Ford-CEO: Wir „wetten auf vollständiges Portfolio von E-Nutzfahrzeugen“

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Symbolbild | Ford

Sebastian Henßler
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  —  Lesedauer 2 min

Anlässlich seiner offiziellen Ernennung zum neuen CEO des US-Autokonzerns Ford teilte Jim Farley im Oktober 2020 die wichtigsten Ziele und organisatorischen Veränderungen mit, die er in den kommenden Monaten umsetzen will. Modelle wie der elektrische Transporter Transit, der kommende Elektro-Pick-up der legendären F-Serie, der Elektrosportler Mustang Mach-E sowie weitere SUVs und E-Autos der Tochtermarke Lincoln sollen weltweit und in großem Maßstab eingeführt werden. Seine Pläne führte Farley nun ein wenig weiter aus und gibt zu verstehen, dass insbesondere die E-Strategie stark auf die Nutzfahrzeugsparte von Ford setzt.

In Bezug auf Fords Quartalszahlen ordnete er das Ganze in einem Investoren-Gespräch: „wir werden wieder wachsen, aber in den richtigen Bereichen – indem wir mehr Kapital, mehr Ressourcen und mehr Talente für unsere stärksten Geschäftsbereiche und Fahrzeugssparten bereitstellen.“ So wolle Ford sparen, wenn es darum geht Garantiekosten für Fahrzeuge, welche auf der Straße sind, einzusparen. Stattdessen will Ford in die Produktion von Fahrzeugen wie dem neuen F-150 Pickup, dem Bronco und dem vollelektrischen Mustang Mach-E investieren. „Dies sind fantastische Chancen für uns in den nächsten vielen Jahren“, so Farley und sagt voraus, dass die Gewinnmargen in Nordamerika 10% übersteigen könnten.

Die Elektrifizierung ist besonders wichtig, fügt Farley hinzu. „Es wurde viel über die Elektrifizierung unserer Industrie geschrieben, und die Wette von Ford ist anders. Wir wetten auf ein vollständiges Angebot von elektrifizierten Nutzfahrzeugen.“ Geht es nach dem CEO von Ford befindet man sich gerade einmal im „ersten Inning der Elektrifizierung, und es wird ein langes Spiel sein, das sich über viele Jahre hinziehen wird.“ Der Automobilhersteller beginnt daher frühzeitig seinen Fokus zu setzen und dieser liegt eben nicht auf Fahrzeugen von über  100.000 Dollar (ca. 85.000 Euro). Stattdessen konzentriere man sich auf E-Autos im Bereich zwischen 45.000 und 70.000 Dollar (38.000-60.000 Euro).

Im Nutzfahrzeug-Bereich sprach Farley die Weltpremiere des E-Transporter Transit an, der im Dezember vorgestellt werden soll. Dieser soll weltweit in den Verkauf gehen, einschließlich China. Entsprechende Kapazität zur Fertigung habe man, da der Hersteller mittlerweile auf vier Werke zur Produktion von E-Fahrzeugen blickt. Auch stehe noch die Allianz mit VW im Raum, welche ebenfalls die Fertigung elektrifizierter Nutzfahrzeuge anpeilt. Bevor man jedoch mit neuen Gewinnen glänzen wird, werden die Kosten nochmals steigen: „Wir erwarten auch höhere Struktur- und andere Kosten durch die Aktivitäten zur Produktionseinführung des Mustang Mach-E“, so John Lawler, Finanzchef von Ford.

Quelle: wardsauto.com – Ford to Make EVs Affordable, Farley Promises

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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David:

Finde ich in der Tat bemerkenswert. Mit dem F-150, dem Truck schlechthin, wird man eine Ikone elektrifizieren. Und einen Stückzahlen-Millionär. Da bin gespannt, ob diese eher konservative Klientel das mitmacht. Ich halte es für möglich.

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