Hyundai & Kia stellen Radnabenantrieb „Uni-Wheel“ vor

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Sebastian Henßler
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  —  Lesedauer 3 min

Hyundai und Kia haben ein, eigener Aussage nach, „bahnbrechendes“ Antriebssystem namens „Uni Wheel“ vorgestellt, das das Autodesign grundlegend verändern könnte. Dieses System, das innerhalb der Radnabe funktioniert, wurde kürzlich in Seoul, Südkorea, präsentiert und soll signifikante Vorteile bieten gegenüber herkömmlichen Antriebssystemen.

Im Gegensatz zu traditionellen Antrieben, bei denen die Kraftübertragung über verschiedene Komponenten erfolgt, integriert „Uni Wheel“ wichtige Antriebselemente direkt in die Radnabe. Dies spart viel Platz und ermöglicht flachere Fahrzeugböden. Dieses Design verspricht eine tiefgehende Veränderung in der Elektroautoindustrie, indem es den Innenraum weiter maximiert und neue Möglichkeiten für Fahrzeug- und Mobilitätskonzepte eröffnet.

(von links) Structure of EV and Structure of EV Equipped with Uni Wheel | Hyundai

„Uni Wheel“ nutzt ein spezielles Planetengetriebe, das aus einem zentralen Sonnenrad, vier umgebenden Ritzeln und einem äußeren Hohlrad besteht. Die Energie des Motors wird auf das Sonnenrad übertragen und bewegt über die Ritzel das Hohlrad, welches das Fahrzeug antreibt. Durch diese Anordnung bleibe die Kraftübertragung effizient und dauerhaft beständig, was sich positiv auf die Langlebigkeit und den Fahrkomfort auswirken soll.

„Wir freuen uns, innovative Ideen vorstellen zu können, die den Markt für die Mobilität der Zukunft verändern könnten. Wir werden die Technik perfektionieren, damit unsere Kunden Mobilität auf eine völlig neue Art und Weise erleben können.“ – Jongsool Park, Senior Fellow am Institute of Advanced Technology Development der Hyundai Motor Group

Durch die Implementierung von „Uni Wheel“ können vier Elektromotoren individuell gesteuert werden, wodurch sich die fahrdynamischen Eigenschaften verbessern sollen. Das System biete eine hohe Lenk- und Fahrstabilität und erhöhe das Drehmoment, das wiederum den Einsatz kompakterer Elektromotoren ermöglichen soll.

Ein weiterer Vorteil von „Uni Wheel“ ist die Schaffung zusätzlichen Platzes im Fahrzeuginneren. Da viele Antriebskomponenten in die Radnabe verlagert und der Elektromotor kleiner gestaltet werden kann, entsteht mehr Platz für Passagiere und Gepäck. Dieser zusätzliche Raum kann auch für größere Batterien genutzt werden, um die Reichweite zu erhöhen, ohne das Fahrzeug zu vergrößern.

Das „Uni Wheel“-System könnte auch bei vollautonomen Fahrzeugen neue Sitzanordnungen und Raumkonfigurationen ermöglichen. Die Skalierbarkeit des Systems erlaubt die Anwendung in verschiedenen Fahrzeugtypen und sogar in Mobilitätshilfen wie Rollstühlen oder Lieferrobotern. Hyundai und Kia haben bereits acht Patente für das „Uni Wheel“-System in Südkorea, den USA und Europa angemeldet und registriert. Sie arbeiten kontinuierlich daran, die Technologie zu perfektionieren, um eine noch effizientere und umweltfreundlichere Mobilität zu ermöglichen.

Quelle: Hyundai – Pressemitteilung vom 30.11.2023

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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Wolfbrecht Gösebert:

Wer nun gerade mal *nicht* zum Thomas S. nach Wien reisen will, kann sich die Motore ja auch hier ansehen :)

c&p–> cdn.readeverything.co/wp-content/uploads/sites/66/2018/01/Lohner_Porsche-1.jpg

BTW: Wie schon mehrfach festgestellt, gibt es beim „Uni Wheel“ ja gar keinen Radnabenmotor. Stattdessen – und das wurde AFAIS hier bislang wohl *nicht* thematisiert – verändert sich die Höhe der Antriebswelle beim Einfedern des „Uni Wheels“ nicht wie die Höhe des Rades selber –> die Welle muß anscheinend nur einen geringeren/keinen Anstellwinkel bedienen und wird daher entlastet und zudem wird auch der für den Einbau benötigte Freiraum vermindert. Zumindest habe ich diesen Eindruck gewonnen, nachdem ich mir die Unterschiede der 3 Bilder des Artikels nochmal *etwas länger + genauer* angesehen habe … :)

Als *Nachtrag* fand ich eben noch das Video:
c&p–> twitter.com/HMGnewsroom/status/1729311647532257315

Roland:

Genau das hat ein gewisser Niclas Hayek bei seinen Entwürfen zum ersten Smart schon vor vielen Jahren vorgesehen. Nachdem das Konzept an Mercedes verkauft wurde, wurde dieses revolutionäre Projekt eingestellt. Dem kleinen, billigeren Verbrennermotor wurde der Vorzug gegeben.

