Niedrigpreise bei chinesischen E-Autos könnten weiter sinken

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Maria Glaser
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Eine E-Mail des Unternehmens BYD, die an die Öffentlichkeit kam und seit einigen Tagen auf der chinesischen Social-Media-Plattform Weibo kursiert, deutet an, dass das Unternehmen weitere Preissenkungen auf dem chinesischen Markt für Elektroautos plant. Von einem Preiskampf chinesischer Elektroautos ist die Rede bei Medien, die über die E-Mail von BYD berichten. Darin habe der chinesische Hersteller einen ungenannten Zulieferer aufgefordert, im kommenden Jahr Preissenkungen von 10 Prozent zu akzeptieren. Dies deute darauf hin, dass sich das Unternehmen darauf vorbereite, seine Fahrzeugpreise noch weiter zu senken und sich damit sowohl in China als auch in Europa weiter auf dem Markt zu etablieren, so die Berichterstattung.

Die jährlichen Verhandlungen mit Zulieferern seien in der Automobilindustrie üblich, so die PR- und Branding-Direktorin von BYD, Li Yunfei, in einer Stellungnahme. Dabei seien Vorschläge zu Preissenkungen keine zwingenden Anforderungen, sondern Ausgangspunkt für Verhandlungen, sagte sie.

Wetteifer um günstigere Preise

Seit etwa zwei Jahren steht BYD in der führenden Reihe chinesischer Unternehmen, die sich um Billigpreise ihrer Elektroautos bemühen. Dabei werden jedoch kleinere Unternehmen und Start-ups mehr und mehr an den Rand gedrängt. Infolge des zunehmenden Wettbewerbs haben sich verschiedene Unternehmen zur Zusammenarbeit entschieden, wie zum Beispiel Volkswagen und Stellantis mit den chinesischen Marken Xpeng und Zhejiang Leapmotor. Andere Hersteller für Elektroautos mussten wiederum Konkurs anmelden.

BYD ist in diesen Zeiten des Wettbewerbs einer der großen Gewinner mit steigenden Umsatz- und Gewinnzahlen. Die in China am meisten verkaufte Automarke macht knapp ein Drittel der Gesamtverkäufe von Plug-in-Hybriden und Elektroautos im Land aus. Bis zum Ende dieses Jahres wird das Unternehmen voraussichtlich 4 Millionen Fahrzeuge verkaufen. Um die zunehmende Nachfrage zu decken, wird die Produktion um fast 200.000 Einheiten hochgefahren und allein in den vergangenen drei Monaten wurden ähnlich viele neue Mitarbeitende eingestellt.

Außerdem konnte das Unternehmen die Preise seiner meistverkauften Modelle Anfang dieses Jahres stark senken und heizte dadurch den Wettbewerb weiter an. Noch immer verkauft BYD mehr als 90 Prozent seiner Autos in China, drängt aber trotz höherer Zölle verstärkt nach Europa und in andere Märkte. Der Autohersteller will seine Exporte in diesem Jahr auf 450.000 Autos verdoppeln.

Quelle: Electrek – Leaked email signals BYD’s plan to heat up EV price war

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Maria Glaser

Maria Glaser

Aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich kommend, verbindet Maria Glaser bei Elektroauto-News.net seit 2023 ihre Liebe zum Text mit fachlichen Inhalten. Seit ihrem Studium in Berlin und Wien arbeitet sie im Bereich Lektorat, Korrektorat und Content Writing, vor allem zu Mobilität.

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Uwe Bosse:

BYD möchten nicht die westeuropäischen Hersteller von E-Autos konkurs gehen lassen, sondern mit ihrem Verkaufsanteil den Wettbewerb ankurbeln. Ganau das bremsen die Zusatz-Zoelle aus. Dadurch werden die westeuropäischen E-Autos nicht automatisch preisgünstiger. So bremst man letztlich die Umstellung auf emissionsfreies Fahren. Von Seiten der Politik hierzulande wäre das schon mal angesprochene Bonus-Malus-System noch eine Möglichkeit. Bei Verbrenner-Kauf eine CO2-Steuer erheben und bei Elektroauto-Kauf die Mehrwertsteuer halbieren.

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