Fortum startet Recycling von E-Auto-Akkus in Deutschland

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Fortum

Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 3 min

Fortum, ein führendes europäisches Energieunternehmen und ein Vorreiter bei Recyclingtechnologien für Batterien, hat in Deutschland die Fortum Batterie Recycling GmbH gegründet, um ein sicheres und nachhaltiges Recycling von Elektrofahrzeug-Batterien in Mitteleuropa aufzubauen. Den Markteintritt bezeichnet das Unternehmen als einen zentralen Schritt in seinem Bestreben, Europas führender Recycler von Batterien und Batteriematerialien für Elektroautos zu werden.

Mit dem in Deutschland neu gegründeten Unternehmen will Fortum der steigenden Nachfrage der europäischen Automobil- und Batterieindustrie nach Batterierohstoffen begegnen. Das neue Zentrum, das Lithium-Ionen-Batterien nach dem Ende ihres Lebenszyklus sowie Abfälle aus der Batterieherstellung recyclen soll, wird voraussichtlich zum Ende des Jahres 2022 im Industriecluster in Kirchardt, Baden-Württemberg, seinen Betrieb aufnehmen.

„Wir bringen unsere Kompetenzen und unsere Batterie-Recycling­technologie in das Herz des europäischen Automobilmarktes, um Unternehmen aus der Automobil- und Batterieindustrie Dienstleistungen vor Ort zu bieten. Wir werden unsere kohlenstoffarme Recyclingtechnologie in Deutschland anbieten und dabei zusammen mit Automobil- und Batterieherstellern Synergien zwischen den Industrien nutzen.“ – Kalle Saarimaa, Vice President Fortum Recycling and Waste

Unsere neuen Recyclingaktivitäten in Mitteleuropa bieten eine einzigartige Möglichkeit für lokale Hersteller, sich mit dem schnell wachsenden finnischen Cluster für nachhaltige Batterierohstoffe zu vernetzen. In einem ersten Schritt wird unser Recyclingbetrieb zunächst etwa 20 Arbeitsplätze schaffen“, erklärt Tero Holländer, Head of Business Line, Batteries bei Fortum. Die langfristige Bedeutung des Zentrums werde „viel umfassender sein und sich aus der Verbindung mit unserer hydrometallurgischen Recyclinganlage in Finnland ergeben, wo ein großer Teil der europäischen EV-Batterien, die ihr Lebensende erreichen, ab dem nächsten Jahr recycelt werden könnte“, so Holländer weiter.

Die gewonnene schwarze Masse der Batterien soll in der hydrometallurgischen Recyclinganlage von Fortum im finnischen Harjavalta aufbereitet werden, von wo aus sie wieder in die europäische Wertschöpfungskette für Batterien eingespeist werden kann.

Wenn man sich verdeutlicht, dass für eine Lithium-Ionen-Batterie eines Elektroautos etwa 50 kg Nickel, 8 kg Lithium und 7 kg Kobalt benötigt werden, wird deutlich, wie groß die Herausforderung durch den Rohstoffmangel in Europa ist“, sagt Holländer. Damit der Elektromobilitäts- und Batteriesektor nachhaltiger wird, müssen die Rohstoffe aus dem Batterieproduktions­prozess auf die nachhaltigste Weise zurückgewonnen werden. „Durch unsere hauseigene F&E und IP-Entwicklung verfügt Fortum über umfassendes Know-how in dieser Technologie. Unsere einzigartige CO2-arme Komplettlösung zum Batterierecycling ermöglicht es, über 80 Prozent der Batterie zu recyceln, und 95 Prozent der wertvollen Metalle, die in der schwarzen Masse der Batterie enthalten sind, können wieder in den Kreislauf zurück­geführt werden“, erklärt Holländer.

Mit dem in Deutschland ansässigen Batterierecyclingbetrieb will Fortum dazu beitragen, die Rohstofflücke zu schließen, mit der die Automobilindustrie konfrontiert ist und die durch die bevorstehende EU-weite Batterieverordnung noch mehr in den Fokus rückt. Diese soll den Anteil an recycelten Rohstoffen in neuen Batterien deutlich erhöhen.

Fortums hydrometallurgisches Batterierecyclingverfahren hat IPCEI-Zuschüsse (Important Project of Common European Interest) von Business Finland in Verbindung mit dem europäischen Batterie-Innovationsprojekt der EU-Kommission erhalten, was die strategische Bedeutung der von Fortum durchgeführten Entwicklungsarbeit beim Recycling von Elektroauto-Batterien unterstreicht.

Quelle: Fortum – Pressemitteilung vom 14.09.2022

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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