BMW: Nach PHEV-Rückruf nun Auslieferungsstopp des MINI Countryman Hybrid

Cover Image for BMW: Nach PHEV-Rückruf nun Auslieferungsstopp des MINI Countryman Hybrid
Copyright ©

Glebiy / Shutterstock.com

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Mitte Oktober hat unser Autor Michael bereits in seinem Artikel „BMW muss 1800 Plug-in-Hybride in Deutschland zurückrufen“ auf eine größere Rückrufaktion für BMWs Teilzeitstromer hingewiesen. Anfang November konnten wir neue Details zum Rückruf in Erfahrungen bringen. Doch so richtig rund scheint es bei BMW immer noch nicht zu laufen. Die Süddeutsche Zeitung hat erst kürzlich in Erfahrung gebracht, dass ein Auslieferungsstopp des MINI Countryman Hybrid erfolgt. Grund sei die zu geringe elektrische Reichweite.

BMW habe die Batteriereichweite seines elektrifizierten MINI zu knapp kalkuliert, so der Automobilhersteller gegenüber der Zeitung. Aus diesem Grund habe die zuständige Zulassungsbehörde die Auslieferung des sogenannten Countryman Hybrid angehalten habe. Ausschlaggebend sei die Tatsache, dass der Teilzeitstromer immer Mal wieder unter die Grenze fällt, welche als Maßstab dient, ob ein Fahrzeug als elektrifiziert gilt, oder nicht. „Angegeben ist bei dem betreffenden Mini eine Reichweite von 60 Kilometer, wenn man nach dem Messprofil NEFZ fährt“, teilte ein BMW-Sprecher mit. Dort habe man aber ebenfalls festgestellt, dass die Reichweite mitunter nur 59 Kilometer betragen kann. Laut Aussage des Automobilherstellers habe man dies der der zuständigen Zulassungsbehörde in Irland gemeldet, die daraufhin einen Auslieferungsstopp angeordnet habe. Gelöst werden soll das Problem durch ein verbessertes Batteriemanagement. Ein entsprechendes Update kommt Ende November; weitere Abweichungen, etwa bei CO2-Emissionswerte, gebe es nicht.

Dieser eine Kilometer Unterschied mag auf den ersten Blick wie eine Kleinigkeit erscheinen, macht aber einen Unterschied der es in sich hat. Denn wenn der Wagen nicht als elektrifiziert gilt, bekommt der Käufer des Wagens auch keine Möglichkeit die Elektroauto Kaufprämie / Umweltbonus zu beantragen. Zudem sei es so, dass es auch in Richtung Kunden nicht Image-förderlich ist, dass die rein elektrische Reichweite auf „‚Kante genäht‘ sind“, wie Ferdinand Dudenhöffer, Experte am Center of Automotive Research, gegenüber der Süddeutschen zu verstehen gibt. BMW hat dazu übrigens einen klaren Standpunkt: „Es mag schwer zu verstehen sein, aber wir haben keine Veranlassung, einen großen Reichweitenpuffer über das gesetzlich Geforderte hinaus einzubauen“, formuliert es der BMW-Sprecher. „Wir befinden uns in einem scharfen Wettbewerb.“

Quelle: Süddeutsche Zeitung – Hybrid-Mini scheitert an den 60 Kilometern

worthy pixel img
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Schreib einen Kommentar und misch dich ein! 🚗⚡👇


Markus Doessegger:

Es wird da also ganz bewusst der Wechsel hin zur Nachhaltigkeit bei der Mobilität vor einem hergeschoben, obwohl jede und jeder, auch BMW und die Politiker, schon heute genau wissen, dass er eintreten wird!

Und alle (Käufer, Politik, Autofirmen usw.) wissen, dass wir eigentlich dafür gar keine Zeit mehr haben.

Weiterhin wird eine kostbare Energiequelle einfach so verschleudert, die mit der energieinefizientesten Maschine, die der Mensch je erfunden hat, genutzt wird und 80 % so oder so in Wärme umgewandelt wird, die dann einfach so noch verloren geht.

Einfach weil wir das seit 100 Jahren schon immer so gemacht haben und weil wir zu bequem sind, um das zu ändern?

