutschland zahlen Autofahrer, die Diesel tanken, weniger Steuern als auf Benzin. Für einen Liter Diesel werden derzeit 47 Cent Steuern fällig, während für Benzin 65 Cent anfallen. Dieselkraftstoff ist damit um 18 Cent pro Liter günstiger. Diese sogenannte Dieselprivilegierung kostet den Staat laut Umweltbundesamt jährlich acht Milliarden Euro.

E-Auto-Förderung statt Diesel-Subvention

Einige Führungskräfte bei Porsche seien überzeugt, dass diese Gelder besser in die Förderung von Elektroautos und synthetischen Kraftstoffen investiert werden könnten. Sie weisen darauf hin, dass die Subventionen in Deutschland und der EU in Konkurrenz zu denen in China und Nordamerika stehen. In China beispielsweise wird bis zum Jahr 2027 keine Kaufsteuer auf Elektroautos erhoben, was die chinesische Regierung schätzungsweise 66 Milliarden Euro kostet.

Auch die Vereinigten Staaten haben mit dem Inflation Reduction Act (IRA) ein umfangreiches Förderprogramm für Elektroautos und Batteriezellfabriken aufgelegt. Elektroautos werden dort mit bis zu 7.000 Euro subventioniert. Eine der Bedingungen ist jedoch, dass Teile der geförderten Fahrzeuge in den USA oder Kanada produziert werden müssen. Dies lockt auch europäische Autobauer wie Porsche oder Volkswagen an.

Die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, hat angekündigt, auf die großzügigen Subventionen aus Amerika zu reagieren, bisher gibt es jedoch noch kein entsprechendes Pendant in Europa oder Deutschland. Führungskräfte von Porsche gehen davon aus, dass eine Umschichtung der Dieselsubventionen hin zu nachhaltigeren Antrieben ein erster Schritt in diese Richtung wäre.

Porsche agiert aus Vorreiterrolle

Porsche selbst hat bereits im Jahr 2019 die Produktion von Diesel-Autos eingestellt. Ein wesentlicher Auslöser dafür war der Dieselskandal. Zu dieser Zeit belieferte Audi den Sportwagenhersteller mit Dieselmotoren, die mit einer betrügerischen Software ausgestattet waren. Der damalige Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück äußerte damals öffentlich, Audi hätte „kranke Motoren“ geliefert und fügte hinzu: „Wir fühlen uns von Audi betrogen“. Kurz darauf war das Diesel-Geschäft bei Porsche passé.

Die Forderung von Porsche nach einer Abschaffung der Dieselsubventionen ist ein starkes Signal in Richtung einer nachhaltigeren Mobilität. Es bleibt abzuwarten, ob die Bundesregierung und die EU auf diese Forderung reagieren und ob andere Automobilhersteller diesem Beispiel folgen werden.

Quelle: BusinessInsider – Kein Steuergeld mehr für Dieselautos: Porsche-Vorstand will Abschaffung von Milliarden-Subventionen

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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Rocco:

Subventionen?
Vielleicht rechnet mal irgendwer die deutlich höhere Kfz-Steuer gegen. Ich würde auch weiterhin Diesel fahren, wenn der so viel wie Benzin kosten würde.

Herwig:

„...Gelder besser in die Förderung von Elektroautos und synthetischen Kraftstoffen..
Haha! Nachtigall, ick hör dir trapsen!
In der Gesetzes-Bestellung bei Lindner fällt „Elektroautos und“ dann doch wieder weg!

Olli:

Wenn Porsche das möchte wird Porsche-Fan Lindner wohl nicht mehr drum rum kommen.

titan:

Dann könnte das #Dienstwagenprivileg auch gekappt werden, oder eine Höchstgrenze zur Abschreibung eingezogen werden! Kein Mensch braucht mehr als z. B. einen ID3 … da würde dann Porsche wieder den #Lindner täglich anrufen!

Bernhard:

Das ist sehr erfreulich, denn die FDP macht ja bekanntlich Verkehrspolitik à la Porsche.

Philipp:

Das Unternehmen, das schon 2018 entschieden hat keine Diesel mehr zu entwickeln, gibt bekannt, dass die Dieselsubvention beendet werden sollte.
Wenn man nicht selbst betroffen ist, ist diese Forderung also nunmal nicht wirklich revolutionär…

Wolfbrecht Gösebert:

E-Fuels müssen nicht gefördert werden. Die werden immer viel zu teuer sein, außer für Nischen und den Flugverkehr.

+1

Silverbeard:

Subventionen dürfen nur für Entwicklung und fiorschung eigesetzt werden der rest regelt der Markt von ganz alleine

Bis auf diesen Satz kann ich dem Kommentar zustimmen.

Leider regelt der Markt nicht alles alleine, die Regierung muß schon eingreifen. Beispiel Wohnmarkt. Obwohl Immobilien und Mieten viel zu teuer sind, wird trotzdem nicht ausreichend gebaut. Der Gewinn ist auch so zu realisieren, deshalb wird es auch in Zukunft zu wenig Wohnraum geben.
Darum sind Vorschriften mMn. wirksamer als Förderungen. Regierungen trauen sich nur zu selten, weil die Wiederwahl wichtiger als die richtige Entscheidung ist. Mit einem klaren Verbot der Neuzulassung von privaten PKW mit Verbrenner, anstelle des E-Fuels Geschwurbel, würde der Markt es tatsächlich ‚alleine‘ regeln.

Silverbeard:

E-Fuels müssen nicht gefördert werden. Die werden immer viel zu teuer sein, außer für Nischen und den Flugverkehr.

Gerne weg mit den Vorteilen für Diesel und auch gleich die Steuerbefreiung für Kerosin auf innerdeutschen Flügen einkassieren.

Ein Befürworter von E-Fuels muß diese Steuermehreinnahmen aber in EE Kraftwerke umleiten wollen. Denn EE Strom ist der Flaschenhals beim E-Fuels, nicht die Entwicklung.

Manfred:

Wie währe es den Subventionsirrsin ganz zu stoppen. Keine schon eingenommenen Steuergelder ausgeben um damit die Marktmechanismen zu stören. Man könnte vorrübergehende Steuerleuchterungen beschließen für Unternehmen, die bei uns Sinnvolle und politisch gewollte Produkte auf den Markt bringen wollen. Nach einer Übergangszeit müssen diese Unternehmen sich selber durchsetzen und ihre Position am Markt erkämpfen. Danach wird nichts mehr bezuschusst oder Subventioniert. Dann erhält die Gesellschaft durch Steuereinnahmen zurück worauf sie vorrübergehend verzichtet hat. Also ein Geben und Nehmen.

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