„Volle Kraft voraus“: Corona beschleunigt Elektrifizierung bei Bentley

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Michael Neißendorfer
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Adrian Hallmark, CEO der VW-Tochter Bentley, kündigte an, sämtliche Ausgaben für Forschung und Entwicklung im Zuge der Corona-19-Pandemie auf den Prüfstand zu stellen – hauptsächlich im Bereich der Verbrenner. Nutznießer wird demnach die Elektromobilität sein, wie die britische Autocar berichtet. „Wir mussten unsere Ausgaben rücksichtslos priorisieren. Wir mussten Hebel ziehen, um die Kosten zu kontrollieren. Was auch immer wir getan haben, betraf den Verbrennungsmotor. Wir haben bestimmte Derivate verschoben oder gestrichen“, sagte Hallmark.

Für Plug-in-Hybride und Elektroautos hingegen gelte „volle Kraft voraus“. Bentley sehe die Corona-Krise als „natürlichen Beschleuniger für umweltfreundliche Technologien. Wenn Sie Prioritäten setzen müssen, wo platzieren Sie Ihre Wetten? Mehr Leistung oder bessere Zelltechnologie? Die offensichtliche Antwort ist die letztere“, so der Bentley-Chef. Corona sei ein „Wendepunkt“, kein Endpunkt. „Wir sehen eine mutige Zukunft jenseits dieser Krise. Wir glauben, dass die Elektrifizierung und sowohl Geschäft als auch Antriebsstrang nachhaltig zu machen wünschenswert und möglich ist.“

Christain Dahlheim, Vertriebsleiter des Volkswagen Konzerns, sagt ebenfalls, dass die Pandemie den Wechsel zu Elektrofahrzeugen beschleunigen wird. „Die Wahrnehmung besserer Luft hat das Bewusstsein für Nachhaltigkeit geschärft. Und viele Regierungen in Europa bemühen sich, die Branche zu transformieren und in umweltfreundlichere Technologien zu investieren.

„Wir müssen innovativ sein und uns neuen Realitäten stellen“

Bentley hat kürzlich auch angekündigt, fast ein Viertel seiner Belegschaft abzubauen, um sein gesamtes Geschäft im Rahmen einer Initiative namens Beyond 100 umzustrukturieren. Gut 1000 Arbeitsplätze will Bentley streichen. Der Plan soll Bentley zu einem „finanziell unabhängigen und rezessionssicheren Unternehmen“ machen. Hallmark sagte, seit seinem Eintritt bei Bentley Anfang 2018 habe es drei Krisen gegeben: „Die erste war intern, weil wir nicht ausreichend auf die WLTP-Vorschriften vorbereitet waren. Der zweite war die Vorbereitung auf einen harten Brexit und der dritte ist jetzt Covid-19.“ Der Schlüssel zum Erfolg liege für Bentley in der Flexibilität: „Wir müssen innovativ sein und uns neuen Realitäten stellen.“

Wie sich diese neuen Realitäten auf das Fahrzeug-Portfolio von Bentley auswirken, verriet Hallmark allerdings leider nicht. Das erste Elektroauto war bislang für 2025 geplant und soll ein Crossover sein, der eine traditionelle Limousinenform auf ein etwas höheres Fahrwerk stellt. Ob sich dieser Plan nun beschleunigt, wird sich erst noch zeigen müssen. Das einzige aktuelle elektrifizierte Fahrzeug des britischen Luxusherstellers ist der Bentayga Plug-in-Hybrid.

Quelle: Autocar — Bentley boss: Pandemic will cause faster switch to electrification

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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