Man stellt mit viel Aufwand hier und dort noch ein paar Stellschräubchen um, passt danach die Umweltschutzverordnungen an, sodass die neuesten teuer erkauften Errungenschaften gerade noch haltbar sind. Dann klopft man sich auf die Schultern, lässt die Korken knallen, und lässt die ganze Welt mit Werbung wissen, dass man die besten Verbrenner Autos hat und darin weiter unschlagbarer Marktleader ist. Ein weiteres Argument Herrn Kartingen, nie umstellen zu müssen.

Und so funktioniert das Spiel schon eine ganze Weile. Man reduziert zwar so die Grenzwerte, handelt sich aber mit immer noch grösseren, gewichtigeren und noch stärkeren Boliden gerade wieder Minuspunkte ein, die dann aber nirgends in Statistiken auftauchen. Man verschleudert diese Panzerwagen so billig, dass die Kundschaft sich womöglich noch einen Zweiten davon leisten kann. Der Kundschaft gefällt es. Man kann ja schliesslich ohne Tempolimit bolzen. Alle sind zufrieden und die Welt ist in Ordnung.

Nach Herrn Klaus Kartingen sind das sogar 50 %, die er verteidigt. Bei BMW sprudeln weiterhin die Euros für Verbrenner und Zwitter. Das vorweihnachtliche Geschäft boomt damit einmal mehr. Kein Handlungsbedarf. Niemand verbrennt sich die Finger.

Ich wiederhole mich, das Verursacherprinzip ist dringender den je notwendig. Entweder die Politik senkt die Grenzwerte weiter, sodass es sich endlich nicht mehr lohnt mit der Zwitter Mogelpackung zu werkeln oder die Spritpreise werden so angepasst, dass es weh tut und dies auch in ganz Europa, damit jeglicher Sprit-Tourismus unterbunden wird. Hätte den Vorteil, dass z. B. Ladestationen quer finanziert werden könnten und damit Elektroautos in dieser Hinsicht attraktiver werden würden.

Ich wünschte mir so sehr, dass es auch bei Herr Klaus Kartingen und seinen 50 % auch mal klingelt und die Einsicht, dass Veränderungen auch im Kopf das Leben lebenswerter machen.

Strauss:

Werner, weshalb kannst Du dir als nächstes Auto noch keinen EV vorstellen der 450 KM Reichweite macht und preisgünstiger ist als dein gehabter BMW.

Daniel W.:

Ich würde sagen: BMW hängt sein Fähnchen nach dem Öl-Lobby-Wind. Oder hatte BMW gehofft, das Trump bis 2024 Präsident bleibt und den Erneuerbaren den Garaus macht?

Werner:

BMW enttäscht immer mehr, mit den aktuellen Aussagen zu Hybrid Farhzeugen. Ich fahre seit März einen X3 30e Hybrid. Ich bin entäuscht von der Reichweite des Fahrzeugs. Sowohl die elektrische Reichweite und auch die Benzin Reichweite. Ich habe sonst 5er Diesel gefahren und hatte die doppelte Reichweite. Ich hoffte immer, dass die Batterieleistung beim Hybrid demnächst mal erhöht wird. Wenn jetzt BMW verkündet, dass eine Erhöhung nicht angedacht ist, weiß ich nicht ob ich mir nächstes Jahr noch einen BMW kaufen werde. BMW hat die Zeichen der Zeit immer noch nicht erkannt.

Strauss:

Eindeutig sind die 50 Km reine E Reichweite der PHEV viel zu wenig. Dies gilt für VW, Ford, Renault , Volvo und auch die Koreaner und Japaner. Dies hat aber mit den Rückrufen von BMW nichts zu tun.Nur komisch die Kunden kaufen dies.Kauft doch reine EV s und preisgünstigere als Midhybrid.Zumindest bis diese Firmen einsehen , dass nur noch solch Aufladbare mit mind. 33 KWh Akkus gekauft werden.

Stephan Becker:

R.I.P. BMW …
BMW disqualifiziert sich mehr und mehr in den Augen von Menschen die eine Entscheidung für ein neues Auto treffen müssen oder wollen.
Schade. Potential haben Sie, nur leider keine Idee das richtig zu nutzen.
BWM ist imho das Nokia Pendant im Automobilmarkt.

Wolfbrecht Gösebert:

Da die elektrische Reichweite nicht nur bei den Abnahmetests gilt, sondern über den gesamten Lebenszyklus des Fahrzeugs, werden BMW und ihre Kunden noch große Probleme bekommen.

