Daimler: Rekordjahr 2017 – Zetsche: „Automobilhersteller stehen in der Verantwortung“

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Daimler AG

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 4 min

2017 war das erfolgreichste Jahr in der Unternehmensgeschichte: Mit dieser erfreulichen Nachricht ging der Automobilkonzern Daimler in die alljährliche Hauptversammlung. „Bei Absatz, Umsatz, Ergebnis und Profitabilität gab es neue Bestwerte“, begrüßte Manfred Bischoff, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Daimler AG, die knapp 6000 anwesenden Aktionärinnen und Aktionäre. Daimler sei „heute so erfolgreich wie nie zuvor. In der sich neu erfindenden Mobilitätsbranche werden auch für Daimler weitere grundlegende Veränderungen notwendig sein, um erfolgreich zu bleiben“, sagte Bischoff. Dazu gehören sowohl die technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, die die Industrie wesentlich verändern, als auch die Planungen zur organisatorischen Neuausrichtung des Konzerns.

Das Ziel sei es, die individuelle Mobilität mit nachhaltigen Produkten und innovativen Services neu zu gestalten, so Bischoff weiter. Dazu werde in der Verzahnung von Mobilitätskonzepten und Antriebstechnologien der Schlüssel zum künftigen Erfolg liegen, ist sich der Manager sicher.

Bei Daimler nutzen wir Chancen, die sich aus Veränderungen ergeben. Darum stehen wir heute an der Spitze“, sagte Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars, auf der Hauptversammlung.

Der Konzern setzte mit insgesamt mehr als 289.300 Mitarbeitern rund 3,3 Millionen Fahrzeuge ab. Der Umsatz lag bei 164,3 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis stieg auf einen Höchstwert von 10,9 Milliarden Euro. Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich entsprechend auf 9,84 Euro. Vorstand und Aufsichtsrat schlugen der Hauptversammlung vor, die Dividende auf 3,65 Euro pro Aktie zu erhöhen und damit die höchste Dividende in der Unternehmens­geschichte auszuschütten.

Die Transformation der Automobilindustrie und der Daimler AG

Daimler treibt bereits seit Jahren die Transformation der Automobilindustrie voran und will diese maßgeblich mitgestalten. „Wir haben uns auch für die Zukunft viel vorgenommen. Daimler durchläuft die größte Transformation seiner Geschichte“, sagte Zetsche vor den Aktionären. Dabei konzentriert sich Daimler auf fünf strategische Felder: Ausbau des Kerngeschäfts, Vorantreiben der CASE-Themen, Weiterentwicklung der Kultur, Optimierung der Konzernstruktur und über allem die Fokussierung auf den Kunden.

Zetsche betonte in diesem Zusammenhang auch die Verantwortung der Autoindustrie: „Ohne jeden Zweifel: Wir Automobilhersteller stehen in der Verantwortung, wenn es darum geht, individuelle Mobilität, Klimaschutz und Luftreinhaltung in Einklang zu bringen.“ Dazu wird bei Daimler auch die Produktion auf einen Antriebs-Mix eingestellt, so dass im nächsten Jahrzehnt jedes Modell auf jeder Linie produziert werden kann. Bis Ende dieser Dekade werden vier neue Werke in Polen, Ungarn, Russland und China zum globalen Produktions­netzwerk hinzukommen, um dieses Ziel zu erreichen.

Entscheidend für den künftigen Erfolg ist laut Zetsche das zweite strategische Feld, CASE: „Lange Zeit war unser Geschäftsmodell klar definiert: Wir entwickeln, bauen und verkaufen erstklassige Autos. Das bleibt auch so. Aber das ist nicht mehr alles.“ Mit der Vernetzung (Connectivity), dem autonomen Fahren (Autonomous), geteilter Mobilität (Shared) und Elektromobilität (Electric) eröffneten sich unendlich viel zusätzliche Chancen, die Kunden zu begeistern.

Bei Daimler haben wir vor rund zehn Jahren den Wandel vom Autohersteller zum Mobilitätsdienstleister eingeleitet“, blickte Zetsche zurück. Um diese Entwicklung noch stärker voranzutreiben, wollen Daimler und BMW künftig die Kräfte bei Mobilitätsdienstleistungen bündeln. Dazu haben beide Unternehmen Ende März eine Vereinbarung unterzeichnet. „Damit können wir den Kunden ein ganzheitliches Angebot machen: vom Carsharing über Mitfahrdienste bis zum Parken und Laden.“

Elektromobilität ist stark im Kommen

Auch im Bereich Elektromobilität hat Daimler den Schalter umgelegt: Bis 2022 wird bei Mercedes-Benz in jedem Segment mindestens eine elektrifizierte Variante angeboten. In Nordamerika ist die Kleinstwagen-Marke Smart bereits komplett elektrisch, in Europa folgt die Umstellung bis 2020. „Gleichzeitig elektrifizieren wir unsere Vans, Trucks und Busse. Und wir haben noch viel mehr vor – auch über unsere Produkte hinaus“, führte Zetsche aus.

Seit wir das Automobil erfunden haben, hat es die Welt verändert“, sagte Zetsche. „Der Erfolg des Autos ist seine größte Herausforderung. Dieses Paradoxon zu lösen, ist unsere Aufgabe“, resümierte der Daimler-Chef vor der Hauptversammlung. „Die Leidenschaft, das Ganze zum Besseren zu verändern, steckt in unserer DNA. Uns ist bewusst: Das ist ein hoher Anspruch. Aber genau das haben unsere Gründerväter getan. Es ist Zeit, es wieder zu tun.“

Quelle: Daimler – Pressemeldung vom 5.04.2018

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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