Bundesregierung: Voerst keine Förderung für E-Fuels

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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Dieses Jahr könnte das Elektroauto seinen Durchbruch erleben. Doch nicht nur dieses steht im Mittelpunkt der Betrachtung Alternativer Antriebe. Die Brennstoffzellentechnologie spielt ebenso eine entscheidende Rolle. Zudem werden auch strombasierte Kraftstoffe, sogenannte E-Fuels, als weitere Antriebsoption diskutiert. Sie basieren ebenfalls auf Wasserstoff. Mit Hilfe von Strom wird Wasser zunächst in Wasser- und Sauerstoff gespalten. Gibt man dem Wasserstoff CO2 aus der Luft zu, bilden sich Kohlenwasserstoffe, die dem Erdöl ähnliche Strukturen haben.

Eben diese E-Fuels scheinen derzeit die letzte große Hoffnung für den Verbrenner zu sein. Unterstützung vonseiten der Bundesregierung gibt es derzeit aber keine. Ein massiver Invest in die Technik sei nicht geplant; aktuell befindet man sich noch in der Prüfphase. Für eine genaue Betrachtung sorgen sicherlich auch solche Aussagen wie, dass man mit dem Strom, der ein Elektroauto 100 Kilometer weit bringt, ein Fahrzeug mit E-Fuel gerade einmal 15 Kilometer vorankommt. Damit sind auch E-Fuels keine wirkliche Alternative zum E-Auto.

Die Auto- und Mineralölindustrie verweist darauf, dass die Nutzung von E-Fuels auch Vorteile mit sich bringt: Die bestehende Infrastruktur (Fahrzeuge, Tankstellen) kann weitergenutzt werden, da synthetische Kraftstoffe im Grunde dieselben Eigenschaften wie konventionellen Kraftstoffe aufweisen. Da derzeit noch nicht ausreichend erneuerbarer Strom zur Verfügung steht, um E-Fuels klimaneutral bereitzustellen, haben synthetische Kraftstoffe im Autoverkehr einen schweren Stand.  Derzeit prüfe die Bundesregierung verschiedene Instrumente, so zum Beispiel Quoten für den Einsatz von E-Fuels, die direkte Förderung ihrer Produktion sowie die „entsprechende Regulierung auf europäischer Ebene“, heißt es in einer aktuellen Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag.

Ob es tatsächlich der richtige Weg ist krampfhaft nach einer Lösung zu suchen den Diesel weiter auf den Straßen zu halten, ob nun in reiner oder auch gemischter Form, ist fraglich. Einige Autoexperten sprechen sich daher klar dafür aus, denn Weg der Elektromobilität mit Nachdruck zu beschreiten und über Übergangslösungen beziehungsweise nicht praktikablen Alternativen hinwegzugehen.

Quelle: edison – Bundesregierung wird E-Fuels vorerst nicht fördern

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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Florian:

Und der Strom muss nicht transportiert werden und kommt einfach aus der Steckdose?
Transportwege für herkömmliche Kraftstoffe könnten ebenso für E-Fuels genutzt werden.
Für eine komplette Elektrifizierung hingegen müsste das vorhandene Übertragungsnetz wesentlich verstärkt werden.
Wenn man bedenkt, dass die Übertragungsnetzbetreiber bereits jetzt mit dem Ausbau maßlos überfordert sind und wir einen Strompreis von knapp 30 ct/kWh bezahlen, dann bin ich von einem Import von E-Fuels über bereits vorhandene Transportwege nun wirklich nicht abgeneigt.

Hiker:

E Fuels sind nur auf den ersten Blick attraktiv weil dadurch scheinbar einige Millionen bestehende Fahrzeuge frischfröhlich weiter betrieben werden können. Die Sache hat aber einen groben Haken. e-fuels sind zwar oberflächlich gesehen Klimaneutral. Nur leider hat es dafür definitiv nicht annähernd genügend grünen Strom. Diesen in Wüstengebieten herstellen zu wollen ist schlicht Nonsens. Es müssten riesige Stromfarmen in höchst kritischen Gebieten (politisch und technisch) aufgebaut werden. Dann müsste die produzierte Energie äusserst verlustreich über riesige Distanzen über nicht vorhandene Infrastrukturen zum E-fuel Hersteller transportiert werden. Oder vor Ort hergestellt und anschliessend per LKW und Schiffen zum Verbraucher transportiert werden. So oder so würden hier Unmengen von Energie äusserst Umweltkritisch verschleudert. Um schliesslich abgasproduzierend in Städten die Luftverschmutzung weiter anzutreiben. Das ist keine intelligente Lösung.

