Polestar-CEO fordert: Politik muss ihre Versprechen halten

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Hannes Dollinger
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  —  Lesedauer 2 min

Michael Lohscheller, CEO des Elektroautoherstellers Polestar, hat ein klares Statement abgegeben: Die Klimaziele sind in Gefahr, wenn die Politik ihre Versprechen nicht einhält. Der Appell richtet sich insbesondere an die Teilnehmer der COP29, der 29. UN-Klimakonferenz. Lohscheller appelliert, wir befinden uns in einem kritischen Moment für die globale Klimapolitik. Er fordert mehr Entschlossenheit und schnelles Handeln, um die Versprechen des Pariser Abkommens umzusetzen.

Lohscheller mahnt: Trotz ehrgeiziger Ziele und zahlreicher Diskussionen steigen die Treibhausgasemissionen weiter an. Investitionen und Ambitionen allein reichen nicht aus. Es fehle an Geschwindigkeit und Dringlichkeit. Die Welt habe die Technologien und die Werkzeuge, um den Wandel anzustoßen – was fehlt, sei der Wille der Politik, diese Möglichkeiten auch konsequent zu nutzen.

Die Elektroauto-Technologie ist bereit, heißt es in dem Statement. Sie habe sich bewährt, in vielen Bereichen seien Elektroautos inzwischen besser als ihre Pendants mit Verbrennungsmotor. Doch die Akzeptanz hinke weiter hinterher, statt der erhofften Beschleunigung verlangsame sich in vielen Ländern der Wandel. Dies liege, so Lohscheller, an mangelnder politischer Unterstützung und an Rückschlägen, wie sie derzeit in Europa zu beobachten sind: Vorhaben, die einst als Meilensteine gefeiert wurden, wackeln jetzt unter dem Vorwand, Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze zu schützen.

Norwegen, Indien und China würden zeigen, dass es auch anders geht. Klare Anreize und entschlossene Maßnahmen würden den Wandel in diesen Ländern beschleunigen. Lohscheller stellt fest, dass es oft die kleinen politischen Impulse sind, die eine Lawine ins Rollen bringen können. Einmal umgestiegen, werde Elektromobilität zur selbstverständlichen Entscheidung. Diese Dynamik brauchen wir überall, sagt der Manager.

Doch derzeit sieht Lohscheller eine gegenteilige Entwicklung. Kurzfristige wirtschaftliche Ängste – kleine Dellen in der Konjunktur – halten Politiker davon ab, entschlossene Klimamaßnahmen umzusetzen. Das gefährde nicht nur die grüne Transformation, sondern sorge auch dafür, dass fossile Alternativen billiger blieben und somit attraktiver wirkten.

„Haltet eure Versprechen“

Sein Appell an die Entscheidungsträger der COP29 ist unmissverständlich: „Haltet eure Versprechen.“ Unterstützt die bestehenden Lösungen, fördert den Übergang zur Elektromobilität und setzt einen globalen Preis auf CO₂-Emissionen fest, sagt er. Die Technologien seien da, die Unternehmen seien bereit – was fehle, seien klare Signale der Politik und die Entschlossenheit, die Zukunft wirklich zu gestalten.

Lohscheller schließt mit einem optimistischen Ausblick: Es gebe genug Unternehmen, die bereit seien, den Wandel voranzutreiben. Politiker müssen diese Bereitschaft nutzen und die Transformation beschleunigen. Es sei nicht die Zeit für Zögern, sondern für Taten. Die Chance müsse nur ergriffen werden.

Quelle: Polestar – Pressemitteilung

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Hannes Dollinger

Hannes Dollinger

Hannes Dollinger schreibt seit Februar 2023 für Elektroauto-News.net. Profitiert hierbei von seinen eigenen Erfahrungen aus der Welt der Elektromobilität.

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pani:

Aua, das tat weh. Ich kommentiere diesen Unsinn nicht weiter.

Pedro G.:

Wie füllen wir die Staatskasse ?
Jedes Jahr erhöht der Saat die CO²Steueer um 15 % ist ganz einfach !

HKO:

Nicht „würde“ sich durchsetzen, sondern sie wird sich definitiv durchsetzen. Allerdings: Wer zuletzt kommt, den bestraft das Leben.