Hast Du dazu evtl. eine Quelle?

BMW hat aus der Abgasdiskussion nichts gelernt.

Doch, doch: Ich halte solche Akku-BMS-Software-Updates für eine »Fortsetzung der Diesel-Abgas-Lüge auf einem neuen Spielfeld«!

Steffen Walter:

Oh, Klaus.
Ich bin sehr zuversichtlich in Sachen BMW-Zukunft. Einfach mal die nächsten Jahre als interessierter Laie abwarten und beobachten, das Unternehmen wird weiterhin gut dastehen.

Norbert Seebach:

Es bestätigt sich immer wieder aufs neue, dass Plugin Fahrzeuge die Fortsetzung des Kundenbetruges auf höherem Niveau sind. Aus Sicht der Hersteller spielt Klimaschutz dabei absolut keine Rolle – geht es doch einzig darum, Strafen für die Überschreitung der CO2-Grenzwere zu vermeiden. Der größte Witz ist die bislang noch geltende rein elektrische Mindestreichweite von gerade Mal 40km, die noch dazu unter realistischen Bedingungen kaum erreichbar ist. Aus meiner Sicht ist die steuerliche Förderung dieser Alibi-Fahrzeuge ein Skandal, der schnellstens beendet werden sollte. Ohne diese staatliche Alimentierung wären Plugins schnell unverkäufliche Ladenhüter, deren Mehrkosten bei Erwerb und Inspektionskosten (ja, man holt sich auch das schlechteste aus beiden Welten) niemals wieder eingespielt werden können!

Klaus O.:

Die Schlafmützigkeit von BMW ist ja nicht mehr auszuhalten. Da die elektrische Reichweite nicht nur bei den Abnahmetests gilt, sondern über den gesamten Lebenszyklus des Fahrzeugs, werden BMW und ihre Kunden noch große Probleme bekommen.
BMW hat aus der Abgasdiskussion nichts gelernt.

Ähnliche Artikel

Cover Image for EU: Marktanteil von E-Autos steigt auf 15,6 Prozent

EU: Marktanteil von E-Autos steigt auf 15,6 Prozent

Daniel Krenzer  —  

In Deutschland steigt der Anteil von Elektroautos in diesem Jahr besonders stark an. Frankreich hingegen schwächelte.

Cover Image for PEM: Europas Batterie-Industrie vor dem „Tal der Tränen“

PEM: Europas Batterie-Industrie vor dem „Tal der Tränen“

Sebastian Henßler  —  

Europas Batteriebranche kämpft mit hohen Kosten, fehlendem Know-how und dem Vorsprung asiatischer Wettbewerber – PEM-Professor Heimes zeigt die Folgen.

Cover Image for IAA: „Von deutschen Herstellern ist ein Modellfeuerwerk zu erwarten“

IAA: „Von deutschen Herstellern ist ein Modellfeuerwerk zu erwarten“

Michael Neißendorfer  —  

Kunden dürfen sich auf ultrakurze Ladezeiten und hohe Reichweiten freuen, so Capgemini-Analyst Sulek, die E-Mobilität wird also nochmals alltagstauglicher.

Cover Image for MG Motor will in zwei Jahren 13 neue E-Autos herausbringen

MG Motor will in zwei Jahren 13 neue E-Autos herausbringen

Daniel Krenzer  —  

Mit einer Produktoffensive will die SAIC-Marke vor allem auf dem Heimatmarkt mehr Kunden von seinen E-Autos überzeugen.

Cover Image for Porsche frischt den Elektro-Macan auf

Porsche frischt den Elektro-Macan auf

Michael Neißendorfer  —  

Porsche stattet den vollelektrischen Macan mit neuen Assistenzsystemen und digitalen Features aus. Im Fokus stehen mehr Komfort beim Parken, Laden und Ziehen.

Cover Image for Hyundai-Kia und Batteriehersteller arbeiten zusammen für sicherere Elektroautos

Hyundai-Kia und Batteriehersteller arbeiten zusammen für sicherere Elektroautos

Laura Horst  —  

Führende südkoreanische Autohersteller und Batterieunternehmen wollen gemeinsam die Batteriesicherheit verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit stärken.