Mercedes-Benz: Ab 2022 wird weltweit CO2-neutral produziert

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Mercedes-Benz

Sebastian Henßler
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  —  Lesedauer 3 min

Bereits im Oktober 2019 gab der Daimler-Chef zu verstehen: „Wir müssen den Klimawandel angehen, wir können nicht mehr warten“. Das man es ernst meinte ließen die Pläne erkennen, dass die Produktion in den europäischen Mercedes-Werken bereits bis 2022 klimaneutral erfolgen soll. Bis 2039 soll die Pkw-Neuwagenflotte von Mercedes gänzlich CO2-neutral werden. Ende Mai 2020 verkündet Mercedes, dass man mehr Strom gebe, um bereits 2022 weltweit CO2-neutral zu produzieren und somit einen Teil zum Klimawandel beizutragen.

Die Rede ist hierbei weltweit von mehr als 30 Pkw- und Van-Werke weltweit. Um dies zu erreichen will man Schrittweise vorgehen. Zunächst konzentriert sich Mercedes darauf Emissionen, die in der Fahrzeug-Produktion und bei der Energieversorgung der Werke anfallen, konsequent zu reduzieren beziehungsweise diese so weit wie möglich ganz zu vermeiden. Hierbei setzt das Unternehmen auf drei strategische Säulen: kontinuierliche Steigerung der Energieeffizienz, Nutzung von Grünstrom sowie Implementierung einer nachhaltigen Wärmeversorgung.

„In unseren Mercedes-Benz Werken setzen wir bereits heute Maßstäbe in energieeffizienter und ressourcenschonender Produktion. Dies reicht von der konsequenten CO2-Reduktion über eine nachhaltige Logistik bis hin zu Biodiversität an unseren verschiedenen Standorten auf der ganzen Welt. Bis 2022 sparen wir bereits mehr als die Hälfte der CO2–Menge in unseren Werken ein.“ – Jörg Burzer, Mitglied des Vorstands der Mercedes-Benz AG, Produktion und Supply Chain Management

Ingo Ettischer, Leiter Mercedes-Benz Vans Operations, ergänzt die Aussage von Burzer: „Nachhaltigkeit ist ein Grundprinzip unserer Unternehmensstrategie von Mercedes-Benz Vans. Künftig werden wir unsere Lieferketten und unsere Werke noch stärker in Richtung Nachhaltigkeit ausrichten – sowohl in der Produktion als auch im Produkt selbst.“ Dabei sei Mercedes bewusst, dass mit der zunehmenden Elektrifizierung der Produktpalette die emissionsfreie Produktion eine immer stärkere Rolle für eine emissionsfreie Mobilität bekommt. Ettischer selbst greift einzelne Maßnahmen auf, wie beispielsweise die „Versorgung mit Grünstrom über den Einsatz von wasserstoffbetriebenen Gabelstaplern bis zur Nutzung von Abwärme aus eigenen Kraftwerken für bestimmte Produktionsschritte.“

Mercedes-Benz

Vor einem Jahr hat Mercedes-Benz mit der „Ambition2039“ seinen Weg zu einer CO2-neutralen Mobilität vorgestellt. Dabei betrachtet das Unternehmen die gesamte Wertschöpfungskette von der Entwicklung über das Lieferantennetzwerk, die eigene Produktion bis hin zur Elektrifizierung der Produkte und darüber hinaus bis hin zu erneuerbaren Energien für die Nutzungsphase von Elektrofahrzeugen. Ab 2022 werden alle eigenen Produktionswerke der Mercedes-Benz AG weltweit ausschließlich Strom aus regenerativen Quellen beziehen. Zum Einsatz kommt Strom aus Solar-, Wind- und Wasserkraftanlagen.

Für Deutschland ist man einen wichtigen Schritt weitergegangen und hat sich den Grünstrombezug nicht nur für die Produktionsstätten gesichert. Vielmehr ist es so, dass künftig alle deutschen Standorte der Daimler AG, der Mercedes-Benz AG, der Daimler Trucks AG und der Daimler Mobility AG ab 2022 Grünstrom beziehen. Ein standortübergreifender Stromvertrag sichert die vollständige Deckung des Strombedarfs. Ein großer Anteil davon stammt aus deutschen Anlagen. Die Erzeugung des Grünstroms erfolgt jederzeit synchron zum Verbrauch. Ein Grünstromkonzept dieser Art und Größenordnung ist bislang einzigartig.