Marcel Gleißner:

Auch bei guter Wirtschaftslage können sich die meisten Menschen kein E-Auto leisten. Ich bin nicht bereit für ein E-Kleinwagen 30.000€ und mehr zu bezahlen. Das ist viel zu teuer für mich. Ich kaufe ausschließlich günstige Gebrauchte Autos unter 10.000€. Den Alten E-Schrott könnt Ihr behalten, das ist für mich ein zu großes finanzielles Risiko.

Marcel Gleißner:

Wenn die BEV so gut wären, dann müsste man den Verbrenner nicht quasi verbieten.
Eine Bessere Technologie würde sich von alleine durchsetzen.

Marcel Gleißner:

Finanzielle Versprechen sind nur schwer zu halten, wenn die Staatskasse leer ist

FreemanT:

“…was fehle, seien klare Signale der Politik”.
Das sogenannte “Verbrennerverbot” war nicht klar genug? Wenn man die Sülze von “Technologieoffenheit” und das Geblubber von “E-Fuels” ernst nimmt….
Schon über 30 Jahre verhindert eine mächtige Autolobby die Entwicklung hin zur Dekabonisierung und das tatkräftig unterstützt von der Politik. Da wird schon mal aus einem klaren Betrug, nur eine „Schummelsoftware“ Und jetzt wo die Autoindustrie nicht mehr weiter kommt (mit ihrer Abzocke) werden tausendfach Menschen und deren Existenz, durch Entlassungen, zerstört. Echt erbärmlich… und die Politik springt wieder auf den Zug auf.

Pheaton:

Das Sind die ersten Zeichen, dass es für Polestar langsam eng wird und das wird nicht der letzte reine BEV Hersteller sein.
Die Zielgruppe die man mit dieser Antriebstechnoligie erreichen kann, jst viel zu klein für die vielen Anbieter die wie Pilze aus dem Boden wachsen.
Ich fahre mit meinem Diesel mit HVO-100 Kraftstoff auf jeden Fall Umwelt freundlicher als der reine BEV Fahrer in dieser Jahreszeit.

Martin:

„…was fehle, seien klare Signale der Politik“.
Das sogenannte „Verbrennerverbot“ war nicht klar genug? Wenn man die Sülze von „Technologieoffenheit“ und das Geblubber von „E-Fuels“ ernst nimmt (aber wer außerhalb der FDP tut dies..?!), vielleicht, aber die Richtung und das Ziel sind doch für jeden sichtbar.

Dass jetzt nicht die BEV-Verkäufe explodieren, hat mehrere Gründe: FUD durch diverse Fossillobbyisten, (und da sind die Automobilhersteller vorne mit dabei!) und eine Preispolitik, die sich auf den wohlsituierten Gutmenschen stützt. (der aber nicht die Mehrheit der potentiellen Autokäufer stellt).

Hättet Ihr doch beizeiten mal eure Hausaufgaben gemacht!
„Wenn Sie 2025 kein E-Mobil für unter 20.000 Euro anbieten, dann werden Sie – so fürchte ich – im Markt scheitern“, sagt der damalige damalige Grünen-Spitzenpolitiker und heutigen Bundeswirtschaftsminister im Doppelinterview mit dem damaligen VW-Konzernchef Herbert Diess in der „ Welt “.

Rafael Schwarzer:

Das ist vollkommen richtig, dann sollten die Hersteller auch gefälligst Ihren Beitrag dazu leisten, und die Preise Marktgerecht und an die wirtschaftliche Lage der jeweiligen Länder anpassen!!! Beste Beispiel ist Deutschland dafür aktuell, wie jeder weiß, sind die Lebenshaltungskosten explodiert in DE, somit nimmt die Kaufkraft der Menschen deutlich ab, fakt! Somit wird sich niemand ein E-Auto in einer vernünftigen Konfiguration,(nicht Basic Modellen), das über 70-80.000€ leisten können, somit bricht der Markt auch dementsprechend ein. Wenn Die Konjunktur wieder läuft, dann sind die Menschen auch bereit dementsprechende Preise zu zahlen, das war immer so, und wird auch immer so sein. Da besteht dringender Handlungsbedarf, grade von Seiten Polestars, was im übrigen ein wunderbares Fahrzeug ist.
Aber es geht um die von mir genannten Punkte…..

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