BYD plant Großinvestition in Indonesien

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Sebastian Henßler
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  —  Lesedauer 2 min

Der chinesische Elektroauto-Hersteller BYD plant, seine neue Fabrik in Indonesien bis Ende 2025 fertigzustellen. Das Werk, das sich in einem Industriekomplex in Subang, West-Java, befindet, soll eine Produktionskapazität von 150.000 Elektroautos pro Jahr erreichen. Laut Eagle Zhao, dem Geschäftsführer von BYD Indonesien, verläuft der Bau planmäßig. Das langfristige Ziel des Standorts liegt in der Produktion für den Exportmarkt.

Die Investition in Indonesien umfasst ein Volumen von umgerechnet gut 970 Millionen Euro. Dank dieser Investition kann BYD vorübergehend Autos zollfrei in das Land importieren. Diese Regelung soll den Markt für Elektroautos ankurbeln und gleichzeitig weitere Investitionen von Automobilherstellern fördern. Die indonesische Regierung strebt an, bis 2030 insgesamt 600.000 Elektroautos im Land zu produzieren.

Im Jahr 2024, dem ersten Verkaufsjahr von BYD in Indonesien, wurden 15.429 Autos verkauft. Von Januar bis November konnte das Unternehmen einen Marktanteil von rund 36 Prozent bei batteriebetriebenen Elektroautos erzielen und sich somit als Marktführer in diesem Segment etablieren. Zhao geht davon aus, dass die erste Produktion im neuen Werk kurz nach Fertigstellung des Baus beginnt.

Bisher hat BYD vier Modelle in Indonesien eingeführt: die Limousine Seal, den SUV Atto 3, den Hatchback Dolphin und den siebensitzigen MPV M6. Letzterer war das meistverkaufte Modell des Unternehmens im vergangenen Jahr. Weitere Modelle sind für 2025 geplant, um ein schnelles Wachstum der Verkaufszahlen zu erreichen. Diese Strategie umfasst auch die Einführung der Premium-Marke Denza, deren Markstart in Indonesien für diese Woche vorgesehen ist.

Neben Indonesien verstärkt BYD auch in anderen südostasiatischen Ländern seine Präsenz. 2024 wurde eine erste Elektroauto-Fabrik in Thailand eröffnet. Diese Anlage, die etwa 476 Millionen Euro gekostet hat, kann ebenfalls 150.000 Autos pro Jahr produzieren, darunter auch Plug-in-Hybride. Mit diesen Investitionen tritt BYD in direkte Konkurrenz zu japanischen und koreanischen Herstellern, die bislang den Automarkt in der Region dominierten.

Quelle: Reuters – China’s BYD to complete $1 billion Indonesia plant by year-end, executive says

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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Uwe Bosse:

Als Westeuropäer bin ich gespannt wie die BYD-Verkaufspreise in Indonesien werden. Um die Zusatzzölle zu umgehen aus Thailand importieren lohnt sich nicht, da die BYD-Verkaufspreise in Thailand höher als in China sind. Wenn die BYD-Verkaufspreise in Indonesien günstiger als in Thailand werden, könnte sich der Import von dort nach Deutschland lohnen, um die Zusatzzölle zu umgehen. Denn die BYD-Werke in Ungarn und Brasilien sind noch nicht ganz fertig.

Spiritogre:

Das ist eigentlich eine gute Sache, zumindest in Theorie. Jedenfalls wenn sie dort auch chinesisches Preisniveau halten. Deutsche Autos werden in solchen Ländern eh kaum verkauft, da der Großteil der Bevölkerung gar nicht das Geld hat.

Warum jetzt das Problem? Ein Großteil der insbesondere muslimischen Bevölkerung hasst Chinesen und macht China für alle Probleme das Landes verantwortlich. Ich bin auch nicht sicher ob der chinesische Teil der Bevölkerung deswegen wert darauf legt auf einem Blick als solcher schon aus der Ferne identifiziert zu werden, wenn sie chinesische Autos fahren, weil sie dann u.U. Repressalien fürchten müssen.

Ich hatte mal eine chinesischstämmige Freundin dort, die lebte in ständiger Angst vor Angriffen. Ist zugegeben eine Weile her und damals gab es noch mehr Angriffe auf Chinesen und ganze Hetzjagden.

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