Ein weiterer Stellhebel der CO2-neutralen Produktion ist der kontinuierliche Ausbau einer nachhaltigen Wärmeversorgung der Produktionswerke der Mercedes-Benz AG. Hierbei setzt das Unternehmen künftig unter anderem auf Biogas, Biomasse, Geothermie und Solarthermie sowie den Einsatz von Wärmepumpen. Im letzten Schritt erfolgt die Kompensation unvermeidbarer CO2-Emissionen durch qualifizierte Projekte. Unvermeidbare Emissionen entstehen insbesondere in den bestehenden hocheffizienten Gas-KWK-Anlagen (Kraft-Wärme-Kopplung) durch die klimaschonende Eigenerzeugung von Wärme und Strom.

Quelle: Mercedes-Benz – Pressemitteilung vom 25. Mai 2020

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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Heinz Scherer:

Eine tolle Zukunft für alle Menschen wäre zwar theoretisch möglich, wird aber immer am Egoismus von Machthabern scheitern. Solange sogar freie Menschen in Demokratien egoistische Populisten mit dem Hang zum Diktator wählen, sehe ich das nicht für möglich.
Es wird aber schon allein aus wirtschaftlichen Notwendigkeiten, heraus zu einer nachhaltigeren und saubereren Kreislaufwirtschaft kommen.
Über Quantität wird irgendwann kein Wachstum mehr möglich sein, aber über Qualität (also auch im Sinne der Umweltqualität) ist noch sehr sehr lange Wachstum möglich. Wir werden nicht auf unser Luxusleben verzichten müssen, wenn wir intelligent unsere Möglichkeiten nutzen.

Alex:

Ich halte die Klimapanik für masslos übertrieben.
Andererseits finde ich die daraus resultierende Entwicklung sehr gut.
Luft- und Gewässerreinhaltung ,Energieeffizienz ,Recycling usw. alles wunderbar.
Wenn wir es schaffen unser Luxusleben mit Individualverkehr,Konsum und Reisen fortzuführen
ohne die Natur über gebühr zu belasten und dabei noch eine saubere Umgebung/Umwelt haben
dann ist das doch paradiesisch.
Die Fertilitätsraten gehen auch schon in den meisten Ländern der Erde zurück.
Wenn es die Herrschenden noch schaffen von ihrem ewigen eigentlich öden Macht- und Kontrolltrip
runterzukommen wäre der Weg für eine tolle Zukunft Aller frei.

Sami:

Ich denke positiv, wenn auch Positives zu erkennen ist. Bei Mercedes sehe ich nur Dunkelheit.

Tobi:

Ich gehe schon davon aus, dass M CO2 neutral produzieren kann. 2025 werden die Karren auch mit null CO2 fahren. Dann wird es M nicht mehr geben…

Heinz Scherer:

Warum kann man einen Autohersteller nicht auch mal loben? Die wollen sich verändern und planen nun endlich entsprechend. Wenn der Verkauf von E-Autos schneller als gedacht vorwärtsgeht, dann wird sich alles automatisch beschleunigen. Ich finde wir sollten unsere Hersteller für solche Ankündigungen loben und motivieren und nicht immer nur meckern. Nur positives Denken kann die Welt verbessern.

Tobias Rupp:

2039 ist dafür viiieeeel zu spät.

Tobias Rupp:

An MB:
Am meisten CO2 stoßen eure Fahrzeuge im Betrieb aus. Ich hoffe (für euch), dass das (das mit dem CO2-neutral Produzieren) nur der Anfang ist.

Klaus:

Schön und gut wenn die Produktion CO2 neutral statt findet. Und wo bitte bleiben die CO2 freien Autos auf den Strasen? Bekanntlich sind ja diese selbst Schuld an den hohen CO2 Belastungen. Oder?

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