Fisker: Gespräche mit VW über Nutzung der MEB-Plattform auf September verschoben

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Fisker

Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 2 min

Entgegen seiner Absichten hat es das Elektroauto-Unternehmen Fisker nicht geschafft, den geplanten Deal zur Nutzung von Volkswagens MEB-Plattform für seinen Elektro-SUV Ocean bis Ende Juli abzuschließen. Fisker möchte die dezidierte Elektroauto-Plattform des deutschen Autoherstellers nutzen, um die Fahrzeugentwicklung zu beschleunigen und die Kosten zu senken. Volkswagen bestätigte, über die Audi-Tochter Italdesign bereits gemeinsam mit Fisker an einem Prototyp gearbeitet zu haben – zu einer wie auch immer gearteten Partnerschaft haben sich die Wolfsburger aber noch nicht geäußert.

Wir haben unser Ziel, bis Ende Juli 2020 einen Vertrag mit VW zu unterzeichnen, nicht erreicht“, teilte Fisker in Unterlagen an die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC mit. Das Unternehmen freue sich aber darauf, „nach den traditionellen europäischen Sommerferien im September wieder mit VW zu diskutieren.“ Fisker führe außerdem Gespräche „mit mehreren anderen potenziellen Autoherstellern und Zulieferern“, die zum Geschäftsmodell des Unternehmens passen könnten. Noch vor Jahresende möchte Fisker „endgültige Fertigungs- und Lieferverträge“ abgeschlossen haben. Als Auftragsfertiger etwa ist das kanadisch-österreichische Unternehmen Magna im Gespräch, der unter anderem den rein elektrischen Jaguar i-Pace produziert sowie die 5er Reihe von BMW.

Fisker möchte seinen SUV Ocean, für den bereits mehr als 7000 Vorbestellungen vorliegen sollen, bis Ende 2022 auf den Markt bringen, gefolgt von einer Sportlimousine, einem Sport-Crossover und einem Pick-up bis 2025. Fisker wäre nicht der erste VW-Partner, der sich die Vorteile der MEB-Plattform zu eigen machen möchte. Bereits 2019 teilten VW und Ford mit, Elektroautos auf der MEB-Plattform auf die Straße zu bringen. Allerdings soll der erste Ford-MEB-Stromer erst ab 2023 herum in den Verkauf gehen, der Fisker Ocean soll schon früher debütieren.

Quelle: Automotive News – Fisker reports delay in closing EV platform deal with VW

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Roma:

Sehe ich auch so. Der Herr Fisker tänzelt durch die Automobilbranche und macht immer wieder auf sich aufmerksam. Aber so wichtig ist er gar nicht, er ist halt da, für Erfolg steht der Name zumindest nicht.

MrX:

Ich glaube nicht, dass VW sich vor Verkaufspreisen von Fisker oder einem Marktstart 2022 fürchtet und das versucht zu verhindern. VW wird bei den geringen Stückzahlen, die Fisker bestellt, eher hohe Preise für den MEB an Fisker stellen, was Fisker nicht bereit ist zu bezahlen. Und VW wird sich fragen, was Fisker für den MEB strategisch überhaupt an Vorteil bringt – vmtl. keinen. Im Gegenteil, wenn Fisker untergehen sollte, dann wird der MEB mit einem Verlierer in Verbindung gebracht.

Würde z.B. ein großer japanischer Hersteller den MEB verwenden, wäre VW schlagartig auch im japanischen Markt vertreten, und der japanische Hersteller würde eine entsprechende Supply Chain aufbauen und die Marktmacht von VW indirekt in Japan etablieren. Fisker ist daher wohl eher uninteressant. Ford hat ja schon eine Schlüsselrolle für USA mit der MEB übernommen.

neumes:

das wird wohl das Problem sein.
Fisker kalkuliert kleinere Margen und würde dann in Konkurrenz zum VW Konzern stehen mit deren Modellen die nächstes Jahr rauskommen sollen, ID 4 usw….

Dass VW das nicht möchte oder sogar Fisker diktiert dass deren Model nicht vor 2022 auf der Markt kommt wird sich Fisker nach nem anderen umschauen müssen/ wollen.

und 7000 Vorbestellungen sind ja auch noch nix für das was da schon an Geld reingeflossen ist…
Schade… hielt ich anfangs für vielversprechend…

es bleibt spannend

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