Daran lässt sich sehr schön dokumentieren wie wenig innovationsfreudig die deutsche Automomobilindustrie schon damals geworden war. Genau damit kämpfen Sie noch heute. Ich wünschte mir, dass sich das in Zukunft ändert. Ansonsten wird Deutschland sehr schnell seinen Ruf als fortschrittlicher Industriestandort verlieren.

Roland:

Schau Dir die Konstruktion noch einmal genauer an. Die Motoren sind am Rahmen, direkt gegenüber dem Rad verbaut. Es sind eigentlich keine Radnaben Motoren im klassischen Sinne. Damit sind sie bereits innenliegend. Dein Vorschlag ist haargenau dass was hier gezeigt wird.

Roland:

Du hast in einigem recht was Du schreibst. Was ich bei Dir inakzeptabel finde, sind Deine bisweilen herablassenden Bemerkungen über Meinungen anderer, die nicht Deinen Vorstellungen entsprechen.

Erstens ist das vollkommen überflüssig und wertet zweitens Deine eigenen Kommentare ab. Lass dass doch, Du hast das nicht nötig, niemand hat das.

Die Technologie der Antriebseinheiten im Rad ist alles andere als neu. Herr Hayek hatte das vor vielen Jahren bereits für den Smart angedacht.

Ich glaube es gab da schon am Anfang der Motorisierung solche „Radnaben“ Motoren. Wobei beim vorgestellten Konzept der Motor einfach kleiner ist da vier davon verbaut werden und ausserhalb der Räder zu liegen kommen.

Sollte es gelingen ein stabiles System kostengünstig zu realisieren wäre das in der Tat eine kleine Revolution. Weil am Preis ist dass seit jeher gescheitert.

Warum:

Das denke ich mir auch die ganze Zeit wenn dich den Artikel und die Kommentare hier lese. Es geht hier weder um ein Radnabenmotor, noch um ein Radnabenantrieb. Es werden lediglich „Teile“ des Antriebs (Getriebe) in das Rad verlagert.

Thomas Steibl:

Gute Idee, aber grundsätzlich nichts Neues….
Wer will kann sich bei uns in Wien im technischen Museum den „Lohner Porsche“ (1900-1926) ansehen.
Der hatte schon im Jahr 1900 Allradantrieb per Radnabenmotor. ;-)

Marc:

Für dieses Gefährt kenne ich die Kalkulation natürlich nicht, aber es steht zu vermuten, dass nicht der Radnabenmotor an sich den hohen Preis verursacht. Denn der läuft ja millionenfach in China Rollern, die relativ preiswert sind. Nur würde ich sehr gerne gar nicht in den Status Quo bewerten, denn oft sind gerade Gebrauchsmotoren eher günstig als effizient. Da muss man also definitiv noch einmal ran.

Daniel W.:

… zum Anlass genommen, mal wieder aufzuzeigen, wo es zumindest bei preiswerten Fahrzeugen hingehen sollte.

Bei meinen eigentlich bevorzugten Fahrzeugen für die Stadt und die Randbezirke, Pedelecs mit Dach und hier speziell den Hopper, macht sich der kleine Radnabenmotor im einzigen Hinterrad preislich nicht positiv bemerkbar, das Ding kostet rund 13.000 Euro.

Marc:

Ja, habe ich. Ich habe auch wahrgenommen, dass es gar keine Radeinheit mit aktiver Federung und Lenkung ist. Ebenso ist mir klar, dass es hier noch keine Serienversion ist, Aber ich habe diesen Schritt in diese Richtung zum Anlass genommen, mal wieder aufzuzeigen, wo es zumindest bei preiswerten Fahrzeugen hingehen sollte.

Wolfbrecht Gösebert:

„Der Vorteil von Radnabenmotoren liegt darin, das Alles in einem Bauteil ist, gut für den Anbieter und sonst?“

Zumindest einen Vorteil haben die, nämlich kann (mit entsprechender Elektronik) auf den Aufwand für ein bzw. zwei Differential-Getriebe (bei 2 bzw. 4 Radnabenmotoren) verzichtet werden.

Nebenbei: Ungeklärt ist für mich Lebensdauer-/Wartungsaufwand der umlaufend nötigen Dichtungen in der Radnabe!
Im Vergleich:
Das klass. Differential incl. Untersetzung meines kleineren eAutos benötigt einen 1,5-l-Ölwechsel alle 100.000 km – so what?

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