LG und Magna gründen Joint Venture für E-Auto-Komponenten

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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Der Elektronikkonzern LG Electronics und der Automobilzulieferer und -auftragsfertiger Magna International haben ein Joint Venture gegründet. Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen künftig Elektromotoren, Umrichter und Bordladegeräte sowie – für manche, bestimmte Autohersteller – komplette E-Drive-Antriebssysteme fertigen. Das neue Unternehmen mit dem vorläufigen Namen LG Magna e-Powertrain verbindet die Stärke von Magna in Bezug auf elektrische Antriebssysteme und den Automobilbau mit dem Know-how von LG in der Komponentenentwicklung für E-Motoren und Umrichter. Mit ihrem gebündelten Fachwissen wollen die beiden Partner das Wachstum auf dem Markt für elektrische Antriebe beschleunigen und für sich nutzen.

Das Joint Venture ermöglicht es den beiden Unternehmen, ihr Produktangebot für Elektroantriebe weiter auszubauen, indem vorhandene Technologien, technische Fähigkeiten und globale Präsenzen besser genutzt werden. LG hat Erfahrung in der Entwicklung von Komponenten für Elektroautos, insbesondere für den Chevrolet Bolt EV und den Jaguar I-Pace. LG könne dazu beitragen, die Entwicklungszeiten für die Herstellung von E-Auto-Komponenten von Magna zu verkürzen, während die Software- und Systemintegration Kompetenzen sind, die Magna in dieses Unternehmen einbringen kann. Mit diesem Joint Venture sollen Kunden künftig aus einem breiten Portfolio an Komponenten bis hin zur Integration eines gesamten elektrifizierten Antriebsstrangs auswählen können.

Diese Partnerschaft entspricht voll und ganz unserer Strategie, bei der Elektrifizierung führend zu sein und Autohersteller mit einem vielfältigen und erstklassigen Portfolio zu unterstützen“, sagt Swamy Kotagiri, CEO von Magna. Dr. Kim Jin-yong, Präsident der LG Electronics Vehicle Component Solutions Company, fügt hinzu, die Autohersteller „müssen disruptiv sein, um Führungspositionen in der Elektrifizierung zu behaupten“. Durch den Deal mit Magna trete „LG in eine neue Phase seines Geschäfts mit Automobilkomponenten ein, eine Wachstumschance mit enormem Potenzial“.

Das Joint Venture werde mehr als 1000 Mitarbeiter an LG-Standorten in den USA, Südkorea und China beschäftigen, teilen die beiden Unternehmen mit. Die Transaktion werde voraussichtlich im Juli 2021 abgeschlossen sein, unter einer Reihe von Bedingungen, einschließlich der noch ausstehenden Zustimmung der LG-Aktionäre und aller erforderlichen behördlichen Genehmigungen.

Quelle: LG – Pressemitteilung vom 23.12.2020

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Dieter Lettner:

Der Zusammenschluss zwei solch großer Spieler ist nicht unbedingt ein Vorteil für die E-Mobilität. Techniken wie die Fokussierung auf Hochvolt werden als gesetzt angenommen und damit vielen Alternativen die durchaus begründbare Plausibilität entzogen.
Wir erinnern uns noch an die damals entstandenen Videosysteme – der schlechteste Anbieter hat sich durchgesetzt. Ähnlich bei den Abgasreinigungssystemen in den 70igern.

Realist:

Magna wollte noch vor kurzem aus Österreich absiedeln, wenn die Regierung nicht weiter auf Verbrenner setzt. Schon merkwürdig das Handeln dieses Konzerns.

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