Ralf Beat:

Manager haben Jahresverträge, sie denken in Quartalen und den jeweiligen Zahlen. Sind die (noch) gut, dann gibt es Dividenden und Boni – und der Manager ist happy. Er kann nicht in größeren Zeiträumen denken die Geldkuh muss bis zum allerletzten Moment gemolken werden. Dann macht der Manager den „Dieter Zetsche“ und scheidet einfach mit hoher Gratifikation aus.

Jörg Nathusius:

Wenn man Strom günstig genug erntet, kann man Preis-und Mengenparität von E-Fuels zu fossilen Brennstoffen herstellen. Wie in einigen anderen, sicheren, wind- und sonnenstarken Wüsten gelingt das hier am besten: Greenlandgreenenergy.blogspot.com

Gunter:

Ja, da ist es vielleicht besser – um eine 15 %(oder auch noch so geringe) Reduzierung der CO2 Emissionen zu erreichen – eine empfindliche CO2 Steuer einzuführen.

Björn Schwob:

Zumindest das letzte ist so nicht richtig, synthetische Kraftstoffe können so hergestellt werden, das sie durchaus kompatibel sind.

Das Strom Überschuss Problem bleibt natürlich, andersherum bleibt beim Stromer aber auch ein dunkler Schatten auf der Gesamtbilanz durch die Akkus und die Tatsache dass man derzeit die Emissionen zum Teil nur an einen anderen Ort verlegt.

Wie gesagt, politisch lenken kann man auch. Aber der Fahrzeugbestand ist ja nun einmal da. Und bis der weg ist…

Noch dazu gibt es in industriellen Maßstäben mit Sicherheit auch Lösungen um die Beschaffung zu optimieren.

Ich beziehe mich hier nicht auf eine endgültige Lösung oder eine Position auf bestimmte Antriebsarten, aber es ist ja nun mal Fakt, das E nicht immer so sauber ist wie es scheint und man Verbrenner nicht einfach fort zaubern kann. Ist schon eine Zwickmühle…

Roma:

Dafür müsste es aber einen Überschuss bei den EE geben, da sonst die graue Energie es noch verschlimmert. Die Frage ist auch, gibt es für die Beimischung eine Freigabe der Motorenhersteller? Und zu wieviel Prozent?

Roma:

Aktuelle Fahrzeuge kann man dafür nicht nutzen, da diese meistens keine Freigabe dafür haben.
Und da man hier noch am Anfang steht und ohnehin mit EE in Verzug ist, Fahrzeughersteller ohnehin schon überfordert sind, wäre das der Todesstoß des Wandels, noch ein Mrd Projekt zu öffnen.

Björn Schwob:

Unabhängig von Argumenten die gegen e-fuels sprechen sollte man allerdings auch Bedenken, das es viele Millionen Bestandsfahrzeuge gibt. Hier wäre vielleicht auch eine schlichte Beimischung wie beim Ethanol möglich. Natürlich kommen immer noch Schadstoffe aus dem Auspuff, allerdings wird der bei weitem größte ausgestoßene CO2 Anteil vorher von anderer Stelle entnommen. Dadurch die Reduzierung der neu ausgestoßenen Abgase. Dies wäre zumindest im Hinblick auf den Fahrzeugbestand eine Möglichkeit, eine Reduzierung zu erreichen – und das auf schnellem Weg. Die Entwicklung wird dann zeigen worauf der nächste Antrieb hinausläuft, zumal neue Antriebe immer noch auch gesetzlich gelenkt werden können. Aber zig Millionen Fahrzeuge die jetzt auf den Straßen unterwegs sind lassen sich ja auch nicht Weg zaubern.

andreas reibiger:

Einfach schwachsinn sich über Abgase von Autos gedanken zu machen, da ändert sich nichts an der co2 Belastung. Genau so wenig wie es war das man die Kohleöfen aus den Haushalten entfernten. Es hat auch nichts gebracht,nur uns anderen heizarten teurer zu verkaufen und abartige Steuern aufzuzwingen

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