BMW i7 gegen Mercedes EQS – welche E-Luxuslimousine ist besser?

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Mercedes-Benz

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 3 min

In der internationalen Presse wird der vollelektrische BMW i7 mitunter als das bisher beste Elektroauto der Welt gefeiert. Doch auch Mercedes-Benz hat als deutscher Mitbewerber schon länger mit dem EQS eine High-End-Limousine auf Strom im Portfolio. Welche der beiden Luxus-Stromer ist denn nun das bessere Fahrzeug, wollten die Kollegen von Auto Motor und Sport (AMS) wissen.

Beide Limousinen bewegen sich mit deutlich mehr als fünf Metern Länge in der absoluten Oberklasse. Mit 5,39 Metern ist der Münchner dabei sogar noch einmal gut 17 Zentimeter länger als der Stuttgarter. Bei den technischen Daten sind beide Luxus-Schiffe dicht beieinander: 400 kW (544 PS) Systemleistung beim BMW stehen 385 kW (523 PS) beim Mercedes gegenüber, dafür liefert Letzterer mit 858 Newtonmeter maximales Drehmoment ein wenig mehr Wucht als der i7 mit immer noch sehr hohen 745 Newtonmetern.

Der BMW fährt schneller

Beide Akkus – konkret verglichen wurden der BMW i7 xDrive 60 und der Mercedes EQS 580 4Maticfassen mehr als 100 kWh, wobei der im Mercedes noch ein bisschen größer ist – und das beim mit 18,0 kWh zu 18,4 kWh etwas niedrigeren WLTP-Verbrauch. Bei der maximalen Schnellladeleistung (200:195 kW) sowie der Beschleunigung von 0 bis 100 Stundenkilometer (4,3:4,7 Sekunden) liegt der Mercedes knapp vorne, bei der Höchstgeschwindigkeit (240:210 km/h) der BMW.

Wie weit die WLTP-Werte von der Realität entfernt werden können, zeigen die Tester, die die Fahrzeuge alltagsnah bewegt haben. Auch hier liegt der EQS knapp vorne, allerdings mit 33,4 statt 18 kWh, der BMW benötigte im Test 35 kWh. Auch die etwas bessere Ladeperformance des Mercedes bestätigte sich im Test.

BMW-i7-Basisversion
BMW

Bei insgesamt sieben bewerteten Kategorien stand am Ende des Tests mit 4:3 Wertungskategorien und 661:337 Punkten ein Sieger fest, der sich nicht mit der Aussage deckt, dass der BMW i7 das derzeit beste Elektroauto der Welt sei. Denn der Mercedes gewinnt in diesem Prestigeduell zwischen Stuttgart und München.

Der Mercedes kommt weiter

Zwar setzte sich der BMW in den Kategorien „Kosten“, „Umwelt“ und „Komfort“ jeweils gegen den Mercedes durch, allerdings nur knapp. Der EQS hingegen erhielt bei „Karosserie“ und „Antrieb“ ein wenig mehr Punkte. Für die Kollegen von AMS haben aber zwei andere Kategorien das Duell entschieden, bei denen der Schwabe den Bayer deutlich distanzierte: „Fahrverhalten“ und „Sicherheit“. Den Wendekreis sowie die Bremsleistung bewerteten die Tester beim BMW i7 als deutlich schlechter.

Schlagende Argumente für den EQS seien zudem die höhere Reichweite verbunden mit der besseren Ladeperformance. „Dem BMW ist der Mercedes EQS einen Fortschritt voraus“, stellen die Tester abschließend fest. Den puren Luxus bieten beide beide elektrischen Schlachtschiffe – kosten aber beide auch etwa 150.000 Euro.

Quelle: auto motor und sport (Special 3/2023, S. 40 bis 49) – „Ihre Hochvolt geboren“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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MMM:

Ich denke, im Moment ist es eher die Unter- bis Mittelschicht, wo es um „Geld statt Umwelt“ geht. Die Diskussion um die „Heizungswende“ kannst du eigentlich nicht übersehen haben. Die Leute mit dickem Geldbeutel haben eine Wärmepumpe -sogar Lindner.

Das Argument der „reichen Säcke“ geht also nicht auf. Ein i7 ist absolut gesehen sicher kein Paradebeispiel für Ressourcenschonung, aber er ist sicher besser als ein 7er mit Verbrennungsmotor.
Mach den Leuten ein Angebot – und sie steigen um.
Mach ihnen keines – und sie fahren weiterhin Verbrenner. Das ist der Deal, anders geht es nicht, siehe Rolls Royce Spectre. Die Treibstoffkosten sind uninteressant. Das Auto muss passen.

(by the way: weniger als 30 kWh sind problemlos möglich, aber halt nicht für einen Tester, der die Leistung auskosten will)

brainDotExe:

Das bedeutet, dass bei Autos der Umweltschutz noch nie eine große Rolle bei den Kaufinteressenten gespielt hat. Weder bei den „reichen Säcken“ noch bei der Mitte- und Unterschicht.

Der kommt als netter Nebeneffekt.

Smartino:

„Seit wann ist das bei Autos, insbesondere in der Oberklasse relevant?“

Das bedeutet, dass sich die reichen Säcke nicht um die Umweltbilanz kümmern müssen.
Umweltschutz ist also nur Aufgabe der Mittel- und Unterschicht.

brainDotExe:

Wie rechtfertigt man die Umweltbilanz dieser Schiffe und wie sehr tragen diese Modelle zur Energiewende bei?

Seit wann ist das bei Autos, insbesondere in der Oberklasse relevant?

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