EU-Kommission stellt strenge Regeln für E-Fuels auf

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Daniel Krenzer
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  —  Lesedauer 2 min

Nachdem sich vor allem die deutsche Bundesregierung – in dieser Sache angeführt von der FDP – für eine Hintertür für E-Fuels nach 2035 stark gemacht hatte, hat die EU-Kommission nun einen neuen Entwurf für eine Gesetzgebung für Neuzulassungen ab 2035 vorgelegt. Wie das Handelsblatt berichtet, soll dafür ein neuer Fahrzeugtyp eingeführt werden. Die Autos müssten allerdings so konstruiert sein, dass der Motor nur mit E-Fuels im Tank anspringt, die den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Außerdem sollen die E-Fuels komplett CO2- neutral sein – sowohl in der Herstellung als auch beim Transport.

Damit sind die Hürden für E-Fuels in Neufahrzeugen sehr hoch. Der Verband eFuel Alliance stellt dazu fest: „Damit bleibt es beim Verbot des Verbrennungsmotors in 2035.“ Die CO2-Neutralität beinhalte, dass die synthetischen Kraftstoffe bei der Verbrennung nicht mehr Kohlendioxid ausstoßen dürfen wie bei der Herstellung aufgefangen wurde. Eine Umsetzung davon ist heute noch technisch in weiter Ferne.

Wie kommen die E-Fuels nach Europa?

„Solange der Transport und die Verteilung nicht ebenfalls mittels erneuerbarer Energien gesichert sind, kann keine vollständige Emissionsreduktion erreicht werden“, stellt zudem die eFuel Alliance fest. Denn die dafür benötigten Mengen an erneuerbaren Energien sind in Deutschland und auch innerhalb der EU kaum in dem Maße verfügbar, in dem sie benötigt werden – und angesichts des hohen Energiebedarfs bei der Herstellung wären sie zudem sehr teuer. Also sollen sie in sonnenintensiven Regionen wie in Afrika oder Südamerika genutzt und daraus E-Fuels hergestellt werden. Diese müssten dann aber mit CO2-neutral betriebenen Schiffen, Flugzeugen oder auch Pipelines nach Europa befördert werden.

Die meisten Autohersteller setzen sowieso nicht auf E-Fuels und konzentrieren sich auf vollelektrische Fahrzeuge. In Deutschland ist es vor allem Porsche, das sich in Chile aktiv an der Forschung und Testung beteiligt. BMW-Chef Oliver Zipse sprach sich zudem jüngst für eine stärkere Förderung von E-Fuels aus. Auch der Verband der Automobilindustrie (VDA) setzt auf E-Fuels als weiteres Standbein der Verkehrswende.

Bestand von Regelung nicht betroffen

Von der EU-Kommission nicht betroffen sind die Bestandsfahrzeuge ab 2035. Diese könnten mit E-Fuels deutlich klimafreundlicher betankt werden als mit Benzin oder Diesel. Allerdings wäre das Ende dieses Marktes angesichts eines Quasi-Verbrennerverbots für Neufahrzeuge zumindest in Europa programmiert, womit es fraglich ist, ob überhaupt genug Unternehmen in die Herstellung von E-Fuels investieren würden.

Quelle: Handelsblatt – „E-Fuels sollen in der EU komplett CO2-neutral sein“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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Zappelstrom:

Solange in Deutschland noch immer durch Auspuff-Fantasien die Konsumenten und Hersteller verunsichert werden wird die Deutsche/Europäische Autoindustrie weiter den Anschluss verlieren. Wenn es in den nächsten 20 bis 30 Jahren für den Rest der fossilen Flotte (Oldtimer) dann schon genügend E-Feuls geben sollte können wir schon froh sein. Darauf aber eine Zukunft für den Verbrennern abzuleiten ist ein Hirngespinst. Denn CO2 ist noch das ungefährlichste Gas das aus einem Auspuff kommt. Dazu gesellen sich noch andere Kohlenwasserstoffe, Stickoxide, Feinstaub und ca. 200 andere Atemluftgifte.

Axel Poeschmann:

Und die Klientelpartei hat ernsthaft geglaubt, mit ihrer nervigen Fürsprache für eFuels ein paar Wählerstimmen abgreifen zu können…

Stueberw:

Dann hat man in den letzten 130 Jahren ja alles falsch gemacht.
Man hat einseitig auf Verbrenner gesetzt und möchte es jetzt noch 100 Jahre Fortsetzen.

Matthias Geiger:

eFuel im PKW Bereich ist ein totes Pferd das unter dem Begriff „Technologie offen“ von der FDP geritten wird. Damit kann man keinen „Blumentopf“ gewinnen.

Alex:

E-fuels machen ja nur Sinn, wenn sie mindestens genauso teuer oder günstiger werden wie fossile Brennstoffe und wenn nicht soviel Energie für die Produktion benötigt wird. Während einige Menschen mutmaßen, daß E-Autos dazu führen können, daß das Netz kollabiert, wie sieht es dann bei E-fuels aus ? Zudem macht es nur Sinn, wenn genau soviel CO2 gesammelt, wie ausgestoßen wird. Laut Wissing wäre E-fuels klimaneutral, wenn es mittels erneuerbarer Energie hergestellt wird. Müsste er da nicht auch sich da für schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energie einsetzen?

Frank:

Ökostrom gibt es durch tauschen der Zertifikate mit Norwegen oder durch umwandeln von Kohlestrom, Pumpspeicherwerk dann durch eine Wasserturbine oder in der Müllverbrennung…… , fast alles schadet unseren Planeten.

Frank:

Was sollen die machen, für die es noch keine Lösung mit Batteriefahrzeuge gibt, oder die wissen wie Ökostrom hergestellt wird und das nicht unterstützen wollen?

Norbert Seebach:

Selbst der derzeitige Strommix (der ja mit dem forcierten Ausbau der Erneuerbaren noch erheblich besser werden wird) ist im E-AUTO erheblich klimaschonender als jeder Einsatz von E-FUELS im PKW! Warum? Weil E-FUELS selbst wenn sie mit (ungeheuren Mengen) regenerativer Energie hergestellt und transportiert werden sollten (was ja längst nicht der Fall ist) ein so knappes Gut bleiben werden, dass bei deren Verbrennung im PKW nichts mehr übrig bliebe für die Dekarbonisierung der Bereiche, für die es derzeit noch keine klimaneutrale Alternative gibt (bsw Langstreckenflüge)!

Tom 1:

Es wird immer über Strom für e Autos gesprochen,wer redet mal von Rechenzentren,Streaming,KI , digitale Medien,ganz zu Schweigen von der Industrie und den Haushalten.

Sledge:

Nein, natürlich nicht. Die heizen ihr Privathaus auch mit Wärmepumpen, obwohl sie in der Öffentlichkeit dagegen sind.

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